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Wissenschaft im Trend: Astronomie registriert die größte Explosion in der Geschichte des Universums

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entdecken die größte seit dem Urknall aufgezeichnete Explosion im Universum.

Grundlagenforschung

Ein Astronomieteam am International Centre for Radio Astronomy Research in Australien machte diese Entdeckung mithilfe von Teleskopen auf der ganzen Welt, darunter das Röntgenteleskop Chandra der NASA und das Röntgenweltraumteleskop XMM-Newton der Europäischen Weltraumorganisation. Ihre Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „The Astrophysical Journal“ veröffentlicht. Sie entdeckten Anzeichen für eine gewaltige Explosion im Universum, die fünfmal größer ist als alles, was bisher beobachtet worden ist. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vermuten, dass die Explosion von einem supermassiven schwarzen Loch etwa 390 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt ausgegangen ist. Sie nehmen weiter an, dass diese Eruption eine riesige Delle im Galaxienhaufen Ophiuchus hinterlassen hat. „Ich habe versucht, diese Explosion für Menschen begreifbar zu machen, doch das ist ungeheuer schwierig“, sagte die Astrophysikerin und Mitautorin der Studie Melanie Johnston-Hollitt der „BBC“. „Am besten lässt es sich so beschreiben: Wenn diese Explosion die 240 Millionen Jahre seit dem Ausbruch gedauert hätte, – auch wenn das wahrscheinlich nicht der Fall ist, aber dennoch – dann hätte sie das gleiche Ausmaß wie die Explosionen von 20 Milliarden Milliarden Megatonnen TNT jede Tausendstelsekunde der 240 Millionen Jahre. Die Explosion ist also unvorstellbar groß. Gewaltig.“ Die Hauptautorin Simona Giacintucci vom U. S. Naval Research Laboratory in Washington, D. C., verglich die Explosion mit einem der gewaltigsten Vulkanausbrüche in der amerikanischen Geschichte: „In gewisser Hinsicht ist diese Explosion der Eruption des Mount St. Helens [Vulkan] im Jahr 1980 ähnlich, die die Spitze des Berges wegriss.“ Johnston-Hollitt ergänzte: „Um eine weitere Größenordnung zu nennen: [Das Loch] hat einen Durchmesser von etwa anderthalb Millionen Lichtjahren. Licht bräuchte zum Durchqueren des Lochs, das in den umliegenden Bereich im heißen, strahlenden Plasma gerissen wurde, also anderthalb Millionen Jahre. Die Energiemenge, von der wir hier sprechen, ist wirklich gigantisch.“

Wechsel der Teleskope führt zur Entdeckung

Röntgenteleskope hatten das Loch im Plasma des Galaxienhaufens zuvor beobachtet. Allerdings glaubten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zunächst nicht, dass es durch einen Energieausbruch verursacht worden ist. Der Grund dafür war, dass dieser Ausbruch unvorstellbar groß hätte sein müssen. Sie verstanden ihre Entdeckung erst, als sie den Galaxienhaufen Ophiuchus mit Radioteleskopen untersuchten. „Die Radiodaten passen in die Röntgendaten wie eine Hand in einen Handschuh“, sagte Mitautor Maxim Markevitch, Astrophysiker am Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt, Maryland, dem „CNN“. „Das ist der entscheidende Punkt, der zeigt, dass eine Eruption beispiellosen Ausmaßes stattfand.“ „Wie so oft in der Astrophysik benötigen wir unbedingt Multiwellenlängenbeobachtungen, um die ablaufenden physikalischen Prozesse zu verstehen“, merkte Johnston-Hollitt an. „Die Kombination der Daten von Röntgen- und Radioteleskopen offenbarte diesen außergewöhnlichen Ursprung. Es bedarf jedoch weiterer Daten, um die vielen noch offenen Fragen, die dieses Objekt aufwirft, zu beantworten.“ „Es ist vergleichbar mit dem Fund eines Dinosauriers, von dem zunächst nur ein kleines Stück (die ungewöhnliche Röntgenkante) sichtbar ist, dann aber plötzlich ein neuartiges Wesen zum Vorschein kommt“, schrieb Giacintucci in einem Blog-Beitrag auf der Seite des Röntgenteleskops Chandra der NASA.

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