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Von EU-Forschern entwickelte Kamera funktioniert wie menschliches Auge

Stellen Sie sich vor: Sie befinden sich mit weiteren 59.000 Menschen zusammen in einem überfüllten, lauten Stadion und verfolgen ein spannendes Fußballspiel. Sicherheitspersonal ist vorhanden und passt auf, dass nichts passiert. Aber was geschieht, wenn die Dinge außer Kontrol...

Stellen Sie sich vor: Sie befinden sich mit weiteren 59.000 Menschen zusammen in einem überfüllten, lauten Stadion und verfolgen ein spannendes Fußballspiel. Sicherheitspersonal ist vorhanden und passt auf, dass nichts passiert. Aber was geschieht, wenn die Dinge außer Kontrolle geraten und die Sicherheitsleute nicht erkennen können, wo der Ursprung des Problems ist? Hier tritt "Smart Eyes" auf den Plan, ein von der EU finanziertes hochmodernes Kamerasystem, mit dem die Sicherheit in öffentlichen Gebäuden und Arealen erheblich verbessert werden kann. Dieses spezielle Überwachungssystem funktioniert ähnlich wie das menschliche Auge. Es analysiert die Videodaten in Echtzeit, weist sofort auf ungewöhnliche Szenen hin undhin und schlägt mögliche Lösungen vor. Entwickelt wurde die Kamera im Rahmen des Projekts SEARISE ("Smart eyes: attending and recognising instances of salient events"), das mit 2,15 Mio. EUR aus dem Themenbereich "Informations- und Kommunikationstechnologien" (IKT) des Siebten Rahmenprogramms (RP7) der EU finanziert wurde. Den vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik (FIT) in Deutschland angeführten SEARISE-Partnern zufolge kann das automatische Kamerasystem außergewöhnliche Situationen erkennen, lokalisieren und kategorisieren. Wie das menschliche Auge kann es beispielsweise beim Betrachten einer Szene Objekte unterscheiden, auch wenn sich diese vor einem sehr unruhigen Hintergrund bewegen. Das Smart Eyes System analysiert die Videodaten in Echtzeit und "weist sofort auf Besonderheiten hin", erklären die Partner. "Zur Video-Sicherheitsüberwachung von öffentlichen Gebäuden oder Plätzen ist das von unschätzbarem Wert", sagt Dr. Martina Kolesnik vom FIT. "In einigen Situationen sind die Fähigkeiten eines menschlichen Beobachters begrenzt. Soll er eine Fankurve in einem Fußballstadion überwachen, entgehen ihm viele Einzelheiten. Er kann nur bestimmte Areale der Gesamtfläche sehr aufmerksam betrachten und er ermüdet schnell. Hier sind die Smart Eyes klar im Vorteil." Die Hardware des im Rahmen von SEARISE entwickelten Systems besteht aus einer fest installierten Überwachungskamera, die ein bestimmtes Gebiet abdeckt, und zwei ultra-aktiven Stereokameras. Genau wie das menschliche Auge kann Smart Eyes Objekte und Punkten schnell und genau fixieren und verfolgen. SEARISE startete im Jahr 2008 und führte auch zur Entwicklung einer Software mit einem hierarchischen und modularen Aufbau (eine Nachbildung der visuellen Verarbeitung im Gehirn) zur automatischen Analyse der Bildsequenz. Sie hilft dem System, besonders aktiven Areale in der Szene festzustellen, indem sie zuerst für jeden Bildpunkt den Bewegungsgrad ermittelt. Den Entwicklern zufolge erlernt das System Bewegungsmuster und speichert diese als typische Modelle ab. Anhand der Modelle erkennt das System dann Ereignisse und ordnet sie ein. Beispielsweise unterscheidet die Software aktive von passiven Zuschauern. Das Programm kann Bildmuster wie Stufen oder leere Plätze identifizieren und sogar verschiedene Objekte wie Fahnen herausfiltern. "Unsere Bildauswertungssoftware ist zu den Kamera-Systemen aller Hersteller kompatibel", sagt Kolesnik. Sie lässt sich einfach installieren. Der Anwender muss keinerlei Anpassungen vornehmen. Das Smart Eyes System wird auf der Messe Security Essen vom 5. bis 8. Oktober 2010 vorgestellt. Die SEARISE-Partner kommen aus Deutschland, Frankreich, Italien und dem Vereinigten Königreich.

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Deutschland, Frankreich, Italien