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5G-Technologie geht unter Tage

Eine EU-Initiative hat in einem Bergwerk in Schweden ein 5G-Funknetz installiert. Diese Technik wird zur Erhöhung der Sicherheit und Steigerung der Produktivität bei gleichzeitiger Senkung der CO2-Emissionen beitragen.

Digitale Wirtschaft

In nahezu allen wichtigen Industriezweigen dienen Automatisierung und Digitalisierung zur Steigerung der Effizienz. Aufgrund der rasanten Fortschritte in der künstlichen Intelligenz und Robotertechnik sowie Innovationen im Bereich Röntgenbeugung und bei Elektrofahrzeugen hält die nächste technische Revolution nun auch im Bergbausektor Einzug. Laut einem Weißbuch des Weltwirtschaftsforums und von Accenture könnte die Digitalisierung bis 2025 der Bergbauindustrie, den Kunden, der Gesellschaft und der Umwelt eine Wertschöpfung von mehr als 425 Mrd. USD einbringen. Auch eine Verringerung der CO2-Emissionen um 610 Mio. t sowie eine erhebliche Verbesserung der Sicherheit, die Rettung von Menschenleben und die Prävention von Verletzungen liegen im Bereich des Möglichen. Im Sinne der Vision von der Erschaffung eines nachhaltigen und intelligenten Bergbaus hat ein Expertenteam im Rahmen des EU-finanzierten Projekts SIMS (Sustainable Intelligent Mining Systems) ein 5G-Funknetz entwickelt. Einer Pressemitteilung auf der Projektwebsite zufolge haben die Projektpartner Boliden und Ericsson zusammen mit Telia in der schwedischen Kankberg-Mine von Boliden ein 5G-Netzwerk unter Einsatz der Luftschnittstelle New Radio (NR) installiert. Peter Burman, Programmleiter bei Boliden, sagt dazu: „Wir arbeiten aktiv am Einsatz von Robotern, um die Produktivität und Sicherheit im Bergwerk zu verbessern, wozu zukunftssichere Kommunikationslösungen erforderlich sind. 5G ist hier eine wichtige Komponente, die eine fortgeschrittene Automatisierung und damit eine sicherere und nachhaltigere Grube ermöglicht.“

Bergwerk der Zukunft

In derselben Pressemitteilung werden die Vorteile der 5G-Technologie gegenüber anderen Kommunikationslösungen in Hinsicht auf die Konnektivität in schwierigen Umgebungen wie etwa beim Bergbau hervorgehoben. „Mit Merkmalen wie sehr kurzen Reaktionszeiten und der Option der lokalen Datenverarbeitung ist 5G die am besten geeignete Technologie, um die Sicherheits- und Effizienzanforderungen eines Bergwerks zu erfüllen.“ Magnus Leonhardt, Leiter für Strategie und Innovation bei Telia, ergänzt: „Um beispielsweise die Sicherheit in der Mine zu gewährleisten, muss das Netzwerk auch dann funktionieren, wenn die Kommunikation zur Außenwelt unterbrochen ist. Mit dem von uns aufgebauten Netzwerk kann nun zuverlässig die Kommunikation sichergestellt werden.“ 5G NR ist der globale Standard für eine einheitliche, leistungsfähigere, drahtlose 5G-Luftschnittstelle, die deutlich rasantere und reaktionsschnellere mobile Breitbanderfahrungen und eine Erweiterung der mobilen Technologie zu bieten hat, um etliche neue Industriezweige einzubinden. Die Luftschnittstelle bezieht sich auf den Hochfrequenzabschnitt der Schaltung zwischen dem mobilen Gerät und der aktiven Basisstation. Das laufende Projekt SIMS ging an den Start, um neue Technologien für die Bergbauindustrie zu entwickeln, zu erproben und zu demonstrieren. Ein Beispiel ist der Einsatz von Drohnen zur Erkundung von Tunneln, ohne dass Menschen Risiken eingehen müssen. Die Projektpartner vertreten die Ansicht, dass Technik dieser Art für Inspektionen nach Sprengungen und Steinschlägen sowie bei Schachtinspektionen von Nutzen sein könnte. Außerdem könnten mit mehreren Sensoren und einer Wärmebildkamera ausgestattete autonome Drohnen die Produktivität steigern, so dass Inspektionen weniger zeitaufwändig ausfallen. Weitere von SIMS abgedeckte Technologien sind ferngesteuerte Maschinen, Simulatoren für virtuelle Realität und automatisierte Elektrofahrzeuge. Zum Beispiel planen die SIMS-Partner eine dieselfreie Untertagemine mit mobilen, batteriebetriebenen Maschinen wie etwa Radladern, Lastkraftwagen und Baggern. Sie gehen von einer Produktionssteigerung um 40-80 % durch den Einsatz autonomer Maschinen aus, und sind der Ansicht, dass Verbesserungen in den Minenleitstellen die Produktion um 10-20 % steigern könnten. Die Partner betonen auch, dass der Einsatz von batteriebetriebenen Fahrzeugen unter Tage Energie einsparen und die CO2-Emissionen senken würde, und zwar „in einer Größenordnung von 250 Tonnen/Jahr pro Maschine unter Tage bzw. 4 000 Tonnen/Jahr in einer typischen Untertage-Metallmine mit 1 Mio. Tonnen/Jahr“, wie es auf CORDIS heißt. Weitere Informationen: SIMS-Projektwebsite

Länder

Schweden

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