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Erdbeobachtungssatelliten messen die Zerstörung des Waldes

Die Ökosysteme der tropischen Regenwälder sind für die Stabilisierung des Weltklimas unerlässlich, da sie Wassereinzugsgebiete schützen, die Biodiversität erhalten und eine Quelle für den Lebensunterhalt eines großen Teils der Weltbevölkerung darstellen. Eine EU-finanzierte Initiative hat daher die Anwendung von Erdbeobachtungsdaten für die Überwachung und das Management tropischer Regenwälder optimiert.

Lebensmittel und natürliche Ressourcen

Nationale forstpolitische Programme und Programme gegen den Kahlschlag benötigen Überwachungssysteme, die anhand von Störungsindikatoren die Abholzung und Waldschädigung sowie die Veränderungen der oberirdischen Holzbiomasse ermitteln. Allerdings müssen mehrere technische Herausforderungen bewältigt werden, um operationelle Waldüberwachungsdienste für feuchte und trockene tropische Regenwälder bereitstellen zu können. Zu diesen Herausforderungen zählen z. B. stabile Wolkenverhältnisse in tropischen Regionen, die die effektive Nutzung von optischen Erdbeobachtungsdaten beeinträchtigen. Jahreszeitlich bedingte Einflüsse in trockenen Tropenwaldökosystemen, wie z. B. der Laubfall in der Trockenzeit, sowie die begrenzte Verfügbarkeit von Erdbeobachtungsdaten, die mehrere Jahreszeiten abdecken, wirken sich ebenfalls auf die Qualität und Kosteneffizienz der Überwachungssysteme aus. Diese Situation hat sich seit der Verfügbarkeit von Sentinel-Satellitendaten des Europäischen Copernicus-Programms, die die erforderlichen hochfrequenten, hochauflösenden optischen und Radardaten liefern, jedoch drastisch verändert. Das EU-finanzierte Projekt EOMonDis entwickelte operationelle auf Erdbeobachtung gestützte Überwachungsdienste für tropische Regenwälder, mit denen sowohl Länder als auch ein breites Benutzerspektrum mit genauen, aktuellen Waldinformationsdaten unterstützt werden sollen. „Die Initiative unterstützt insbesondere Länder, die das Maßnahmenkonzept Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen – Verringerung von Emissionen aus Entwaldung in Entwicklungsländern (UNFCCC REDD+) umsetzen, sowie Interessengruppen, die an der Umsetzung der Verpflichtungen gegen den Kahlschlag beteiligt sind“, erklärt Projektkoordinator Thomas Häusler.

Bessere Überwachung

Das Forschungsteam konzentrierte sich auf die Verbesserung von Waldüberwachungssystemen und leistete durch die Bereitstellung quantitativer Daten über Waldrückgang und Änderungen in der Bodennutzung einen wesentlichen Beitrag zu einem nachhaltigen Umweltmanagement. Diese Daten werden für die Umsetzung verschiedener umweltpolitischer Maßnahmen wie dem Waldforum der Vereinten Nationen, dem Konzept UNFCCC REDD+ und der Biodiversitätskonvention der Vereinten Nationen sowie für nationale und regionale Forststrategien und -politiken benötigt. Die Waldüberwachung und das REDD+-Konzept sind auch Teil des Pariser Übereinkommens von 2015. Außerdem verpflichtet das Übereinkommen die Länder dazu, ihre Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasen nach 2020 im Rahmen ihrer national festgelegten Beiträge vorzubereiten. „In diesem Zusammenhang haben die meisten Entwicklungsländer REDD+ in ihre national festgelegten Beiträge aufgenommen. Dies eröffnet weitere Möglichkeiten, die Ergebnisse des laufenden Projekts vorteilhaft für die Umsetzung der Maßnahmen und die allgemeine nachhaltige Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen in den Ländern einzusetzen“, erklärt Häusler.

Maßgeschneiderte Produkte

Dienstleister und Forschungspartner des Projekts EOMonDis arbeiteten zusammen, um die bestehenden Herausforderungen bei der Überwachung von tropischen Regenwäldern zu bewältigen, indem dichte Zeitreihen von optischen und Radarsensorsystemen, insbesondere von den Sentinels des europäischen Copernicus-Programms, eingebunden wurden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickelten und testeten diese Technologien und demonstrierten sie an ausgewählten Standorten in Kamerun, Gabun, Malawi und Peru. Das Nutzer-Feedback, das auf diese Präsentationen folgte, bildete die Grundlage für weitere Optimierungen und Anpassungen der Produkte sowie der Dienstleistungsplattform. „EOMonDis ist nun bereit, nutzerspezifische Produkte zur Waldüberwachung für die Markteinführung anzubieten, wie z. B. Karten über die Waldbedeckung und die Bodennutzung, nahezu in Echtzeit erstellte Karten über die Zerstörung des Waldes und entsprechende Änderungsprodukte“, schließt Häusler.

Schlüsselbegriffe

EOMonDis, Wald, REDD+, Waldzerstörung, Erdbeobachtung, Sentinel, UNFCCC, Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen, Pariser Übereinkommen

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