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Inhalt archiviert am 2023-03-07

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Schüler debattieren knifflige Fragen im 2WAYS-Projekt

Junge Leute aus ganz Europa haben sich im Rahmen des Projekts 2WAYS ("Two ways for communicating European research about life sciences with science festivals and science centres/museums, science parliaments impact survey") mit einigen der schwierigsten ethischen Dilemmata in d...

Junge Leute aus ganz Europa haben sich im Rahmen des Projekts 2WAYS ("Two ways for communicating European research about life sciences with science festivals and science centres/museums, science parliaments impact survey") mit einigen der schwierigsten ethischen Dilemmata in den Biowissenschaften (auch als Life Sciences bezeichnet) befasst. 2WAYS erhielt fast 1 Mio. EUR aus dem Programm "Wissenschaft in der Gesellschaft" des Siebten Rahmenprogramms (RP7). In den vergangenen zwei Jahren hat das Team von 2WAYS 29 "Wissenschaftsparlamente" in 29 Städten in 17 Ländern organisiert, die alle bis zu 2 Tage dauerten und zwischen 50 und 100 Schüler im Alter zwischen 17 bis 19 Jahren anzogen. Wie liefen diese Veranstaltungen ab? "Alle diese Wissenschaftsparlamente bestanden aus vier Ausschüssen", erklärt Projektkoordinator Peter Rebernik von der European Science Events Association (EUSCEA) in Österreich. "Diese Ausschüsse funktionierten wie in einem normalen Parlament - sie luden Experten ein, diskutierten ihre Fragen und stimmten über Beschlüsse ab. Diese Beschlüsse wurden dann für eine letzte Überarbeitung an das Plenum weitergeleitet." Anfang Dezember kamen Delegierte von diesen Veranstaltungen im Europäischen Parlament in Brüssel, Belgien, zusammen und bildeten das erste Europäische Jugendparlament für Wissenschaften. Dabei wurde der Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments (MdEP) Silvana Koch-Mehrin eine Zusammenfassung der Beschlüsse von den vorangegangenen Veranstaltungen überreicht. Die deutsche Europaabgeordnete (MdEP) ist außerdem Mitglied des Ausschusses zur Bewertung wissenschaftlicher und technologischer Optionen (Science and Technology Options Assessment, STOA). Die Beschlüsse fassen die Ansichten der Jugendlichen in vier wichtigen Fragen im Bereich Life Sciences zusammen: zur Verwendung embryonaler Stammzellen, zur Nutzung der Ergebnisse genetischer Tests, zu den Auswirkungen der Entdeckung eines Gens für Aggressivität sowie zu den Gefahren und Möglichkeiten der DNA-Analyse. Zum Thema Stammzellen sprachen sich die meisten Parlamente zugunsten der Verwendung von Stammzellen aus In-vitro-Fertilisation (IVF) aus, wenn auch mit gewissen Einschränkungen. Gleichzeitig fordern die Jugendlichen auch mehr Forschung zu adulten Stammzellen als Ersatz für embryonale Stammzellen, um so der Notwendigkeit, Embryonen zu zerstören, ein Ende zu setzen. Die Schüler mussten über die Frage diskutieren, wann menschliches Leben beginnt, und das wurde oft lebhaft. "Als ein Ausschuss sagte 'Diese anfänglich 50 Zellen sind nicht wirklich menschliches Leben. Man kann alles mit ihnen machen.' kam es zu einer netten Diskussion im Europäischen Parlament", erinnert sich Dr. Rebernik. "Jemand anderes stand auf und sagte: 'Hey, schon diese Zellen sind menschliches Leben. Man kann nicht alles mit ihnen machen.'" Heutzutage gibt es Gentests, um das individuelle Risiko für die Entwicklung von über 500 Krankheiten zu bestimmen. Die meisten Jugendlichen erkannten an, dass diese Tests als Teil der Anstrengungen zur Bekämpfung von Krankheiten schließlich nützlich sein könnten. Sie äußerten sich allerdings besorgt darüber, dass Versicherungen und Arbeitgeber die Ergebnisse solcher Tests missbrauchen könnten, wenn sie nicht absolut vertraulich sind. Bedenken gab es auch zu den psychologischen Auswirkungen, wenn man weiß, dass man ein größeres Risiko für eine potenziell tödliche Krankheit hat. Interessant waren auch die Diskussionen über das sogenannte "Gen für Aggressivität", das die individuelle Hemmschwelle für Gewalt senkt. Die meisten Entschließungen erkennen an, dass die Persönlichkeit eines jeden Individuums eine Kombination aus genetischen Faktoren und Umweltfaktoren ist. Viel wiesen darauf hin, dass Personen mit diesem Gen diskriminiert werden könnten. Andere befürchteten, dass Kriminelle das Gen als Vorwand nutzen könnten, um ihr Strafmaß zu mindern. Andererseits wurde argumentiert, dass es verwendet werden könnte, nicht um das Strafmaß zu verringern, sondern um Rehabilitationsmaßnahmen individuell anzupassen. Eine Untersuchung über die Folgen dieser Parlamente ergab, dass die Jugendlichen eine Menge aus ihren Erfahrungen gelernt haben und ermutigt wurden, Fragen zu stellen und sich an Diskussionen zu beteiligen. Das 2WAYS-Projekt neigt sich nun dem Ende zu. Allerdings wollen viele der beteiligten Städte weitere Wissenschaftsparlamente in Eigenregie organisieren. Dr. Rebernik hofft darüber hinaus, dass ein solches europäisches Jugendparlament für Wissenschaften alle zwei Jahre am Europäischen Parlament stattfinden kann. "Es sieht so aus, als könnten wir das erreichen", sagte er im Interview mit CORDIS-Nachrichten.

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Österreich, Belgien

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