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Dem Wunschtraum noch besserer Wettervorhersagen einen Schritt näher

Die Menschen wollen immer möglichst genau wissen, welche Überraschungen das Wetter in den kommenden Tagen, Wochen und sogar Monaten bereithält. Ein gutes Prognosemodell zur Bereitstellung dieser Informationen ist somit nicht unwichtig. Das Met Office, der nationale Wetterdiens...

Die Menschen wollen immer möglichst genau wissen, welche Überraschungen das Wetter in den kommenden Tagen, Wochen und sogar Monaten bereithält. Ein gutes Prognosemodell zur Bereitstellung dieser Informationen ist somit nicht unwichtig. Das Met Office, der nationale Wetterdienst des Vereinigten Königreichs, hat ein neues Modell entwickelt, das schon Monate im Voraus für bessere Prognosen sorgen kann. Eine neue Studie verglich nun das neueste Wettervorhersagesystem mit einem bisher verwendeten. Wie das neue System dabei abschnitt, kam im Fachjournal Environmental Research Letters zur Veröffentlichung. Ergebnis ist, dass dieses neue Modell dem Vereinigten Königreich durchaus zu besseren Informationen über Extremwetterbedingungen für die kommende Wintersaison verhelfen kann. Die Forscher nennen dieses System "High-Top". Und was zeichnet dieses Modell nun gegenüber denjenigen aus, die sich derzeit im Einsatz befinden? Dem Team von Met Office zufolge bezieht ihr neuestes Tool Phänomene wie "plötzliche Stratosphärenerwärmungen" ein, die nach Ansicht von Experten kalte Wetterbedingungen an der Oberfläche auslösen. "Plötzliche Stratosphärenerwärmungen treten auf, wenn die üblichen Westwinde in der Stratosphäre - in Höhen zwischen 10 und 50 Kilometern Höhe - zusammenbrechen", erklärt Hauptautor David Fereday vom Met Office. "Dies verursacht eine Umkehrung der westlichen Winde in der Stratosphäre, die ein Signal zu erzeugen, das im Laufe einiger Wochen oft bis zur Erdoberfläche durchdringen kann", fügt er hinzu. "Dies reduziert das Auftreten von Westwinden an der Oberfläche, die im Winter milde Luft vom Nordatlantik nach Nordeuropa bringen. Stattdessen bekommt Nordeuropa kalte und stagnierende Wetterbedingungen, die extrem niedrige Temperaturen wie im Winter 2009/10 verursachen können." GloSea4 kann den Forschern zufolge die Wetterbedingungen in den höheren Schichten der Atmosphäre simulieren. Diese Funktion war bei im Vorhersagesystem für die langfristige Prognose 2009/10 noch nicht verfügbar. Unter Einsatz eines Computermodells kann GloSea4 Winde, Luftfeuchtigkeit und Temperaturen auf einem Gitter von Punkten mit rund 150 km Abstand in einem Bereich vertikaler Höhen vom Boden aus simulieren und damit die Stratosphäre übergehen. Auf diese Weise werden plötzliche Stratosphärenerwärmungen realistischer dargestellt. Die Forscher verglichen für die Zwecke ihrer Studie mit dem Low-Top-Modell ausgeführte Prognosen aus der Wintersaison 2009/10 mit rückwirkenden Prognosen unter Einsatz des High-Top-Modells. Das High-Top-Modell ermöglichte Vorhersagen, die besser mit den damals tatsächlich strengen winterlichen Wetterverhältnissen in diesem Zeitraum in Übereinklang zu bringen waren. "Im Oktober 2010 zeigte die High-Top-Version des GloSea4-Systems eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für einen kalten Beginn des Winters an", betont Jeff Knight vom Met Office, einer der Autoren der Studie. "Der Dezember dieses Jahres war der zweitkälteste in 350 Jahren. Das System hob außerdem die Chance hervor, dass die Bedingungen im Spätwinter wahrscheinlich weniger hart sein werden, was dann tatsächlich der Fall war. Für 2011 sagte GloSea4 die Wahrscheinlichkeit eines milden, westlichen Winters voraus. Dies erwies sich als richtig - nur die ersten zwei Wochen im Februar 2012 waren kalt. Die Einbeziehung des High-Top-Modells ist Teil einer ganzen Reihe geplanter Verbesserungen für Langzeitwetterprognosen."Weitere Informationen unter: Met Office: http://www.metoffice.gov.uk/ Environmental Research Letters: http://iopscience.iop.org/1748-9326