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Auch die verborgene Alzheimer-Erkrankung diagnostizieren

Ein erheblicher Anteil der von der Alzheimer-Krankheit Betroffenen erhält nie oder erst im Spätstadium eine Diagnose. Im Rahmen einer Reihe von Initiativen will nun das Projekt MOPEAD zu einer rechtzeitigen Diagnose für alle beitragen.

Gesundheit

Neuere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass eine frühe Diagnose der Alzheimer-Krankheit die optimale Chance zur Intervention bietet, was erhebliche gesundheitliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Vorteile mit sich bringt.

Werkzeuge sagen Demenz voraus

Das EU- und Industrie-finanzierte Projekt MOPEAD entwarf vier Präscreening-Strategien, um versteckte Demenzfälle zu finden sowie die allgemeine Öffentlichkeit und die Angehörigen der Gesundheitsberufe für die Bedeutung der Frühdiagnose kognitiver Beeinträchtigungen zu sensibilisieren. „Die Initiativen wurden auf eine Weise konzipiert, dass sie sich gegenseitig ergänzen und auf verschiedene Bevölkerungsgruppen abzielen“, erläutert Projektkoordinatorin Mercè Boada. Zu diesen Aktivitäten gehörten eine internetbasierte Initiative zur Erkennung demenzgefährdeter Personen und eine offene Gedächtnisklinik, die allen zugänglich ist, die sich um ihr Gedächtnis sorgen. Im Rahmen des Projekts wurden außerdem Protokolle zur Früherkennung des kognitiven Leistungsabfalls für primäre Gesundheitsversorgungspraxen oder Diabetes-Tertiärstationen entwickelt. Personen, die innerhalb dieser Initiativen als demenzgefährdet eingestuft wurden, durchliefen eine einheitliche Bewertung, um zu einer genauen klinischen Diagnose zu gelangen. So wurden im Rahmen der bevölkerungsbezogenen Initiativen jüngere Personen in einem besseren kognitiven Zustand im Vergleich zu patientenbezogenen Strategien in der medizinischen Grundversorgung oder in den Diabeteskliniken aufgenommen. Der Anteil positiver Präscreening-Ergebnisse spiegelte diese Beobachtung wider. Die internetbasierte Initiative wies 36 % positive Fälle auf und die Diabetesklinik-Initiative hatte 58 % positiv getestete Personen zu verzeichnen. Nach einer klinischen Bewertung der positiven Fälle aus der Diabetesklinik bestätigten sich 84 % der Fälle. Die Zahl der Personen, die allein an der internetbasierten Initiative teilnahmen, war interessanterweise größer als die Summe aller anderen Initiativen zusammen. Hier zeigt sich deutlich die Stärke von E-Lösungen, wenn es um die Gesundheitsversorgung kognitiver Defizite geht. Dennoch hängt die Wahl der Strategie des Demenz-Präscreenings von den speziellen Zielen, den Eigenschaften der Zielbevölkerung und den verfügbaren Ressourcen ab. „Auch wenn das Budget die Umsetzung einer Kombination aus diesen Strategien erheblich behindern kann, muss das Problem der unzureichenden Diagnose von Demenz dennoch gelöst werden“, betont Boada.

Auswirkungen von MOPEAD auf das Krankheitsmanagement

Weltweit, leben ungefähr 50 Millionen Menschen mit Demenz. Es wird geschätzt, dass diese Zahl weiter ansteigt. Eine Diagnose im Spätstadium ist mit irreversiblen neuronalen Schädigungen verbunden, für die es keine Heilung gibt. Neben der rechtzeitigen Diagnose kognitiver Defizite ist davon auszugehen, dass MOPEAD frühzeitig Zugang zu Behandlungen, auch experimentellen Protokollen, gewähren wird. Die Partner erprobten die MOPEAD-Strategien in fünf verschiedenen europäischen wissenschaftlichen Einrichtungen, wobei die Ergebnisse unterschiedlich ausfielen. Die Bemühungen um eine europaweite Standardisierung von Protokollen zur Früherkennung von Demenz werden nicht nur der Verbesserung der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger dienen, sondern auch die Gesamtqualität der Forschung auf diesem Gebiet positiv beeinflussen, indem die Patientenrekrutierung für klinische Studien erleichtert wird. Auf diese Weise steigen die Chancen, neue wirksame Behandlungen zu finden. Während bevölkerungsbasierte Strategien über ein gutes Potenzial verfügen, dass eine große Anzahl von Personen frühzeitig untersucht wird, erreichen patientenbasierte Strategien jene Personen, die regelmäßig die Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens besuchen und möglicherweise ein höheres Demenzrisiko aufweisen. Die Verbreitungsaktivitäten von MOPEAD wie zum Beispiel Aufklärungsbroschüren und Infografiken werden auf jeden Fall dazu beitragen, das Bewusstsein für das Problem zu schärfen und das Krankheitsmanagement zu verbessern. Die Partner hoffen nun, dass mit der Förderung eines Paradigmenwechsels hin zu einer früheren Demenzdiagnose die existierenden Hemmnisse, die zu verzögerten Diagnosen beitragen, einschließlich begrenzter Ressourcen und Stigmatisierung, zu überwinden sind.

Schlüsselbegriffe

MOPEAD, Demenz, Diagnose, Präscreening, Diabetesklinik, Alzheimer-Krankheit

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