Skip to main content

Article Category

Article available in the folowing languages:

Unterstützung europäischer Bildungseinrichtungen bei Schaffung eines Bewusstseins für Nachhaltigkeit und Energieeffizienz

Junge Menschen für das Thema Energieverbrauch zu sensibilisieren und ihr Verhalten sowie ihre Gewohnheiten in diesem Bereich zu ändern, sind der Schlüssel, wenn es um die Realisierung nachhaltiger Energieeinsparungen und letztlich einer Senkung des Verbrauchs in Schul- und Lehrgebäuden geht. Eine EU-Initiative hat zu diesem Zweck ein neuartiges IKT-Ökosystem für umweltfreundlichere Schulen erarbeitet.

Digitale Wirtschaft
Klimawandel und Umwelt
Energie

Das EU-finanzierte Projekt GAIA richtete sich an die Bildungsgemeinschaft, einschließlich Personal, Lernender und Eltern auf verschiedenen Stufen des Bildungssystems von Grund- und weiterführenden Schulen bis zu Universitäten. Ein Augenmerk wurde dabei sowohl auf diese Nutzerschaft als auch auf deren Schul- und Lehrgebäude in ganz Europa gerichtet. „Der Klimawandel sowie die Verpflichtung Europas, auf die Herausforderungen zu reagieren, die diese Wirklichkeit mit sich bringt, motivierten das Projekt“, erläutert Dr. Georgios Mylonas. „Wir möchten Lernende, Lehrende und Eltern dazu anregen, ihr Verhalten zugunsten einer höheren Energieeffizienz zu verändern.“

Energieeffizienz mithilfe von Bildungsgemeinschaften erreichen

Das Team von GAIA konstruierte und installierte eine umfassende Infrastruktur für das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) in 25 Bildungseinrichtungen in Griechenland, Italien und Schweden. Dieses digitale Ökosystem vernetzte Lernende und Lehrende aus ganz Europa miteinander. Das Hauptziel bestand darin, ein Bewusstsein für Energieverbrauch und Nachhaltigkeit zu schaffen. Grundlage hierfür bildeten Sensordaten, die in den Schul- und Lehrgebäuden erfasst wurden, in denen die Lernenden und Lehrenden unterrichtet werden und arbeiten. Die Teammitglieder nutzten diese Daten als Grundlage für die Eingliederung von Bildungsmaßnahmen mit Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Energie in die Lehrpläne. Die in diesen Gebäuden installierte IoT-Infrastruktur beobachtet den dortigen Energieverbrauch in Echtzeit, sowie mehrere Umgebungsparameter im Innen- und Außenbereich. Ein Instrumentensatz ermöglicht Zugriff auf die erfassten Daten und verfügt über Funktionen, welche die von den teilnehmenden Schulen und Lehrkräften gemeinsam entwickelten Bildungsmaßnahmen unterstützen. Die spielerisch gestaltete Plattform GAIA Challenge führt Lernende an die Themen Stromverbrauch und Energieeinsparung heran. Zudem helfen Echtzeitdaten von Sensoren in den Gebäuden sowie aus partizipativer Erfassung dabei, den tatsächlichen Einfluss des Verhaltens der Lernenden zu visualisieren und ermöglichen über spielerische Elemente einen Wettbewerb zwischen verschiedenen Bildungseinrichtungen. Über 3 000 Lernende und 200 Lehrkräfte nahmen im Laufe des Projekts direkt an den Aktivitäten im Rahmen von GAIA teil und trugen durch Veränderung ihres Verhaltens zur Erreichung von Energieeinsparungen bei. Bei Befragungen, die an teilnehmenden Bildungseinrichtungen vor Projektende durchgeführt wurden, antworteten 75 % der Lernenden, dass GAIA einen positiven Einfluss auf sie genommen hatte. Um effektive Energieeinsparungen zu beziffern: In manchen der Bildungseinrichtungen wurden Ergebnisse im Bereich 15-20 % erzielt. Dies konnte durch Fokussierung auf den im Endverbrauch beeinflussbaren Teil des Energieverbrauchs erreicht werden. Gleichzeitig wurde der normale Schulbetrieb so wenig wie möglich gestört.

Eine Kultur des energieeffizienten Lebens fördern

„Ein wichtiger Faktor für das gemeinnützige Engagement war der Wettbewerb“, erklärt Dr. Mylonas. „Das Interesse der Lernenden wurde durch die Aussicht darauf, sich mit Gleichaltrigen aus anderen Bildungseinrichtungen und Ländern zu messen, geweckt. So konnten sie für die Teilnahme am Wettstreit um Energieeinsparungen und ähnliche Konzepte von GAIA begeistert werden.“ Die im Zuge des Projekts gemachten Erfahrungen zeigen, dass eine spielerische Heranführung und ein Wettbewerb unter den Bildungseinrichtungen in ganz Europa sich sehr vorteilhaft auf die Beteiligung der Lernenden an Lehrveranstaltungen zu Nachhaltigkeit und Energie auswirken und wesentlich zum Erfolg ähnlicher Initiativen beitragen kann. Das Netzwerk der Bildungseinrichtungen und die entwickelten Softwareinstrumente blieben während des akademischen Jahres 2019/2020 aktiv. Handbücher und Lernmaterialien waren über die Projektwebsite erhältlich und ermöglichten es Bildungseinrichtungen sowie Lehrkräften, die Projektergebnisse unabhängig vom Standort zu nutzen. „Die Weiterbildung in ökologischer Nachhaltigkeit im Rahmen von GAIA und die dazugehörigen Bewusstsein schaffenden Initiativen zum Thema Energieeffizienz ließen die Lernenden erkennen, dass Energieverbrauch in großem Maße von der Summe individueller Verhaltensweisen an Orten wie Bildungseinrichtungen oder zu Hause beeinflusst wird, und half ihnen, in der Praxis erhebliche Energieeinsparungen zu erzielen“, schließt Dr. Mylonas. „Eine Veränderung des Verhaltens und die Umsetzung einfacher Maßnahmen in diesen Umgebungen können zu enormen Energieeinsparungen führen.“ Das Konsortium verfolgt weiterhin aktiv neue Partnerschaften mit Schulen sowie die Ausweitung des während des Projekt aufgebauten Netzwerks. Zwei neue Schulen konnten in den Monaten nach Ende des Projekts dazugewonnen werden.

Schlüsselbegriffe

GAIA, Bildungseinrichtung, Lernende, Verhalten, Energieeffizienz, Energieeinsparungen, Energieverbrauch, Lehrende, Pädagogen, Weiterbildung in Nachhaltigkeit, Gamifikation

Entdecken Sie Artikel in demselben Anwendungsbereich