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Vom Abfallprodukt zu Hochleistungspolymeren

Ein wegweisendes Unternehmen aus Schweden hat mit Unterstützung der EU-Finanzierung für das Projekt ECOHELIX eine Methode entwickelt, mit der aus dem Abfall der Halbstoff- und Papierindustrie nachhaltige Polymere gewonnen werden können.

Industrielle Technologien
Lebensmittel und natürliche Ressourcen

Wenn Europa seine Nachhaltigkeitsziele erreichen soll, muss seine Abhängigkeit von erdölbasierten Produkten ein Ende finden. Das ist nur möglich, wenn Brennstoffe, Öl, Chemikalien, Kunststoffe und andere synthetische Materialien durch nachhaltige Alternativen wie beispielsweise pflanzenbasierte Produkte ersetzt werden. Genau daran arbeitet Ecohelix in Schweden. Durch das ECOHELIX-Projekt konnte das Unternehmen eine innovative Technologie entwickeln, die das Abfallprodukt der Halbstoff- und Papierindustrie zu Hochleistungspolymeren verarbeiten kann. „Das Endprodukt ist eine äußerst nachhaltige, biologisch abbaubare Alternative für erdölbasierte Produkte, die CO2-Emissionen verringert und den Mehrwert der Halbstoffindustrie steigert“, so Petri Oinonen, Gründer und Geschäftsführer von Ecohelix. „Wir streben das Ziel an, ein wichtiger Hersteller für nachhaltige, forstwirtschaftlich basierte Hochleistungspolymere zu werden.“ Dank der Unterstützung einer EU-finanzierten Durchführbarkeitsstudie ist Ecohelix nun für die Kommerzialisierung seiner bahnbrechenden Technologie gut aufgestellt.

Höchstleistungsniveau

Ecohelix macht sich die hohe, konstante Verfügbarkeit von Rohstoffen aus der Zellstoffherstellung zunutze. Mittels Membranfiltration und Biotechnologie isoliert und modifiziert das Ecohelix-Verfahren holzbasierte, bioraffinierte Hemizellulose und niedermolekulares Lignin aus diesem Rohstoff. Diese werden dann in Polymere umgewandelt, die zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten bieten, wie beispielsweise im Kosmetiksektor, in der Halbstoff- und Papierindustrie, in der chemischen Industrie, in der Verpackungsindustrie und im Baugewerbe. „Bei bestimmten Anwendungen wie der Kosmetik und Chemikalien zur Leimung von Kartonagen haben Tests gezeigt, dass die Leistung unseres Produkts herkömmlichen Produkten deutlich überlegen ist“, erklärt Oinonen. „Diese Polymere bieten daher beste Voraussetzungen, um erdölbasierte und schädliche Stoffe in verschiedenen Verbraucherprodukten zu ersetzen und damit erhebliche Verbesserungen bei den entsprechenden Herstellungsverfahren herbeizuführen.“

Wichtige Erkenntnisse

Ecohelix ist inzwischen sowohl in der Produktion als auch als Endprodukt umfassend erprobt und etabliert sich zunehmend als anerkannte Verarbeitungstechnologie in der Zellstoffindustrie. „Mit der unterstützenden soliden Zusammenarbeit unserer Partnerwerke und -formulierer wird unsere Technologie hoffentlich an globaler Bedeutung gewinnen“, so Oinonen. Der Vorstoß auf den globalen Markt erfordert jedoch einen gut strukturierten Vermarktungsplan. Genau hier kam die EU-finanzierte Durchführbarkeitsstudie zum Tragen. Mithilfe der Studie konnte das Unternehmen einen besseren Einblick in das wirtschaftliche Potenzial des Ecohelix-Polymers gewinnen, optimale Produktionsverfahren und Kosten bestimmen, die technische Beschreibung des Polymers optimieren, wichtige Partnerschaften aufbauen und ein klares Geschäftsszenario definieren. Laut Oinonen hat die Durchführbarkeitsstudie seinem Unternehmen wichtige Erkenntnisse über die technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten – und auch Hürden – geliefert, die für Ecohelix bestehen. So konnten die Forschenden im Rahmen der Studie nicht nur die Stoff- und Wärmebilanzen des Verfahrens genauer quantifizieren, sondern auch die verfahrensbedingten Verunreinigungen, die möglicherweise normativ problematisch wären. Zudem gelang es auch, verschiedene Aspekte der Betriebssicherheit zu klären. „Dank der Förderung durch EU-Mittel konnten wir unsere Zusammenarbeit sowohl mit den Rohstofflieferanten als auch mit unseren Kunden stärken“, so Oinonen. „Damit ist der Weg nun frei, um das Ecohelix-Produkt auf den Markt zu bringen und einzusetzen.“ Um Ecohelix nun zur Vermarktung zu bringen, entwickelt das Unternehmen derzeit ein Demoverfahren für die Polymerproduktion. Unterstützt wird das Unternehmen dabei durch das EU-finanzierte Projekt VEHICLE.

Schlüsselbegriffe

ECOHELIX, Polymere, Halbstoff- und Papierindustrie, nachhaltig, Nachhaltigkeitsziele

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