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Vorhersage von durch den Klimawandel bedingte Krankheiten in Afrika

Es ist allgemein bekannt, dass der Klimawandel vor allem die Entwicklungsländer trifft, aber die gesundheitlichen Folgen sind noch sehr schwer vorherzusagen. In einer gemeinsamen Anstrengung, um diese Lücke zu schließen, nahm sich das Projekt QWECI vor, Ärzte und Gesundheitsen...

Es ist allgemein bekannt, dass der Klimawandel vor allem die Entwicklungsländer trifft, aber die gesundheitlichen Folgen sind noch sehr schwer vorherzusagen. In einer gemeinsamen Anstrengung, um diese Lücke zu schließen, nahm sich das Projekt QWECI vor, Ärzte und Gesundheitsentscheidungsträger bei der Zuteilung von Ressourcen und bei der Umsetzung präventiver Maßnahmen vor dem Auftreten von Epidemien zu unterstützen. Während die Klimawandelprognosen von vielen Variablen abhängen und sie dadurch für Wissenschaftler auf der ganzen Welt wahre Rätsel aufgeben, sind die Auswirkungen des sich verändernden Wetters auf die menschliche Gesundheit noch viel ungewisser. Es ist heute weitgehend anerkannt, dass die globale Erwärmung die Konzentrationen der Luft- und Wasserschadstoffe erhöht und sich auf die Saisonalität von bestimmten Seuchen auswirkt. Aber wie lassen sich solche Veränderungen vorhersagen, insbesondere in Afrika, wo lokales Wissen in Prognoseverfahren kaum einfließt? Das QWECI-Projekt brachte Forscher aus 13 europäischen und afrikanischen Forschungsinstituten zusammen, um Daten aus Klimamodellen und Krankheitsprognosesystemen zu integrieren. Das Projekt konzentrierte sich auf Klima und Krankheit in Senegal, Ghana und Malawi und zielte darauf ab, den Entscheidungsträgern die erforderliche Zeit zu geben, um Interventionsmethoden einzusetzen und die Ausbreitung von Krankheiten wie Malaria und Rifttalfieber zu verhindern. Es wird erwartet, dass sich dadurch die Wahrscheinlichkeit einer Malariaepidemie vier bis sechs Monate im Voraus vorhersagen lässt. Andy Morse, Forschungsleiter und Klimaforscher an der Universität Liverpool im Vereinigten Königreich sprach im research*eu Magazin Ergebnisse über die Ergebnisse des Projekts sowie über die erwarteten Auswirkungen auf die Kapazität Afrikas, Gesundheitsprobleme, die durch den Klimawandel verursacht werden, vorherzusagen und Gegenmaßnahmen einzuleiten. QWECI verfolgte insgesamt das Ziel, State-of-the-art-Klimamodelle, wetterabhängige Infektionskontrolldaten für wichtige afrikanische Krankheiten und lokales Wissen über das Verhalten der Bevölkerung, Krankheiten, Vektoren und Übertragungsmuster zu kombinieren. Mit den Ergebnissen könnten Karten zum Infektionsrisiko erstellt werden, die für die Entscheidungsfindung für das medizinische Personal vor Ort und für die politischen Entscheidungen der Regierungen in anfälligen Ländern angemessen sind. Die Wertschöpfung von QWECI besteht in der Integration der zuverlässigsten Klima-basierten Vorhersagemodelle mit Modellen der Klimasteuerung auf das Krankheitsrisiko Variablen für 'Vektor-übertragene Krankheiten "(VBDs) auf mittlere und lange Zeiträume. Dies führt zu einzigartigen und aussagekräftigen Informationen, die schnell an die Endbenutzer übermittelt werden können und eine Quantifizierung und Vorhersage der Auswirkungen von Klima und Wetter auf die Gesundheit in Afrika ermöglichen. In den späten 1990er Jahren wurde offensichtlich, dass eine Notwendigkeit für die bessere Vorhersage und Eindämmung von Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel in den Entwicklungsländern und vor allem in Afrika besteht. Klimamodelldatensätze für Folgenbewertungen wurden kaum verwendet und die Forschungsgruppe wollte sich verstärkt für ihre weitere Verbreitung einsetzen. Es ist schwierig, ein Projekt für ein so großes Gebiet zu betreiben, das so weit entfernt von Europa liegt, während die Modellergebnisse von lokalen Benutzern auch weiterhin aufgenommen werden sollen. Die Forscher konnten dieses Problem überwinden, indem sie durch die Organisation von nationalen und lokalen Workshops, wichtige regionale Partner und Anwender an Bord holten. Das Projektteam hat die Malariamodellierung durch saisonal angelegte Ensembleprognosesysteme an die Spitze getrieben. Die Fähigkeit der Region Malariamodellierungstechniken zu nutzen und mit diesen zu interagieren, wurde auch durch lokale Parametereinstellungen aus in der Region durchgeführten Feldstudien und durch Methoden, wie Langstrecken-WLAN, entwickelt, um die Ergebnisse an die lokalen Benutzer weiterzuleiten. Durch internationale Workshops und Besichtigungen half QWECI, das Wissen von Ärzten vor Ort in isolierten Gemeinden und State-of-the-art-Modellierungsexpertise zu verbreiten. Das Projekt ermöglichte auch die langjährige Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Instituten, Ländern, wissenschaftlichen Gemeinschaften und Gesundheitsagenturen in Afrika und Europa, was zur Erleichterung zukünftiger gemeinsamer Anstrengungen beitragen sollte. Gelingt es dem Projekt das QWECI Malariamodell innerhalb eines saisonalen Ensembleprognosesystems voll funktionsfähig zu machen, wird ein effektives Stadium erreicht worden sein, von dem aus sich ein pan-afrikanisches Frühwarnsystem entwickeln ließe. In Zukunft möchte das Team ähnliche Systeme für andere klimabedingte vektorübertragene Krankheiten entwickeln, einschließlich des Rifttalfiebers, das vor allem Tiere betrifft aber auch beim Menschen schwere Erkrankungen hervorrufen kann. Das Projekt wurde von der Universität Liverpool im Vereinigten Königreich koordiniert.Weitere Informationen sind abrufbar unter: QWECI http://www.liv.ac.uk/qweci/ Projektdatenblatt

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