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Ein Schritt zu mehr Biomassenutzung in Europa

Eine EU-Initiative hat erfolgreich Miscanthus für die Erzeugung von Biomasse getestet. Mit der eingesetzten Technologie könnte das volle Potenzial dieser vielversprechenden Energiepflanze ausgeschöpft werden.

Lebensmittel und natürliche Ressourcen

Um den Klimawandel zu bekämpfen, Ernährungssicherheit zu garantieren, nachhaltige Rohstoffe zu erzeugen und vielfältigere Energiequellen zu nutzen, muss die Produktion und Mobilisierung von Biomasse gesteigert werden. Insbesondere die Entwicklung von Nutzpflanzen, die auf Grenzertragsflächen oder ungenutzten Flächen wachsen können, wird wohl beim Wandel von einer fossilen zu einer biobasierten Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen. Als Antwort darauf haben die Partner des EU-finanzierten Projekts GRACE (GRowing Advanced industrial Crops on marginal lands for biorEfineries) eine Technologie getestet, die Biomasse aus Miscanthus in Lignozellulose-Zucker und -Ethanol umwandelt. Laut einer Pressemitteilung des Projektpartners INA-Industrija nafte, d.d. (INA), wurde 2019 auf einem Demonstrationsfeld in Kroatien Miscanthus geerntet. In der vorkommerziellen Anlage des Spezialchemieunternehmens Clariant in Deutschland wurden dann etwa 30 t dieser Biomasse weiterverarbeitet. „Dank der hochmodernen Technologie konnte hochqualitatives Bioethanol hergestellt werden, das mit fossilen Brennstoffen gemischt wird“, sagt Stjepan Nikolić, Operativer Leiter für Raffinerie und Marketing bei INA. Er fügt hinzu: „Das ist nur einer von vielen Schritten, die noch vor uns liegen, um die Vorgaben für die Entwicklung einer Bioraffinerie in Sisak zu erfüllen.“

Potenzial hochskaliert

Miscanthus, ein mehrjähriges Gras aus Südostasien, ist interessant geworden, weil seine Biomasse für verschiedene Prozesse wie Verbrennung, Umwandlung in Bioethanol, Herstellung von Baustoffen und Grundchemikalien verwendet werden kann. Ohne in Konkurrenz mit Nahrungs- und Futterpflanzen zu treten, werden Miscanthus und Hanf auf Flächen angebaut, die aufgegeben wurden oder aufgrund von niedrigen Erträgen oder Verseuchung durch Schwermetalle weniger für die Nahrungsmittelerzeugung geeignet sind. Im Rahmen von GRACE soll der Anbau von Miscanthus und Hanf auf Niedrigertragsböden, kontaminierten oder stillgelegten Flächen hochskaliert werden. „Im Projekt wird anhand von zehn verschiedenen Demonstrationsfällen gezeigt, wie der Anbau von Biomasse mit einer annähernd industriellen Produktion unterschiedlicher biobasierter Produkte verknüpft werden kann“, heißt es auf der Projektwebsite. Das noch laufende Projekt GRACE baut auf Erkenntnissen aus den EU-finanzierten Projekten OPTIMISC und MULTIHEMP auf, die 2016 bzw. 2017 abgeschlossen wurden. Auch diese Projekte befassten sich mit dem Anbau von Miscanthus und Hanf für verschiedene Endanwendungen. Im CORDIS-Informationsblatt heißt es: „Beide Projekte haben jedoch auf kleinen Versuchsfeldern gearbeitet und die Nutzungsoptionen nur im Labormaßstab ermittelt. Noch gibt es keine Miscanthus- oder Hanfsorten, die speziell für Grenzertragsflächen geeignet wären. Eine große Hürde für die Entwicklung solcher Sorten ist, dass es so wenige Informationen über ihre Leistung im großen Maßstab gibt. Darum gilt es als nächstes nachzuweisen, dass sich ihre Erzeugung hochskalieren lässt, wenn diese Biomassepflanzen für die wachsende Bioökonomie entwickelt werden sollen.“ Im GRACE-Konsortium wirkten Partner von Universitäten, aus dem Agrarsektor und der Industrie mit. Weitere Informationen: GRACE-Projektwebsite

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