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Bevorstehendes Luftverschmutzungsdesaster falls Emissionen nicht drastisch gesenkt werden

Wenn es um die Reduzierung der Emissionen geht, darf keine Zeit mehr vertrödelt werden. Die Dinge müssen sich ändern - und zwar schnell. Und in einer neuen EU-finanzierte Studie der European Geosciences Union (EGU) - dem Dachverband europäischer Aktivitäten im Bereich der Geow...

Wenn es um die Reduzierung der Emissionen geht, darf keine Zeit mehr vertrödelt werden. Die Dinge müssen sich ändern - und zwar schnell. Und in einer neuen EU-finanzierte Studie der European Geosciences Union (EGU) - dem Dachverband europäischer Aktivitäten im Bereich der Geowissenschaften - wird berichtet, dass im Jahre 2050 die Weltbevölkerung sehr schlechte Luft einatmen wird, sollten wir alles den gewohnten Gang weitergehen lassen. Sie liefert weitere Belege dafür, dass die Zeit knapp wird. In ihrem Artikel in der EGU-Fachzeitschrift Atmospheric Chemistry and Physics prognostizieren die Wissenschaftler aus Zypern, Dänemark, Deutschland, Italien und Saudi-Arabien, dass bis 2050, d.h. in knapp 40 Jahren ab heute, der durchschnittliche Weltbürger eine ähnliche Luftverschmutzung erfahren wird, wie der heutige durchschnittliche ostasiatische Bürger. Luftverschmutzung ist ein großes gesundheitliches Risiko, das mit Zunahme industrieller Aktivitäten nur noch schlimmer wird. Laut Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization, WHO) führt die städtische Luftverschmutzung jedes Jahr zu ca. 1,3 Millionen Todesfällen. Die Studie wurde von mehreren EU-geförderten Projekten unterstützt: C8 ("Consistent computation of the chemistry-cloud continuum and climate change in Cyprus"), das mit 2.196.000 EUR durch eine Finanzhilfe des Europäischen Forschungsrats für erfahrene Forscher (Advanced Grant) unterstützt wurde, CIRCE ("Climate change and impact research: the Mediterranean environment"), das mit 10.000.000 EUR aus dem Themenbereich "Nachhaltige Entwicklung, globale Veränderungen und Ökosysteme" des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) finanziert wurde, EDEISA ("Extended distributed European infrastructure for supercomputing applications"), das mit 7.000.000 EUR unter dem Themenbereich "Forschungsinfrastrukturen" des RP6 finanziert wurde und dem Nachfolger von EDEISA unter dem Siebten Rahmenprogramm (RP7): DEISA2 ("Distributed European infrastructure for supercomputing applications 2"), das mit einem Zuschuss in Höhe von 10.237.000 EUR im Rahmen des Themas "Forschungsinfrastrukturen" des RP7 unterstützt wird. Die Forscher untersuchten die Auswirkungen der vom Menschen verursachten Emissionen auf die Luftqualität, sollten die Emissionstendenzen der Vergangenheit andauern und auch weiterhin keine zusätzlichen Maßnahmen gegen Klimawandel und Luftverschmutzung umgesetzt werden. Sie schätzten die Luftqualität in 2005, 2010, 2025 und 2050 mithilfe eines Modells aus der Atmosphärenchemie, das eine grundlegende mathematische Formel verwendet, um die Meteorologie und die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre vorherzusagen. Koautorin der Studie Greet Janssens-Maenhout von der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission (GFS) in Italien kommentiert: "Derzeit kommen Klimaverhandlungen im Anschluss an Kyoto nur langsam voran, und es ist unklar, wie sich die Politik zur Luftqualität global entwickeln wird. In Regionen mit wirtschaftlichem Wachstum könnte es sich aufgrund des starken Wachstums von Aktivitäten in bestimmten Sektoren als weniger wirksam erweisen, Maßnahmen zur Emissionsminderung umzusetzen. In Ländern, die unter der Wirtschaftskrise leiden, könnte die Umsetzung teuer Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität in den kommenden Jahren schwierig sein." Die Ergebnisse zeigen, dass 2025 und 2050, sollten keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, Ostasien sehr hohen Schadstoffkonzentrationen wie Stickstoffdioxid und Schwefeldioxid ausgesetzt sein wird. Nord-Indien und die Golfregion werden andererseits unter einem deutlichen Anstieg der Ozonwerte leiden. Die Studie zeigt auch, dass die Luftverschmutzung in Europa und Nordamerika erheblich ansteigen würde, jedoch in geringerem Maße als in Asien, da die Maßnahmen zur Eindämmung, die seit mehr als zwei Jahrzehnten durchgeführt werden, Wirkung zeigen würden. Die Studie ist die erste ihrer Art, die alle fünf wichtigsten Luftschadstoffe berücksichtigt, die für ihre negativen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit bekannt sind: PM2.5 Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid, Ozon und Kohlenmonoxid. Die Wissenschaftler betrachteten Schadstoffe, die durch menschliche Aktivitäten freigesetzt werden, sowie diejenigen, die natürlich vorkommen, wie Wüstenstaub, Gischt und vulkanische Emissionen. Die internationale Studie kommt zu dem Schluss, dass "starke Aktionen und weitere wirksame Rechtsvorschriften" notwendig seien, um "die drastische Verschlechterung der Luftqualität zu vermeiden, die schwere Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben kann". Erstautorin Andrea Pozzer vom Max-Planck-Institut für Chemie in Deutschland sagt: "Wir zeigen, dass weitere Rechtsvorschriften zur Bekämpfung und Verringerung der von Menschen verursachten Emissionen erforderlich sind, insbesondere für Ost-China und Nordindien, um Hot-Spots der erhöhten Luftverschmutzung zu vermeiden."Weitere Informationen finden Sie unter: European Geosciences Union: http://www.egu.eu

Länder

Zypern, Deutschland, Dänemark, Italien, Saudi-Arabien

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