Skip to main content

Article Category

Article available in the folowing languages:

An einem Tag Nachrüstprojekte für einen ganzen Stadtteil schaffen

In Nachrüstprojekten müssen viele Interessengruppen zusammenarbeiten. Gleichzeitig erschwert die Nutzung unterschiedlicher Planungsinstrumente und -konzepte die Kommunikation. Mit der Plattform OptEEmAL haben sie nun die Möglichkeit, alle ihre Daten an einem Ort zu sammeln und das optimale Nachrüstszenario für einen ganzen Stadtteil an einem Tag zu berechnen.

Industrielle Technologien
Energie

Die Planung von Projekten für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden ist ein komplexer Vorgang. Sanierungsmaßnahmen leiden unter unnötiger Fragmentierung, langen Abläufen und Unsicherheiten. Das verhindert den weiteren nachhaltigen Umbau der Bestandsgebäude und erschwert das Erreichen der ehrgeizigen Ziele der EU, die Emissionen bis 2030 um 40 % zu senken. Es werden neue Lösungen benötigt, die die Zusammenarbeit erleichtern und den gesamten Prozess verbessern. In Anbetracht dieser Herausforderungen wurde im EU-finanzierten Projekt OptEEmAL eine leistungsstarke Kooperationsplattform geschaffen, die es den Beteiligten ermöglicht, eine integrierte und systemische Planung für ihre Nachrüstprojekte zu entwickeln. Das neue intelligente Tool hilft ihnen bei der Wahl der besten Nachrüstlösung für Energie- und Kosteneffizienz und verringert die Planungszeit von einigen Wochen auf 24 Stunden.

Einem fragmentierten Markt begegnen

Die Fortschritte bei der Nachrüstung von Gebäuden innerhalb der EU verlaufen weiterhin schleppend und sind fragmentiert. Die Sanierungsrate wird derzeit auf 1,5 % pro Jahr geschätzt. Die Fragmentierung des Nachrüstmarktes spiegelt sich in der schlechten Kommunikation zwischen den Parteien wieder, die zu einem Projekt beitragen. „Den Anforderungen mehrerer Interessengruppen – mit häufig widersprüchlichen Interessen – gerecht zu werden, ist der Schlüssel zur Umstellung der Bestandsgebäude auf Niedrigenergiestandards. Der Wechsel zu einer integrierten Projektabwicklung ist eine wichtige Bedingung dafür, dass Projekte in der Bauindustrie realisiert werden können“ sagt Miguel Ángel García-Fuentes, Geschäftsentwickler bei Cartif Technology Centre in Spanien. Für eine integrierte Projektabwicklung stellt die Plattform OptEEmAL die Grundlage für eine breite Zusammenarbeit unter den Interessengruppen dar. Das Miteinbeziehen aller Interessengruppen in allen Projektphasen beugt Konflikten vor, fördert den Austausch von Wissen und spart Zeit und Ressourcen. Der Ansatz der integrierten Projektabwicklung wird in der ersten Phase des Projekts bei der Konzeptualisierung, der Entwicklung von Kriterien und den Planungsstufen angewendet. Ein anderes wichtiges Werkzeug für diese neue Ebene der Zusammenarbeit ist die Gebäudedatenmodellierung. Die Verbindung der Plattform OptEEmAL mit einem vorhandenen Gebäudedatenmodellierungs- oder CityGML-System ermöglicht es allen Interessengruppen, Projektdaten ganz einfach zu generieren, zu verwalten und gemeinsam zu nutzen. Dabei haben sie Zugriff auf weitere Ressourcen und ein breiteres Spektrum an Fachwissen.

OptEEmAL – die optimale Lösung

Die reale Erfassung und Wiedergabe der Wertschöpfungskette von Nachrüstungen ist einer der Eckpfeiler von OptEEmAL. Nachdem die Nutzer alle erforderlichen Daten, einschließlich der Gebäudedatenmodellierungs- und CityGML-Modelle, eingegeben haben, transformiert OptEEmAL diese für die Überprüfung der aktuellen Bedingungen und der vorgeschlagenen Nachrüstszenarien. Das Problem wird als eine Reihe von Datenmodellen begriffen, welche die Energie-, Komfort-, Wirtschafts- und Umweltleistung des Stadtteils darstellen. Die Modelle enthalten auch Informationen über die Energiewirtschaft der Einwohner, über Randbedingungen oder gewünschte Ziele. Nach der Erstellung der Basismodelle schlägt OptEEmAL automatisch einige mögliche Nachrüstszenarien vor, indem Energiesparmaßnahmen aus dem entsprechenden Katalog kombiniert werden. Schließlich werden den Nutzern die besten Szenarien anhand der eingegebenen Priorisierungskriterien präsentiert. „Diese Stufe der Automatisierung wie sie mit OptEEmAL möglich ist, übertrifft selbst modernste Tools. Bis heute ist die Prüfung möglicher Alternativen eine zeitraubende Angelegenheit. Außerdem erfordern die verschiedenen Tools zur Simulation der Nachrüstszenarien aufgrund mangelnder Interoperabilität die Erstellung von Ad-hoc-Modellen. Hinzu kam, dass der Mangel an Informationen über bestimmte Technologien zu erhöhten Unsicherheiten im Prozessverlauf führte und Investitionen in die Sanierung verhinderte“, so García-Fuentes. García-Fuentes folgert, dass „OptEEmAL Nachrüstungen für alle Beteiligten einfacher und profitabler gestalten kann, und mindestens 19 % der Nachrüstkosten einspart.“

Schlüsselbegriffe

OptEEmAL, Nachrüstung, Interessengruppen, integrierte Projektabwicklung, Gebäudedatenmodellierung, Stadtteil, Energiesparmaßnahmen

Entdecken Sie Artikel in demselben Anwendungsbereich