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Inhalt archiviert am 2023-04-13

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CORDIS nimmt an der Europäischen Woche der Regionen und Städte teil

Die Europäische Woche der Regionen und Städte ist seit 2003 eine jährliche, viertägige Veranstaltung, die vom 7. bis 10. Oktober in Brüssel stattfindet und zu einem wichtigen Ereignis für die Regionalpolitik und Stadtentwicklung geworden ist. In diesem Jahr war CORDIS stolz darauf, als Aussteller und durch die Teilnahme an Sitzungen unter den etwa 9 000 Anwesenden vertreten zu sein.

Die Europäische Woche der Regionen und Städte ist die weltweit größte Veranstaltung, die speziell auf die Regionalpolitik und Stadtentwicklung ausgerichtet ist. Vor dem Hintergrund eines neu gewählten Europäischen Parlaments und der abschließenden Zusammenstellung des neuen Kollegiums der Kommissionsmitglieder wurde die 17. Auflage passenderweise mit zukunftsorientierten Themen ins Leben gerufen: „Die Zukunft der EU und die Rolle der Regionen und Städte“, „Ein bürgernäheres Europa“ und „Ein grüneres Europa“. Die Veranstaltung bot die einzigartige Chance, in die zahlreichen kreativen Methoden einzutauchen, durch die Regionen und Städte EU-Mittel ausschöpfen, um Europa auf breiter politischer Ebene intelligenter, umweltfreundlicher und integrativer zu machen, und das Leben der Bürgerinnen und Bürger im Alltag zu verbessern. Da die Veranstaltung einer 2010 gestarteten Vision zur Reduzierung der Abfallproduktion folgt, bot die Ermutigung zu papierlosen Ausstellungen viele Möglichkeiten zum praktischen Lernen – auf den Ausstellungen wurden Virtual-Reality-Geräte bis hin zu Bier auf der Basis von Brotkrumen präsentiert.

Bürgernäher sein

Eine denkwürdige Maßnahme, um der Arbeit der EU unter den Bürgerinnen und Bürgern, unabhängig von Lebensort oder Tätigkeit, mehr Bedeutung zu geben, wurde in der Ausstellung des Wissenschaftlichen Dienstes des Europäischen Parlaments(öffnet in neuem Fenster) unter dem Motto „DAS TUT DIE EU FÜR MICH“(öffnet in neuem Fenster) präsentiert. Den Mittelpunkt der Initiative bildet eine durchsuchbare Multimedia-Website, auf der thematische oder regionale Zusammenfassungen zu möglichen Verbesserungen des Alltagslebens durch EU-Mittel vorgestellt werden. Diese Zusammenfassungen betreffen generelle Maßnahmen wie Strategien zum Schutz personenbezogener Daten bis hin zu alltäglicheren Maßnahmen wie beispielsweise die Kennzeichnung von Produkten zur Gewährleistung von Sicherheitsnormen. Doch neben der Präsentation von Maßnahmen zur Vermittlung der Bedeutung von EU-Projekten für das Leben der Bürgerinnen und Bürger hob die Veranstaltung auch Arbeit hervor, die im Vorfeld das Ziel hat, den Anforderungen der Bürger in EU-Projekten mehr Bedeutung zu verleihen. Ein Workshop mit dem Titel „Wissenschaft für Bürger: wie Wissenschaft auf Regionen und Städte trifft“ begann mit einer Podiumsrede, in der vor dem Hintergrund des gestiegenen Misstrauens gegen Sachverständige und Fachwissen darauf hingewiesen wurde, dass die Miteinbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in die Forschung von Beginn an jetzt ein dringendes Anliegen sei. Aufbauend auf diesem Thema betonte Marzia Mazzonetto, Projektmanagerin bei der Initiative ECSA (European Citizen Science Association), die Teil von EU-Citizen.Science(öffnet in neuem Fenster) ist, dass alle miteinbezogen werden könnten. Sie zitierte ein EU-finanziertes Projekt namens D-NOSES(öffnet in neuem Fenster), das die Bürgerinnen und Bürger von Barcelona dazu befähigt, Geruchsprobleme in ihrer näheren Umgebung zu kartieren, indem diese durch eine speziell gestaltete App gemeldet werden. Das Projekt läuft in zehn Städten in ganz Europa (und außerhalb Europas) und die langfristigeren Pläne bestehen in der Entwicklung einer Beobachtungsstelle für Gerüche. Mazzonetto betonte, dass die Kraft von Initiativen wie dieser darin liege, dass die Menschen Handlungsdruck auf die Politiker und politischen Entscheidungsträger ausüben könnten, sobald Daten vorhanden seien. In Barcelona gab es seit dem Start des Projekts im Jahr 2016 in der Tat 270 Beschwerden von mindestens 35 verschiedenen Benutzern.

