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Europäische Forscher erhalten Physiknobelpreis - Europa an der Spitze der Forschung

Stolz präsentiert die EU zwei ihrer Forschungsförderungsstipendiaten, Professor Konstantin Novoselov und Professor Andre Geim von der Universität Manchester, Vereinigtes Königreich, als neue Preisträger des Physiknobelpreises, der ihnen für ihre spektakuläre Entdeckung des zwe...

Stolz präsentiert die EU zwei ihrer Forschungsförderungsstipendiaten, Professor Konstantin Novoselov und Professor Andre Geim von der Universität Manchester, Vereinigtes Königreich, als neue Preisträger des Physiknobelpreises, der ihnen für ihre spektakuläre Entdeckung des zweidimensional aufgebauten Graphens verliehen wurde. Professor Novoselov und sein Forscherkollege Professor Andre Geim erhielten den renommierten Preis für ihre gemeinsame Arbeit an Graphen, einer hauchdünnen, außerordentlich stabilen Lage aus Kohlenstoffatomen, die gerade einmal ein Atom dick ist. Die Entdeckung verspricht einen Durchbruch in der Elektronik- und Photonikforschung, vor allem in der Computer-, Sensor- und Solarzellbranche. Bevor er sich im Vereinigten Königreich niederließ, forschte Professor Novoselov in den Niederlanden. Unterstützt wurden der russische Wissenschaftler und sein Team bei ihren Forschungen durch EU-Fördermittel, u.a. die themenübergreifende Aktivität "Neue und sich abzeichnende wissenschaftliche und technologische Entwicklungen " (NEST) des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) der EU und des Europäischen Forschungsrates (ERC). Seine hervorragenden mechanischen und elektronischen Eigenschaften machen Graphen zu einem einzigartigen Werkstoff, der fester ist als alle anderen Materialien. Die Forscher lösten die Kohlenstofflage mithilfe eines Klebebandes aus einem Graphitstück, ähnlich einer Bleistiftmine. In Tests zeigte sich, dass die nahezu transparente Graphenschicht zugfester ist und Wärme und Strom besser leitet als jedes andere Material der Welt. In seiner jüngsten wissenschaftlichen Veröffentlichung zur Entdeckung von Graphen erklärt Professor Novoselov: "[Hieraus] ergeben sich unendlich viele Möglichkeiten für die Entwicklung elektronischer Geräte, denn das Material ist unglaublich vielseitig." Die Verleihung des Nobelpreises würdigt die harte Forschungsarbeit von Professor Geim und Professor Novoselov, des seit 1973 jüngsten Nobelpreisträgers. Zugleich stellt der Preis aber auch für die EU eine hohe Anerkennung ihrer Maßnahmen zur Förderung von Wissenschaftlern, deren Projekten und der Forschungszusammenarbeit inner- und außerhalb Europas dar. Die Graphen-Sensation ist ein wichtiger Teil des im Rahmen von NEST geförderten Projekts SIBMAR ("Obtaining atomically resolved structural information on individual biomolecules using electron holography"), das von der Universität Zürich in der Schweiz koordiniert, mit mehr als 1,5 Mio. EUR unter dem RP6-Programm NEST finanziert und durch das Know-how und den innovativen Ansatz von Professor Geim und Professor Novoselov zur Erforschung von Graphen wesentlich vorangetrieben wurde. Das Projekt SIBMAR, unter dem sich Wissenschaftler aus der Tschechischen Republik, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich zusammenfanden, entwickelte ein auf nieder-energetischen Elektronen basierendes Verfahren zur holographischen, dreidimensionalen (3D) Abbildung von Biomolekülen mit einer Auflösung auf atomarer Ebene. Den SIBMAR-Partnern zufolge gelang die Charakterisierung von Objekten im LEEPS-Mikroskop (LEEPS: Low Energy Electron Point Source) mittels eines kohärent erzeugten nieder-energetischen Elektronenstrahls. Sie entwickelten den Prototypen eines LEEPS-Mikroskops, das molekulare Strukturen bis zu einer Auflösung von nur zwei Angström darstellen kann und testeten vorhandene LEEPS-Mikroskope, um Fehlerwiederholungen auszuschließen. Zudem testeten sie verschiedene Methoden, um mit dem LEEPS-Mikroskop Biomoleküle zu analysieren. Und an dieser Stelle kommt Graphen ins Spiel: die Partner verwendeten eine hauchdünne Graphenschicht. Graphen besteht aus nur einer Lage Kohlenstoffatome und ist damit tatsächlich zweidimensional (2D). Seit der Entdeckung von Graphen hatte die EU die Forschung in diesem Bereich massiv gefördert, bezuschusste mehr als 40 Projekte und bot eine Reihe wissenschaftlicher Lehrgänge an. 2008 wurde ein Aufruf für Forschungsvorschläge unter der Thematik "Nanowissenschaften, Nanotechnologien, Werkstoffe und neue Produktionstechnologien" (NMP) des Siebten Rahmenprogramms (RP7) gestartet. An der wissenschaftlichen Vorreiterrolle der Europäer besteht längst kein Zweifel mehr. Gefördert wird Pionierforschung in unterschiedlichen Bereichen, von den Ingenieur- bis hin zu den Materialwissenschaften. Und die EU unterstützt Forscher, ihr Bestes zu geben und ihren Bemühungen fruchtbare Ergebnisse folgen zu lassen, indem sie finanzielle Hilfestellung und uneingeschränkte Unterstützung leistet. Die EU-Rahmenprogramme tragen ihrerseits dazu bei, die Voraussetzungen für richtungsweisende Forschung zu schaffen - Zusammenarbeit und Wissensaustausch - und Europa durch revolutionäre Forschungsergebnisse den Platz an der Weltspitze zu sichern. Zur Bedeutung der Nobelpreisverleihung für die gesamte Region äußerte sich Kommissarin Maire Geoghegan-Quinn, zuständig für Forschung, Innovation und Wissenschaft, wie folgt: "Europa kann mit Recht stolz auf sich und seine Forschungsarbeit sein. Dies ist eine Premiere für den Europäischen Forschungsrat, und ich hoffe, dass noch weitere Nobelpreisgewinner folgen werden im Ergebnis dieser außerordentlichen europäischen Investition zur Förderung der besten Wissenschaftler und ihrer innovativen Forschungen in Europa."

Länder

Schweiz, Tschechien

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