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Mikroorganismen von fremden Planeten - Ursprung des Lebens auf der Erde?

Eine neue Studie enthüllt, wie Mikroorganismen auf der Erde Fuß gefasst haben könnten: möglicherweise stammten sie von fernen Planeten, die auf ihrer Umlaufbahn um andere Sterne nah genug an die Erde herankamen, um feste Materie mit ihr auszutauschen. Dies stützt eine Hypothes...

Eine neue Studie enthüllt, wie Mikroorganismen auf der Erde Fuß gefasst haben könnten: möglicherweise stammten sie von fernen Planeten, die auf ihrer Umlaufbahn um andere Sterne nah genug an die Erde herankamen, um feste Materie mit ihr auszutauschen. Dies stützt eine Hypothese, mit der sich Astronomen seit geraumer Zeit beschäftigen - der so genannten Litho-Panspermie. Sie besagt, dass einfache Lebensformen auf meteoritenähnlichen Fragmenten durchs Weltall katapultiert wurden, die aus Asteroidenkollisionen und Vulkanausbrüchen hervorgingen. Die Studie wurde gerade im Fachblatt Astrobiologie und auf dem jüngsten Europäischen Planetologie- und Wissenschaftskongress (EPSC) präsentiert, der von Europlanet organisiert worden war. Europlanet ist eine Forschungsinfrastruktur zur Vernetzung von Labors, die unter dem Siebten Rahmenprogramm (RP7) gefördert wurde. Jüngsten Studien zufolge mache es die Geschwindigkeit, mit der sich Objekte durch den Weltraum bewegen, mehr als unwahrscheinlich, dass sie von einem anderen Planeten eingefangen werden. Computermodelle der Sternenwolke, aus der unser Sonnensystem entstand, zeigen nun aber, dass dies durchaus möglich sei. Die Forscher beschrieben, wie sich feste Objekte mittels "weak transfer" (schwachem Transfer) langsam aus dem Gravitationsfeld eines Weltraumkörpers herausbewegen und in den Einfangsquerschnitt eines anderen eintreten können. "Unsere Untersuchung widerlegt die meisten früheren Studien", so Dr. Edward Belbruno von der Princeton University in den Vereinigten Staaten, der vor 21 Jahren die These vom schwachen Transfer aufgestellt hatte. "Die damalige Studie hielt Litho-Panspermie für wahrscheinlich - die jetzige Studie liefert mögliche Beweise. Wenn es diesen Mechanismus tatsächlich gäbe, könnte er völlig neue Erkenntnisse über die Entstehung von Leben im Universum liefern, denn dieser Prozess kann überall stattgefunden haben." Den Forscherbeobachtungen zufolge könnte zwischen Sonnensystem und benachbartem Planetensystem etwa 100 Billionen Mal ein Austausch von Gesteinsbrocken stattgefunden haben, als die Spiralstruktur entstand. Untersuchungen heutiger Gesteinsbrocken legen nahe, dass erste Lebensformen bereits existiert haben, als die Sonne entstanden ist. Diese Lebensformen müssten robust genug gewesen sein, um nicht nur eine Reise durchs Weltall, sondern auch den Aufprall am Ziel zu überleben. "Unsere Schlussfolgerung lautet, dass der schwache Transfer die These der Litho-Panspermie stützt, denn auf diese Weise können große Mengen fester Materie zwischen Planetensystemen ausgetauscht werden", erklärt Amaya Moro-Mart¡n vom Centro de Astrobiolog¡a in Spanien und der Princeton University, "außerdem wurden Zeitspannen ermittelt, in denen ein Überleben der Mikroorganismen möglich ist, wenn sie in große Gesteinsbrocken eingeschlossen sind." Die Ergebnisse legen nahe, dass tatsächlich ein Materialaustausch zwischen den einzelnen Planetensystemen stattgefunden haben könnte, dass dies aber nicht möglich ist, wenn die feste Materie durch das andere Planetensystem festgehalten wird. Zur Litho-Panspermie kommt es, wenn die im Gestein eingeschlossenen Mikroorganismen auf einem erdähnlichen Planeten landen, in dessen Biosphäre sie überleben können. "Herauszufinden, ob die Landung auf einem terrestrischen Planeten möglich wäre, ist sehr wichtig für uns. So könnten große Mengen fester Materie vom ersten Planetensystem durch das zweite Planetensystem eingefangen worden sein und irgendwann auf einem terrestrischen Planeten landen", sagte Dr. Moro-Martin. "Unsere Studie zeigt nicht, dass Litho-Panspermie wirklich stattfand, aber dass sie möglich ist."Weitere Informationen sind abrufbar auf: Princeton University: http://www.princeton.edu/main/ European Planetary Sciences Congress (EPSC) 2012: http://www.epsc2012.eu/ Astrobiology: http://www.liebertpub.com/ast

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