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Oliven vor vernichtenden Krankheiten retten

Ein Wissenschaftlerteam hat anhand von Satellitendaten die Auswirkungen eines für Olivenbäume tödlichen Bakteriums in Italien überwacht. Diese Forschungsarbeit wird dazu beitragen, die weitere Verbreitung und Zerstörung zu unterbinden.

Lebensmittel und natürliche Ressourcen

Pflanzenpathogene, d. h. krankheitserregende Viren, Bakterien und Pilze können zu erheblichen Verlusten landwirtschaftlicher Erträge führen und die Ernährungssicherheit und Unversehrtheit des Ökosystems bedrohen. Wie aus Daten der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) der Europäischen Kommission hervorgeht, richtete das sogenannte Feuerbakterium, Xylella fastidiosa (Xf), zwischen 2012 und 2017 im süditalienischen Apulien in einer Befallzone von insgesamt 538 km2 großflächig schwere Schäden an Olivenhainen an. Das entspricht rund 6,5 Millionen Olivenbäumen. Kürzlich fand die 2. europäische Konferenz zu Xf statt, die gemeinsam von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und mehreren Partnern des EU-finanzierten Projekts POnTE (Pest Organisms Threatening Europe) organisiert wurde. Auf der Konferenz erklärte Dr. Pieter Beck von der JRC, dass diese Informationen anhand von Satellitendaten der Sentinel-2-Mission erfasst und durch Wetterdaten gestützt wurden. Seine Präsentation ist in einem Video zu sehen. Zu dem Thema wird Dr. Beck in einem Nachrichtenartikel in der „Eurasia Review“ zitiert. Darin erklärte er, eine solche Nutzung von Satelliten könne „dazu beitragen, das Ausmaß der Schäden durch Xylella einzuschätzen“ und „eine Informationsgrundlage für Entscheidungen zu erforderlichen Anpassungen in Regionen schaffen, in denen [Xf] bereits verbreitet ist“. Laut einer Pressemitteilung der EFSA nahmen 350 Fachleute auf dem Gebiet der Pflanzengesundheit aus der ganzen Welt an der Konferenz teil, in der es darum ging, „welchen Beitrag die Wissenschaft bei der Suche nach Lösungen für die Bekämpfung des Pflanzenschädlings leisten kann, der in ganz Europa Umwelt- und wirtschaftliche Schäden anrichtet“. Im Rahmen der Veranstaltung wurden außerdem wichtige Ergebnisse und Herausforderungen des POnTE-Projekts vorgestellt. Die Projektforscherinnen und -forscher haben diverse Aspekte von Xf und dessen Vektoren bei Oliven, Weintrauben, Zitrus- und Steinobst, Zierpflanzen und Landschaftsbäumen untersucht. „Bei einem Befall mit Xylella fastidiosa zeigen sich Symptome wie schwache Äste, vertrocknete Blätter und harte, kleine Früchte. „Befallene Bäume trocknen im Prinzip von innen aus“, heißt es in einem Informationsblatt der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO).

Verbreitung in anderen Regionen

Das Feuerbakterium, das für gewöhnlich auf dem amerikanischen Kontinent vorkommt, wurde in Italien erstmals im Jahr 2013 entdeckt und begann sich rasant in Südeuropa auszubreiten, vor allem in Spanien und Frankreich. Weiterhin wird im Informationsblatt der FAO angemerkt, dass das Pathogen, gegen das es derzeit noch kein wirksames Mittel gibt, drohe, sich bis in den Nahen Osten und Nordafrika auszubreiten. Prävention und Früherkennung sind daher entscheidend, um die potenzielle Bedrohung durch das Feuerbakterium einzudämmen. Sybren Vos von der EFSA wird in der „Eurasia Review“ zitiert: „Fernerkundungstechnologien können die Früherkennung von Xylella erleichtern, da sie die prävisuelle Detektion von Symptomen an den Wirtspflanzen ermöglichen.“ Das POnTE-Projekt, das im Oktober 2019 abgeschlossen wurde, zielte darauf ab, die Prävention, Früherkennung und Bekämpfung einer Reihe von Schädlingen zu fördern, die eine Bedrohung für die Land- und Forstwirtschaft darstellen. Im Vordergrund von POnTE standen neben dem Feuerbakterium auch das Bakterium Candidatus Liberibacter solanacearum und dessen Vektoren, die strategische Nutzpflanzen wie Kartoffeln, Tomaten und Möhren schädigen. Das Projekt widmete sich außerdem auch dem Blattpilz Hymenoscyphus fraxineus und neuen Phytophthora-Arten, die Laub- und Nabelbäume in Waldökosystemen befallen. Weitere Informationen: POnTE-Projektwebsite

Länder

Italien

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2 März 2017