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Die Erforschung von COVID-19 mit der Macht der Bürgerwissenschaft voranbringen

Eine EU-Initiative fordert Bürgerinnen und Bürger dazu auf, in den Bereichen Forschung und Innovation sowie der Entwicklung einer evidenzbasierten Strategie für etliche Projekte im Zusammenhang mit dem Coronavirus eine aktive Rolle einzunehmen.

© T. L. Furrer

Zur Bewältigung der beispiellosen Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie wurden auf nationaler und EU-Ebene bereits einige Maßnahmen ergriffen. Außerdem hat die Europäische Kommission zusätzlich zu verschiedenen früheren und laufenden Forschungsmaßnahmen im Zusammenhang mit Coronaviren und deren Ausbrüchen mehrere Initiativen zur Verbesserung der Epidemiologie und der öffentlichen Gesundheit sowie zur Entwicklung von Diagnostika, Behandlungen, Impfstoffen, Infrastrukturen und Ressourcen in die Wege geleitet, die diese Anstrengungen unterstützen. Das Projekt EU-Citizen.Science (The Platform for Sharing, Initiating, and Learning Citizen Science in Europe) hat in Anerkennung der Bedeutung der Bürgerwissenschaft (engl. „Citizen Science“), einem rasch expandierenden Innovationsbereich mit beträchtlichen Auswirkungen auf und potenziellen Vorteilen für Gesellschaft, Politik und verschiedene akademische Forschungsbereiche, eine Plattform geschaffen, um verschiedene Instrumente und Beispiele für bestmögliche Verfahren für verschiedene Interessengruppen bereitzustellen. In einem Blog-Beitrag auf der Projektwebsite heißt es: „Wenn uns diese globale Pandemie etwas verdeutlicht, dann die Tatsache, wie wichtig es ist, Wissen und Ressourcen zu teilen, und wie wertvoll es ist, dass jede einzelne Person ihren Beitrag dazu leisten kann. Wir haben, sofern möglich, bürgerwissenschaftliche Projekte hervorgehoben, die direkt auf die Erforschung von COVID-19 abzielen und von zu Hause sowie verschiedenen Orten aus durchgeführt werden können, an denen Gespräche und Zusammenarbeit stattfinden.“ Ein Beispiel hierfür ist der Einsatz von Apps zum Hochladen von Daten über die Ausbreitung von Virensymptomen. Ein weiterer Beitrag beinhaltet „Links zu Bürgerwissenschafts- und Crowdsourcing-Projekten, die für Bürgerinnen und Bürger, die bei der Bekämpfung des Virus helfen wollen, Forschende, die während der Unterbrechungen ihrer Feldarbeit Unterstützung suchen, Eltern, die nach Ideen für die Förderung ihrer Kinder suchen, die zu Hause unterrichtet werden müssen und alle, die nach nützlichen Möglichkeiten suchen, ihre Zeit während der Selbstisolation sinnvoll zu nutzen, von Interesse sein könnten.“

Coronavirus-Trends überwachen

Flusurvey, eine auf der Website EU-Citizen.Science angeführte Initiative, beobachtet Trends bei Infektionskrankheiten innerhalb der Gemeinschaft. Wie auf der Website von Flusurvey erläutert wird, wurde das internetgestützte Instrument „ursprünglich während der Schweinegrippe-Pandemie im Jahr 2009 von Forschenden der London School of Hygiene and Tropical Medicine eingerichtet. Es ist Teil einer europaweiten Initiative mit acht anderen Ländern zur Überwachung von Aktivitäten im Zusammenhang mit grippeähnlichen Krankheiten, die aber jetzt angepasst wurde, um eine ganze Reihe von Krankheiten, darunter COVID-19, zu überwachen.“ Das Flusurvey-System, das Teilnehmende im Vereinigten Königreich erfasst, wird nützliche Erkenntnisse über die Übertragung innerhalb der Gemeinschaft, das Expositionsrisiko, Veränderungen im Krankheitsverhalten und die Einhaltung der Empfehlungen liefern, um die Ausbreitung des Coronavirus in der Allgemeinbevölkerung zu begrenzen. Eine weitere ähnliche Initiative mit der Bezeichnung Covid Near You setzt Crowdsourcing-Daten zur Visualisierung von Karten ein, damit die Bevölkerung und die Gesundheitsbehörden noch besser aktuelle und potenzielle COVID-19-Krisenherde in Kanada, den Vereinigten Staaten und Mexiko ermitteln können.

Zentraler Bezugspunkt

Das Projekt EU-Citizen.Science läuft bis Dezember 2021. Koordiniert wird das Projekt EU-Citizen.Science vom Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung des Museums für Naturkunde. In einer Pressemitteilung erläutert Dr. Katrin Vohland: „Die neu geschaffene europäische Plattform für Citizen Science dient dem Aufbau von inhaltlichen und operativen Kapazitäten. Sie hält sowohl Informationen über Projekte als auch Ressourcen wie Handbücher zu verschiedenen Themen in verschiedenen Sprachen und Formaten bereit.“ Auf der Plattform gibt es die Möglichkeit, nach bürgerwissenschaftlichen Projekten in ganz Europa nach Titeln, Schlüsselwörtern, Ländern oder Forschungsthemen zu suchen. Weitere Informationen: Projektwebsite von EU-Citizen.Science

Schlüsselbegriffe

EU-Citizen.Science, Coronavirus, COVID-19, Citizen Science, Bürgerwissenschaft, Bürgerforschung