Die „Vierfachhelix“ der Interessengruppen

Doch was geschieht, wenn Anforderungen oder Ambitionen in Konflikt zueinander stehen? Laut Podiumsrednerin Nhien Nguyen, außerordentliche Professorin an der Technisch-Naturwissenschaftlichen Universität Norwegens, kann die Übernahme des „Vierfachhelix“-Ansatzes helfen, die Bürgerinnen und Bürger, Wissenschaft, Industrie und öffentliche Behörden auf lokaler, nationaler und transnationaler Ebene miteinzubeziehen. Hierbei haben alle wichtigen Interessengruppen eine Stimme und nachdem das bestehende Ökosystem gemeinsam kartiert wurde (nicht nur unter Einbindung von wissenschaftlichen Beweisen, sondern auch von stillem Wissen), können gemeinschaftlich angemessene Strategien erarbeitet werden. Im Gespräch mit CORDIS fügte Nguyen hinzu: „falls die Bürgerwissenschaft funktionieren soll, muss es eine gemeinsame Verständnisgrundlage geben.“ Sie erklärte weiter, dass die Kultivierung einer kritischen Denkweise neben der Übersetzung von bestimmten Fachbegriffen, die politische Entscheidungsträger ebenso gerne verwendeten, wie Wissenschaftler, entscheidend sei, um dies zu erreichen. Sie hob zudem hervor, dass es wichtig sei, die Bürgerwissenschaft unterhaltsam und bedeutsam zu machen, ehe sie anmerkte: „Falls die Leute wissen, dass dies ihr Recht ist, ist die Wahrscheinlichkeit für das Engagement der Bürgerinnen und Bürger größer.“

Die Kraft der Mitgestaltung

Ein Messestand, der die Aufmerksamkeit von CORDIS erweckte, war das EU-finanzierte Projekt BLOOM(öffnet in neuem Fenster), das ins Leben gerufen wurde, um mit fünf regionalen Zentren, die als Versuchsgemeinschaften eingerichtet wurden, das Wissen der Bürgerinnen und Bürger über die Bioökonomie vertiefen. Zur Ermittlung wichtiger Zielgruppen, Hindernissen und Möglichkeiten und zur letztlichen Entwicklung von Öffentlichkeitsarbeit führte das Projekt auch Workshops zur Mitgestaltung mit Interessengruppen durch. Ein überaus praktisches Ergebnis, das bereits in Verbindung mit dem Europäischen Schulnetz(öffnet in neuem Fenster) erreicht wurde, war eine Reihe von Unterrichtshilfsmitteln zur Bioökonomie, die auf Lehrkräfte ausgelegt sind und laut der Aussage von Dr. Norbert Steinhaus bei unserem Besuch des BLOOM-Messestands „fast so wie ein Kochbuch funktionieren“. Der Ansatz wird jetzt mit Lehrkräften in zehn Ländern erprobt. Der Prozess resultierte bislang zudem in einem öffentlich zugänglichen Leitfaden zur Mitgestaltung und Dr. Ilse Marschalek, die ebenfalls am Projekt mitwirkt, wies darauf hin, dass „die Saat für spätere Projekte und für die Befähigung der Menschen zum Start ihrer eigenen Projekte gesät wurde.“ Angesichts der bevorstehenden Initiative Horizont Europa freut sich CORDIS darauf, in einer zukünftigen Auflage der Europäischen Woche der Regionen und Städte zu sehen, welche Früchte diese Inspiration getragen hat.

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