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Wissenschaftler untersuchen Genetik der HIV-1-Resistenz

Bei Untersuchungen des genetischen Fußabdrucks, der Resistenzen im HI-Virus verursacht, haben Forscher in Europa entdeckt, dass kompensatorische Polymorphismen resistenten Viren das Überleben ermöglichen. Die im Fachblatt Retrovirology präsentierte Studie wurde teilweise durch...

Bei Untersuchungen des genetischen Fußabdrucks, der Resistenzen im HI-Virus verursacht, haben Forscher in Europa entdeckt, dass kompensatorische Polymorphismen resistenten Viren das Überleben ermöglichen. Die im Fachblatt Retrovirology präsentierte Studie wurde teilweise durch drei EU-finanzierte Projekte unterstützt: VIROLAB, EURESITS und CHAIN. VIROLAB ("A virtual laboratory for decision support in viral diseases treatment") und EURESIST ("Integration of viral genomics with clinical data to predict response to anti-HIV treatment") wurden im Rahmen des Themenbereichs "Technologien für die Informationsgesellschaft" (IST) des Sechsten Rahmenprogramms der EU (RP6) in Höhe von 3,3 Mio. EUR bzw. 2,1 Mio. EUR finanziert. CHAIN ??("Collaborative HIV und Anti-HIV drug resistance network") wurde mit knapp 10 Mio. EUR unter dem Themenbereich Gesundheit des Siebten Rahmenprogramms der EU (RP7) unterstützt. Derzeit besteht die Behandlung von HIV-1-Infektionen darin, die virale Replikation zu verhindern. Forscher messen die Anzahl der Viruspartikel im Blut und analysieren die Zahl der Differenzierungscluster für Antigen 4 (CD4), um das Immunsystem zu reparieren. Seit den frühen 1990er Jahren haben sich die Behandlung und die Lebenserwartung von HIV-Patienten deutlich verbessert. Doch aufgrund der Wirkstoffresistenz waren Forscher und Ärzte gezwungen, mit einer ganzen Artillerie von Medikamenten aufzuwarten, um eine vollständige virale Suppression zu erzielen. Virusresistenzen haben ihre Kosten, so die Forscher. Das Virus, das Wirkstoffresistenzmutationen in sich trägt, ist weniger 'fit' als der Wildtyp-Virus, wenn das Medikament nicht vorhanden ist. Deshalb sollte die Replikation nicht so einfach sein. Doch werden Behandlungen unterbrochen, dominiert der Wildtypus des Virus wieder ganz schnell. Menschen, die sich neu infiziert haben, können bereits vor dem Beginn der Behandlung resistent sein. Die Forscher des SPREAD-Projekts überwachten HIV-Infektionen in Europa, und überprüften 1 600 Personen, die sich neu mit HIV-1 Subtyp B infiziert hatten. Sie fanden heraus, dass bei 10% der Probanden eine übertragene HIV-1-Wirkstoffresistenz (transmitted drug resistance, TDR) vorlag. Das Team maß Virusproduktion und CD4-Zellzahl und beobachtete, dass es keinen Hinweis darauf gab, dass diese HIV-1-Stämme schwächer waren. Jüngste Studien haben sich auf Polymorphismen konzentriert, das sind natürliche Unterschiede in den Genen, die zu Unterschieden zwischen Tieren der gleichen Spezies, einschließlich der Blutgruppe, führen. Sie können auch die Neigung für bestimmte Krankheiten wie Krebs und Typ-2-Diabetes erhöhen. Allerdings sind Polymorphismen auch in Viren vorhanden. In dieser Studie wurde festgestellt, dass Polymorphismen in diesen HIV-1-Stämmen , insbesondere Polymorphismen in dem Gen, das für Protease kodiert, die für die virale Replikation notwendig ist, und die bekanntermaßen als kompensatorische Mechanismen wirkt, resistente Stämme auch in Abwesenheit des Medikaments 'fitter' machen. "Unsere Sorge ist, dass mit der Zeit immer mehr Menschen eine übertragene HIV-1-Resistenz (TDR HIV-1) haben", sagte Leitautor Kristof Theys von Universität Leuven in Belgien. Senior-Autorin Professorin Anne-Mieke Vandamme, ebenfalls von der Universität von Leuven, sagte: "Im Gegensatz zu dem, was erwartet wurde, kann die Übertragung des TDR-Virus auch zu einem fitteren und virulenterem HIV beitragen, was wichtige klinische Implikationen für die Behandlung dieser Menschen nach sich zieht." Experten aus Österreich, Belgien, Zypern, der Tschechischen Republik, Dänemark, Finnland, Deutschland, Griechenland, Irland, Israel, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Portugal, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien und Schweden haben zu dieser Studie beigetragen.Weitere Informationen sind abrufbar unter: University of Leuven http://www.kuleuven.be/english Retrovirology http://www.retrovirology.com/

Länder

Belgien