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Mineral resources in sustainable land-use planning

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Durch Förderung des europäischen Bergbaus zu einer robusteren EU-Industrie

Die Versorgung mit mineralischen Rohstoffen innerhalb der EU ist durch konkurrierende gesellschaftliche Interessen bedroht, wie etwa Städtewachstum, Ausbau der Infrastruktur, Landwirtschaft und Naturschutz. All diese Faktoren haben die Freiflächen für die Exploration und den Abbau von Mineralressourcen stark eingeschränkt.

Klimawandel und Umwelt

Um diesen Engpass zu beseitigen, strebt das EU-Projekt Minland an, die politische Entscheidungsfindung im Hinblick auf Mineralressourcen und Landnutzung zu unterstützen und eine transparente Landnutzung zu fördern. Projektkoordinator Ronald Arvidsson erklärt dazu: „Die Rohstoffinitiative wurde ins Leben gerufen, um der mangelnden Versorgung und Produktion von mineralischen Rohstoffen in der EU entgegenzusteuern. So stellt die EU nur etwa fünf Prozent der Metallproduktion. Das macht die EU-Industrie anfälliger. Auch unsere Wirtschaft wird dadurch beeinträchtigt, denn der Löwenanteil am Umsatz im Bergbau verbleibt im Produktionsland.“ Nur rund 2,5 % der weltweiten Explorationsmaßnahmen im Zusammenhang mit metallischen Mineralen entfallen auf die EU. Von den 25 Ländern, die am stärksten in die Exploration investieren, sind nur zwei europäisch. Baustoffe müssen in möglichst geringer Entfernung von den entsprechenden Bauorten abgebaut werden, um die Transportkosten und die Auswirkungen auf die Umwelt gering zu halten. „Erschwerend kommt hinzu, dass es von der Gründung eines Bergwerks bis zu seiner tatsächlichen Produktionsfähigkeit zehn bis fünfzehn Jahre dauern kann. Ein solcher Zeitraum kann Investoren abschrecken“, so Arvidsson, der auch leitender Geophysiker bei Minland ist.

Ein effizienterer Ansatz für den Bergbau in der EU

Um herauszufinden, wie sich der Prozess am besten optimieren lässt, hat Minland verschiedene Bereiche identifiziert und herausgestellt, in denen die gegenwärtige Bergbaupolitik mit anderen Landnutzungsarten zusammenwirkt. Mittels eines innovativen, gesellschaftspolitischen Ansatzes analysierte das Team Informationen aus ausgewählten Fallstudien, um mineralische Rohstoffe, die damit verbundenen Industrien und die Landnutzungsplanung im Zusammenhang zu betrachten. Zudem hat das Team ermittelt, wie Rohstoffe bislang in die Landnutzungsplanung in Europa einbezogen sind. Das Projekt baute direkt auf Erkenntnissen von Anwender/innen sowie Fachkreisen auf, wie u. a. der Erschließungs- und Bergbauindustrie, der Landnutzungsplanung und Personen, die für die Erteilung von Konzessionen für die Exploration und den Bergbau zuständig sind. „Wir haben ein Instrumentarium für unterschiedliche Maßnahmen geschaffen, um einen integrierten strategischen Ansatz im Hinblick auf die Landnutzungsplanung zu unterstützen, und praktische Lösungen für bestimmte Probleme entwickelt, wie sie zum Beispiel bei der 3D-Planung auftreten, weil der Bergbau meist unter der Erdoberfläche stattfindet, sich aber vieles andere darüber abspielt“, erklärt er. Bei den Workshops kamen diverse Personen aus der Bergbauindustrie und Bergbaudirektionen, Fachleute für die Landnutzung im Bereich der Gewinnung von mineralischen Ressourcen sowie aus Gemeindeverwaltungen, Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen zusammen.

Solide Leitlinien für gute Arbeitspraktiken

Eine zentrale Feststellung von Minland war der Stellenwert hochwertiger geologischer Daten als Grundpfeiler für den Erfolg der Bergbauindustrie. Dabei heben die Forschenden hervor, dass die Exploration stets parallel zu anderen Aktivitäten oder Landnutzungen durchgeführt werden sollte. „Transparenz und klare Leitlinien im Hinblick auf die Erteilung von Erschließungs- oder Bergbaukonzessionen spielen dabei ebenfalls eindeutig eine entscheidende Rolle“, so Arvidsson weiter. Um Interessengruppen Anhaltspunkte für die praktische Umsetzung dieser Schlüsselerkenntnisse zu geben, hat das Team seine Datenbank sowie seinen Dokumentenbestand einschließlich mehrerer Beispielen für gute Arbeitspraktiken online gestellt. „Wir freuen uns sehr, dass wir Erkenntnisse liefern konnten, die mehr Aufschluss darüber geben können, wie der Bergbausektor in der Europäischen Union gestärkt werden kann. Schließlich sind viele unserer Industrien vom Bergbau abhängig, deshalb müssen wir auch unbedingt für eine robustere Produktionskette sorgen“, so Arvidsson.

Schlüsselbegriffe

Minland, Bergbau, Landnutzung, mineralische Rohstoffe, Planung, politische Entscheidungsfindung, Transparenz, Governance

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