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Wie man die Bereitschaft für Pandemien wie COVID-19 verbessern kann

Die von einem EU-finanzierten Projekt bereitgestellten Instrumente zur besseren Bewältigung der Übertragungsrisiken von Infektionskrankheiten in Verkehrsknotenpunkten könnten zur Bekämpfung der neuartigen Coronavirus-Krankheit aus dem Jahr 2019 beitragen.

© NAUFAL ZAQUAN, Shutterstock

Die Länder haben ihre Grenzen geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Auch die Urlaubsgestaltung scheint vorerst eine ferne Erinnerung zu sein. Obwohl es schwierig ist, genau vorherzusagen, wie das Leben nach dem Ende der Ausgangsbeschränkungen aussehen wird, werden Reisende höchstwahrscheinlich strengen Regeln und einer genaueren Prüfung ausgesetzt sein, um künftige Ausbrüche von Infektionskrankheiten zu vermeiden. Verkehrsknotenpunkte wie Flughäfen und Bahnhöfe – die wahrscheinlichsten Gefahrenherde für eine schnelle Übertragung von Krankheiten – stehen im Mittelpunkt der Bemühungen, COVID-19 zu bekämpfen und den Spuren anderer jüngster Ausbrüche wie dem Ebola-Virus und der schweren Epidemie des akuten respiratorischen Syndroms zu folgen. Das EU-finanzierte Projekt PANDHUB (Prevention and Management of High Threat Pathogen Incidents in Transport Hubs) erkannte die Notwendigkeit, die Widerstandsfähigkeit des europäischen städtischen Personenverkehrs und des Luftverkehrs gegen Pandemien und andere hochbedrohliche Krankheitserreger in Verkehrsknotenpunkten zu verbessern, und entwickelte ein Instrumentarium mit Maßnahmen, die sich mit jeder Phase des Sicherheitszyklus befassen: Gefahrenabschätzung, Vorbeugung, Bereitschaft, Reaktion und Minderung sowie Wiederherstellung. Die Projektergebnisse könnten dazu beitragen, den öffentlichen Verkehrssektor im Falle künftiger Pandemien oder Ausbrüche von hochbedrohlichen Krankheitserregern am Laufen zu halten. PANDHUB unterstützte Verkehrsunternehmen und relevante Interessengruppen bei der Entwicklung von Plänen zur Vorbereitung auf Krankheitserreger und zur Bekämpfung von Krankheitserregern. Das Projekt hat ein IT-System zur Datensammlung, ein Werkzeug zur Gefahrenabschätzung und ein Rahmenkonzept zur Identifizierung von Gefahrenherden entwickelt und konnte somit erfolgreich das Verständnis über Übertragungsmechanismen von Krankheiten in Verkehrsumgebungen vertiefen. Außerdem entwickelte es Leitlinien zum Schutz von Passagieren und Infrastruktur sowie für die Dekontaminierung. Die Ergebnisse von PANDHUB wurden bereitgestellt und werden derzeit unter anderem von den finnischen Behörden genutzt.

Nützliche Ergebnisse

Zu den Ergebnissen von PANDHUB, die für die Bekämpfung von COVID-19 von besonderer Bedeutung sind, gehörte die Entwicklung maßgeschneiderter Leitlinien, die dem Betrieb von Verkehrsknotenpunkten bei der Handhabung von übertragbaren Krankheitsereignissen im Bereich der öffentlichen Gesundheit helfen sollen. Durch pragmatische Ratschläge zur Infektionsvorbeugung und -kontrolle und die Ausarbeitung von Richtwerten zur Optimierung der Bereitschaft konnte dieses Ziel erreicht werden. Die maßgeschneiderten Richtlinien basieren auf fünf gemeinsamen Kontrollprinzipien: Lüftung, Ausschluss symptomatischer Personen, Trennung von internationalen und inländischen Reisenden, zwischenmenschliche Distanzierung und Maßnahmen zur Verringerung der indirekten Kontaktübertragung. Der Leitfaden zur Desinfektion und Dekontamination ist ein weiteres Ergebnis, das bei der Bekämpfung von COVID-19 hilfreich sein könnte. Dabei werden geeignete Möglichkeiten für die Desinfektion und Dekontamination im Falle des Auftretens eines hochgefährlichen Krankheitserregers oder einer Biogefährdung geprüft. Mögliche Wege der Infektionsübertragung, die an Verkehrsknotenpunkten auftreten können, sind das Einatmen infektiöser Aerosole, der direkte Kontakt mit mikrobenhaltigem Material wie Blut, Kot, Erbrochenem und Atemsekreten sowie der indirekte Kontakt mit infektiösem Material auf Oberflächen. Der Leitfaden erleichtert die Auswahl des am besten geeigneten Ansatzes für bestimmte Vorfallarten unter Berücksichtigung der Zielmikrobe und des Ausmaßes der Kontamination sowie des persönlichen Schutzes. Im Zusammenhang mit der Erläuterung der Übertragungsarten des Coronavirus wie Atemwegs- oder Aerosolübertragung, die auftreten können, wenn eine infizierte Person niest oder hustet, haben Partner von PANDHUB kürzlich zwei animierte Videos auf der Projektwebsite veröffentlicht. Die erste Animation zeigt, wie weit Tröpfchen nach dem Niesen fliegen, während die zweite Animation zeigt, dass das Bedecken Ihres Mundes die Reichweite abgelaufener Tröpfchen verringert. Das Projekt PANDHUB lief in den Jahren 2014 bis 2017. Weitere Informationen: PANDHUB-Projektwebsite

Schlüsselbegriffe

PANDHUB, Coronavirus, COVID-19, Pandemie, hochbedrohlicher Erreger