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Wissenschaft im Trend: Sind Jungs wirklich besser in Mathematik? Nein, sagt eine neue Studie

Ein Wissenschaftlerteam fand heraus, dass Mädchen und Jungen die gleichen mathematischen Fähigkeiten haben.

Grundlagenforschung

Seit Jahren hat die Wissenschaft versucht, den Mythos zu widerlegen, dass Frauen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) aufgrund biologisch bedingter Schwächen in der mathematischen Begabung keinen Erfolg hätten. Sogar die Industrie hat sich mit innovativen Initiativen und Projekten angeschlossen, um die Unterrepräsentation der Frau in den MINT-Fächern zu überwinden. Laut einer Studie in der Fachzeitschrift „Science of Learning“ ähneln sich die Gehirne von Jungen und Mädchen und haben eine gleichwertige mathematische Begabung. Das Forschungsteam verwendete einen Magnetresonanztomografen, um die Hirnaktivität von 104 Kindern im Alter zwischen drei und zehn Jahren zu messen, von denen 55 Mädchen waren. Es wurde ein Unterrichtsvideo angeschaut, das Konzepte der Mathematik wie Zählen und Addieren erläuterte. Das Team verglich daraufhin alle Ergebnisse.

Mädchen sind schwächer in Mathematik? Die Gleichung geht nicht auf

Um die Hirnaktivität der Kinder mit der von Erwachsenen zu vergleichen, luden die Neurowissenschaftler 38 Männer und 25 Frauen ein, um sich dieselben Videos anzuschauen. Die Ergebnisse zeigen, dass es zwischen den Hirnfunktionen oder der Hirnentwicklung der Kinder keinen Unterschied gab. Die Gehirne der Jungen und Mädchen waren gleichermaßen aktiv, verarbeiteten die Informationen auf die gleiche Weise und offenbarten keine wesentlichen Unterschiede. Das Team analysierte zudem die Ergebnisse eines von 97 Kindern im Alter zwischen drei und acht Jahren, von denen 50 Mädchen waren, durchgeführten Test der mathematischen Fähigkeiten. Beide Geschlechter zeigten unabhängig vom Alter eine gleich gute Leistung. „Die Wissenschaft orientiert sich nicht am Volksglauben“, sagte die leitende Autorin Jessica Cantlon, Professorin für Entwicklungsneuropsychologie an der Carnegie Mellon University in den Vereinigten Staaten. „Wir sehen, dass sich die Hirnfunktionen der Kinder unabhängig vom Geschlecht ähneln, sodass wir hoffentlich die Erwartungen über die Leistungen von Kindern in der Mathematik neu ausrichten können.“

Wer ist schuld an diesem Stereotyp?

Werden Mädchen und junge Frauen von Gesellschaft und Kultur aufgrund vorgefasster Vorstellungen zu den mathematischen Fähigkeiten von den MINT-Disziplinen ferngehalten? Schnappen Kinder die unterbewussten Hinweise von Lehrkräften und Familien zu den Erwartungen an ihre Fähigkeiten auf? „Die typische Sozialisierung verschärft kleine Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen, die zu einem Schneeball für unseren Umgang mit ihnen in Naturwissenschaft und Mathematik werden können“, erklärte Prof. Cantlon. „Wir müssen uns dieser Ursprünge bewusst werden, um sicherzustellen, dass wir nicht diejenigen sind, die geschlechtsspezifische Ungleichheiten verursachen.“ „Es ist nicht einfach so, dass Jungen und Mädchen dasselbe Mathematiknetzwerk auf die gleiche Weise nutzten, sondern dass sich Ähnlichkeiten im gesamten Gehirn offenbarten“, berichtete die leitende Autorin Alyssa Kersey, Postdoktorandenstipendiatin am Fachbereich für Psychologie der Universität Chicago, „Newsweek“. „Dies ist eine wichtige Erinnerung daran, dass der Mensch mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede aufweist.“ Die Forschung baut auf den Studienergebnissen von Prof. Cantlon und ihrem Team aus dem Jahr 2018 auf. Es wurden Testleistungsdaten von 500 Mädchen und Jungen untersucht. Im Hinblick auf deren frühe quantitative oder mathematische Fähigkeiten wurden keine Unterschiede festgestellt. Dies legte nahe, dass Jungen und Mädchen in der frühen Kindheit gleichermaßen dazu fähig sind, mathematische Überlegungen anzustellen.

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