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Den Wandel hin zu nachhaltigen Städten beschleunigen

Im Rahmen einer EU-Initiative wurden energieeffiziente Lösungen in den Bereichen Modernisierung, Mobilität und integrierte Infrastruktur aufgezeigt, durch die Europa intelligenter und umweltfreundlicher werden kann.

© monicaodo, Shutterstock

Vor dem Hintergrund einer rapide voranschreitenden Urbanisierung wird das Konzept der intelligenten Stadt immer häufiger in ganz Europa angewendet, um die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger zu verbessern. Dank EU-finanzierter Projekte wie MAtchUP, Sharing Cities und REMOURBAN wurden in den Energie-, Mobilitäts- und IKT-Sektoren bereits verschiedene Schritte zur Förderung lebenswerterer und nachhaltiger Städte unternommen. Auch das Projekt GrowSmarter hat sich der Umwandlung des städtischen Raums verschrieben. In drei Leuchtturmstädten (Stockholm, Köln und Barcelona) werden zwölf Lösungen für intelligente Städte präsentiert, die andere Städte und Gemeinden ermutigen sollen, die erprobten Ideen aufzugreifen. Das Projekt konzentriert sich auf drei Bereiche: Bezirke mit niedrigem Energieverbrauch, integrierte Infrastrukturen und nachhaltige städtische Mobilität. „Dahinter steht der Gedanke, einen aufnahmefähigen Markt für diese intelligenten Lösungen zu schaffen und somit das Wachstum und den Wandel hin zu einem intelligenten, nachhaltigen Europa zu befördern“, wie auf der Projektwebsite erklärt wird. In einer Pressemitteilung auf dem Nachrichtenportal „Government Europa“ erläutert der Projektkoordinator Gustaf Landahl, Leiter der Abteilung Planung und Umwelt bei der Umwelt- und Gesundheitsbehörde Stockholm: „Rund ein Drittel der europäischen Bevölkerung lebt in Gebäuden aus den 1960er- und 1970er-Jahren, die allesamt sanierungsbedürftig sind.“ Er fügt hinzu: „Im Zuge von GrowSmarter wurden Häuser aus den 60ern nach den Energiestandards von Neubauten saniert. Darin sehen wir ein großes Potenzial, das wir weiter ausschöpfen können, etwa durch den Ausbau energiesparender Lösungen und die Bereitstellung besserer Instrumente, damit die Menschen ihren Energieverbrauch selbst kontrollieren können.“

Verbessertes Abfall- und Wärmemanagement

Außerdem, so Landahl weiter, müsse das Abfallmanagement verbessert und für eine effizientere Wärmenutzung in den Städten gesorgt werden. Am Beispiel von Stockholm führt er aus, wie „ein neues Geschäftsmodell [eingeführt wurde], bei dem das lokal zuständige Wärmeunternehmen überschüssige Wärme einkauft, die etwa in Serverhallen und Supermärkten entsteht – und diese Wärme kann dann anstelle von Primärenergie genutzt werden.“ Zum Problemkreis Verkehr und Mobilität merkt er an: „Es geht hier nicht nur um die Zahl der Autos in Städten, sondern um die wachsenden Warenströme: Man kauft im Internet vier Paar Schuhe, schickt drei davon zurück und leistet dadurch einem erhöhten Warenverkehr Vorschub. Wir hoffen, dass wir diesen Herausforderungen mithilfe der zwölf intelligenten Lösungen von GrowSmarter begegnen können.“ Am GrowSmarter-Projekt sind die folgenden fünf Orte als Nachfolgestädte beteiligt: Valetta, Suceava, Porto, Cork und Graz. Ausgehend von den Erfahrungen der Leuchtturmstädte wurden in den Nachfolgestädten an die lokalen Bedürfnisse angepasste Maßnahmen und ein entsprechender Umwandlungsplan ausgearbeitet. Laut der EU-finanzierten Plattform Smart Cities Information System besteht die europäische Leuchtturmgemeinschaft aus 14 Projekten, mit denen intelligente und nachhaltige Städtekonzepte in Europa und darüber hinaus gefördert werden. Dazu zählen insgesamt 40 Leuchtturmstädte sowie 53 Nachfolgestädte, in denen Partner aus dem Privatsektor und der Wissenschaft zusammenarbeiten, um innovative Lösungen in den Bereichen Energie, IKT und Mobilität umzusetzen. Wie auf der Website von CORDIS erläutert sind, leisten die Leuchtturmstädte „einen Beitrag zur Lösung der Herausforderungen im städtischen Raum und zur Erprobung und Validierung von Geschäftsmodellen, deren intelligente Lösungen auf die Nachfolgestädte und den restlichen europäischen Markt ausgeweitet werden – und so Europa im Sinne von GrowSmarter intelligenter werden lassen. Die zwölf Lösungen wurden im Hinblick auf die drei Säulen der Nachhaltigkeit entworfen und erfüllen somit die diesbezüglichen wirtschaftlichen, sozialen und umweltspezifischen Anforderungen.“ Weitere Informationen: GrowSmarter-Projektwebsite

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