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Beethovenwerk nach 192 Jahren entdeckt

Ein Musikstück, das Beethoven vor 192 Jahren komponierte, wurde entdeckt und wird, vielleicht zum ersten Mal, am 25. Oktober 2012 aufgeführt. Professor Barry Cooper - einer der weltweit führenden Beethovenexperten - entdeckte das Werk, das um 1820 komponiert wurde, am Rand e...

Ein Musikstück, das Beethoven vor 192 Jahren komponierte, wurde entdeckt und wird, vielleicht zum ersten Mal, am 25. Oktober 2012 aufgeführt. Professor Barry Cooper - einer der weltweit führenden Beethovenexperten - entdeckte das Werk, das um 1820 komponiert wurde, am Rand einiger Originalentwürfe der berühmten Messe in D-Dur, der Missa Solemnis, in einem Skizzenbuch, das jetzt in Berlin liegt. Ludwig van Beethoven (1770-1827) bleibt einer der berühmtesten und einflussreichsten aller Komponisten. Zu seinen bekanntesten Kompositionen gehören 9 Sinfonien, 5 Klavierkonzerte, 32 Klaviersonaten und 16 Streichquartette. Er hat auch andere Kammermusik- und Chorwerke (einschließlich der berühmten Missa Solemnis) sowie Lieder komponiert. Dies ist eine gewaltige Leistung, wenn man bedenkt, dass er bereits im Alter von 26 Jahren sein Gehör zu verlieren begann und dennoch weiter komponierte, dirigierte und Musik machte, auch nachdem er völlig taub geworden war. Mit 50 Jahren war Beethoven in ganz Europa der größte lebende Komponist. Weshalb Beethovens taub wurde, ist nicht bekannt. Unterschiedliche Hypothesen schreiben dies Typhus, Autoimmunerkrankungen (z. B. systemischer Lupus erythematodes) und sogar seiner Gewohnheit zu, seinen Kopf in kaltes Wasser einzutauchen, um wach zu bleiben. Die Entdeckung eines völlig neuen Stücks von Beethoven ist ein äußerst seltenes Ereignis, so Professor Cooper, Wissenschaftler an der Universität Manchester - Fakultät für Künste, Sprachen und Kulturen. "Wie die Missa Solemnis, hat Beethoven diese Musik wahrscheinlich für Erzherzog Rudolph von Österreich geschrieben. Sollte sie jemals aufgeführt worden sein, ist dies wahrscheinlich bei der Zeremonie als er zum Erzbischof von Olmütz, jetzt Olomouc in der Tschechischen Republik, geweiht wurde, geschehen", so Cooper. Professor Cooper erläutert weiter: "Dieses Stück überrascht, weil es nicht nach Beethoven klingt. Wenn ich nicht seine eigene Handschrift gesehen hätte, komplett mit Korrekturen, hätte ich nicht geglaubt, es sei von ihm. Ich vermute, dass wahrscheinlich niemand dies vorher bemerkt hat, weil die erste Zeile ohne Begleitung gesungen wird, weshalb sie nicht niedergeschrieben ist und deshalb die Melodie nicht leicht zu erkennen ist. Beethoven schrieb hier etwas nieder, was eine einfache funktionale liturgische Musik ist. Das ist sehr bezeichnend, da diese in gewisser Weise auch seine Hingabe zeigt." Insgesamt komponierte Beethoven im Laufe seines Lebens 138 Stücke, die mit Opuszahlen versehen sind, mit denen die Werke eines Komponisten gekennzeichnet sind. Es gibt zusätzliche 205 Werke von Beethoven, die keine Opuszahl tragen. Diese wurden nach seinem Tod veröffentlicht und wurden als o. Op. (Werk ohne Opuszahl) gekennzeichnet. Die Entdeckung dieses seltenen Musikstücks zeigt auch, dass Beethoven hier zum ersten Mal seinen berühmten langsamen Akkordstil benutzt. Dieser wurde im Streichquartett op 132 aus dem Jahr 1825 exemplifiziert, das von Musikliebhabern als Meisterwerk betrachtet wird. Die Melodie erinnert an eine Version des eucharistischen Hymnus "Pange lingua", der auch heute noch in den Kirchen gesungen wird. Professor Cooper vergleicht diesen neuesten klassischen Fund mit einem anderen Werk Beethovens. "In jenen Tagen wurden gregorianische Choräle langsamer gesungen, weshalb es auffällig ist, dass er den gleichen langsamen Akkordstil für das Streichquartett op. 132 aus dem Jahre 1825 verwendet. Ich glaube, er machte dies hier zum ersten Mal." Der Professor kommt zu dem Schluss: "Meine Vermutung ist, dass es geschrieben wurde, um während der Liturgie im Anschluss an die Missa Solemnis aufgeführt zu werden, zum Abschluss des Gottesdienstes. Aber Beethoven war nicht abgeneigt, einer bekannten Melodie harmonisch zu unterlegen, er hatte diese bereits vorher gemacht, wenn auch nicht für einen Gregorianischen Choral. Das einzige vergleichbare Werk, ist eine Partitur aus dem Jahr 1791, die er für die Klagelieder Jeremias schrieb." Die erste bekannte Aufführung von Beethovens neuem Werk findet statt am 25. Oktober an der Universität Manchester. Eine Partitur des Stücks wird im nächsten Frühjahr im Journal der Royal Musical Association veröffentlicht.Weitere Informationen sind abrufbar unter: The University of Manchester: http://www.manchester.ac.uk/research/

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