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Abfall könnte die Lösung für Ölverschmutzungen sein

In der Europäischen Union werden jedes Jahr rund 3 Milliarden Tonnen Abfälle erzeugt. Aber nicht alles, was weggeworfen wird, gehört unbedingt in den Müll. Ein europäisches Forschungsprojekt zeigt jetzt, dass Abfall auch nützlich sein könnte. Europäische Forscher von Technolog...

In der Europäischen Union werden jedes Jahr rund 3 Milliarden Tonnen Abfälle erzeugt. Aber nicht alles, was weggeworfen wird, gehört unbedingt in den Müll. Ein europäisches Forschungsprojekt zeigt jetzt, dass Abfall auch nützlich sein könnte. Europäische Forscher von Technological, Environmental and Logistics Centre (TEC Ltd) in Slowenien transformierten erfolgreich Abfälle aus Papierfabriken in ein Produkt um, das wirksam Kraftstoff oder Öl aus Lecks aufsaugen kann. Die Forschungsgruppe wurde zu 60% über die Exekutivagentur für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (EACI) des Ökoinnovationsprojekts unter dem Rahmenprogramms für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP), kofinanziert. Sie erhielt 923.007 EUR, um den "Prozess der Industrialisierung und der Marktaufnahme" ihrer Technologie zu unterstützen. Marko Likon, ehemaliger CEO bei TEC sprach über den Zusammenhang zwischen Abfällen aus Papierfabriken und Ölverschmutzungen. "Wir haben sehr schnell die Verbindung zwischen Öl- und Kraftstoffsorption und den Abfällen aus der Papierindustrie gemacht, und dann verstanden wir, dass Papierschlamm eher ein Schatz als Abfall ist", sagte er. Die Menge an Papier und Papierderivaten ist riesig, und leider auch ihre Abfälle. Allein in Europa produziert die Papierindustrie mehr als 14,4 Millionen Tonnen Papierschlamm pro Jahr. Der Schlamm aus Papierfabriken hat traditionell wenig Verwendung als ein Material, das in anderen industriellen Anwendungen eingesetzt werden könnte, weshalb er auf der Deponie endet. Angesichts der aktuellen EU-Umweltvorschriften bedeutet dies jedoch, dass aufgrund des organischen Kohlenstoffs und anderer Beimischungen in Abfällen, eine Deponierung nicht unbedingt eine Option ist. Bei der Technologie zur Transformation von Papierschlamm zu Absorptionsmittel (CAPS), die durch die Forschungsgruppe am TEC entwickelt wurde, wird der Papierschlamm aus der Papierindustrie zu einem hocheffizienten saugfähigen Material recycelt, CAPSorb genannt, das Öl und andere Chemikalien aus Lecks in See- und Jachthäfen aufsaugen kann. Das Material ist so wirksam, dass es mehr als 99% der anfänglichen Menge der hydrophoben Substanz auf der Oberfläche des Wassers absorbiert, wie beispielsweise von einem Ölteppich. Seine Verwendung ist nicht auf Gewässer beschränkt, es kann auch auf harten Oberflächen verwendet werden, um Substanzen unterschiedlicher Viskosität aufzusaugen. Das Beste an diesem Absorptionsmittel ist, dass 1 kg des Materials bis zu 4 kg verschüttete Substanzen aufnehmen kann. Durch das Recycling von Abfällen um von Abfällen zu säubern wurde nicht nur ein Umweltnutzen für die Papierindustrie geschaffen, indem ihre Abfälle reduziert werden, sondern auch ein Nutzen etwa für Jachthäfen, indem ihnen eine umweltfreundliche Lösung zur Säuberung ihre Umgebung geboten wird. Der potenzielle Markt für ihr Produkt ist riesig. Abgesehen von Ölverschmutzungen kann es auch in anderen Branchen eingesetzt werden, insbesondere solche, die Ölabscheider erfordern. Dazu gehören Häfen, Tankstellen (rund 110.000 in Europa), Ölraffinerien, mechanische Werkstätten, Waschanlagen Steckdosen, Metallindustrie, Yachthäfen, Restaurants, Hotels, chemische Industrie und Parkplätze. Die entwickelte Technologie ist relativ billig, einfach und insbesondere in Märkten mit einer entwickelten Papierindustrie leicht replizierbar. Eine erste Montagelinie wurde in Slowenien bereits getestet und eine weitere Anlage wird voraussichtlich in naher Zukunft in Finnland stehen. "Es gibt Pläne, unsere Arbeit mit einer neuen Produktionslinie in der slowenischen Papierfabrik und später mit einer anderen Produktionslinie in Finnland zu erweitern", sagt Franc Cernec, Projektleiter bei TEC. Der Prozess des erneuten Eintrags von Abfällen in den Wirtschaftskreislauf ist als Industriesymbiose oder Industrial Ecology bekannt. Dieser Prozess erhöht das Portfolio von Material- oder Energiequellen und orientiert sich an natürlich vorkommenden Ökosystemen, in denen Tiere und Pflanzen in einer Symbiose miteinander leben. Die technische Grundlage für dieses Paradigma ist, dass alle Abfälle als potentielle Ressourcen angesehen werden sollen und dass die Abkopplung der Entwicklung vom Ressourcenverbrauch als der Schlüssel für Nachhaltigkeit angesehen werden sollte. Diese Philosophie steht auch hinter Europas Initiative "Ressourcenschonendes Europa". Dieses europäische Projekt ist ein wichtiger Schritt, der beweist, was zur Erreichung der Ziele getan werden kann.Weitere Informationen finden Sie unter: Technological, Environmental and Logistics Centre: http://www.toc.si Exekutivagentur für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (EACI): http://ec.europa.eu/eaci/

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Slowenien