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BuyZET – Procurement of innovative solutions for zero emission urban delivery of goods and services

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Waren und Dienstleistungen anders transportieren und damit Emissionen in Stadtgebieten reduzieren

Städte sind auf den Verkehr angewiesen. Man denke dabei nur an den öffentlichen Verkehr: Wartungs- und Reparaturdienste, Bauarbeiten, Müllabfuhr und Warenlieferungen. Nichts davon ist umweltfreundlich. BuyZET regelt das Problem bereits in der Phase der Vergabe öffentlicher Aufträge.

Verkehr und Mobilität

Fast alle von der Stadt verwalteten Verträge haben mit Verkehr und Transport zu tun. Sei es nun die Elektrikerfirma, die öffentliche Einrichtungen zur Ausführung von Reparaturen anfährt, oder auch die Anlieferung der Schulspeisung. Die Stadt Kopenhagen schätzt, dass die Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen jährlich mit 8,3 Mio. Fahrtkilometern im Stadtgebiet (und das ohne Einbeziehung des öffentlichen Verkehrs) verbunden ist. Emissionsfreie Optionen für Anlieferungen hätten daher deutlich positive Auswirkungen auf die Umwelt. Die hier und heute im Wege stehenden größten Hindernisse sind die Kosten und das mangelnde Bewusstsein in Bezug auf die Verfügbarkeit geeigneter Fahrzeuge. Angesichts der schnell steigenden Kosteneffizienz von Elektrofahrzeugen könnte jedoch die Vergabe von Aufträgen an den öffentlichen Sektor Investitionen in emissionsfreie Fahrzeuge fördern. Das EU-finanzierte Projekt BuyZET hat ein emissionsfreies Anlieferungsmodell für Kopenhagen, Oslo und Rotterdam entwickelt, das auf die meisten Vergabeverfahren anwendbar ist. Die Modelle werden im BuyZET-Handbuch und in detaillierten Plänen zur Vergabe öffentlicher Aufträge beschrieben, die von den einzelnen Städten veröffentlicht werden.

Quantifizierung und Verkleinerung des Fußabdrucks des öffentlichen Beschaffungswesens

Zu Beginn berechnete jede Stadt ihren Fußabdruck in Bezug auf die Vergabe öffentlicher Aufträge im Verkehr, wobei die Anzahl der Fahrten mit Fahrzeugen und die zurückgelegten Entfernungen in Zahlen gekleidet wurden. Es kamen verschiedene Ansätze zum Einsatz (alle in den Berichten zum Fußabdruck der einzelnen Städte dokumentiert), die sich jedoch hauptsächlich auf die Analyse von Rechnungen und die darauffolgende Hochrechnung des Verkehrsbedarfs stützten. „Es mangelte an verfügbaren Daten über die Vergabe öffentlicher Aufträge im Verkehr, die relativ einfach zu erheben wären, und zusätzlich zur Förderung der emissionsfreien Anlieferung ein klareres Bild der anderen Auswirkungen, etwa des Verkehrsflusses, zeichnen könnten“, sagt Projektkoordinator Simon Clement. Auf Grundlage der Ergebnisse konzentrierte sich jede Stadt auf zwei Bereiche der Vergabe öffentlicher Aufträge. Man beriet sich mit den Lieferanten, um potenzielle emissionsfreie Optionen zu ermitteln, bevor anstehende Ausschreibungen zur Anwendung ihrer Beschaffungspläne identifiziert werden. In sämtlichen Städten wiesen Wartungs- und Reparaturdienstleistungen für öffentliche Einrichtungen (Elektriker-, Klempner-, Reinigungsunternehmen usw.) einen beträchtlichen Emissionsfußabdruck auf. In Oslo wurde die Aufmerksamkeit auf die Sammlung von Gewerbeabfällen gelenkt, während in Rotterdam die Baustoffe für Arbeiten an öffentlichen Infrastrukturen den größten Fußabdruck hatten. In Kopenhagen hatte die Summe der kleineren Warenlieferungen einen erheblichen Einfluss. Der Ansatz von BuyZET wurde bereits in Rotterdam und Oslo auf eine Reihe von öffentlichen Aufträgen angewandt (z. B. bei Schlosserdienstleistungen und der Lieferung von Mobiltelefonen in Oslo sowie Wartungs- und Reparaturverträgen in Rotterdam). So kamen mehr emissionsfreie Lieferungen zustande. Außerdem haben sich die Pläne als praktisch umsetzbar erwiesen, ohne höhere Kosten als bisher zu verursachen. Beide Städte planen nun, das Modell auf die Aktivitäten der Stadt in Bezug auf die Vergabe öffentlicher Aufträge auszudehnen. Kopenhagen erwartet eine Entscheidung auf politischer Ebene, die hoffentlich noch in diesem Jahr fallen wird. „Es ist unverzichtbar, dass Sie Ihre Ziele mit den gegenwärtigen und potenziellen zukünftigen Lieferanten besprechen. Engagement am Markt kann hilfreich dabei sein zu erkennen, welche Optionen realistisch sind und wie Sie die Lieferanten bei der Einführung von emissionsfreien Lieferoptionen unterstützen können, die bereits von vielen angestrebt wird“, erklärt Clement.

Auswirkungen ausweiten

Weitere interessierte Städte behielten die Kerngruppe der Städte im Blick. Dazu gehörten Southampton, Bielefeld, Jerusalem, Bologna, Manchester und München sowie die Region Brüssel. Alle entwickelten Methoden stehen auf der BuyZET-Website zur Verfügung und wurden den europäischen Behörden über die Netzwerke von ICLEI und Polis auf umfassende Weise mitgeteilt. Um die Arbeit weiter voranzubringen, verfolgt das Team die Absicht, praktikable Modelle für Konsolidierungszentren für die Vergabe öffentlicher Aufträge zu untersuchen, anhand derer die städtischen Behörden und der Privatsektor bei Ausschreibungen zusammenarbeiten können. Es wurde bereits ein neun europäische Städte umfassender Forschungsvorschlag zur EU-Finanzierung eingereicht.

Schlüsselbegriffe

BuyZET, Vergabe öffentlicher Aufträge, öffentliches Beschaffungswesen, Waren, Dienstleistungen, Emissionen, THG, Treibhausgas, CO2, Transport, Rotterdam, Kopenhagen, Oslo

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