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Ein Schritt in Richtung einer ausgereiften 5G-Rundfunkumgebung

Partner einer EU-finanzierten Initiative haben durch die Integration mehrerer Produkte aus verschiedenen Quellen die erste technische Phase des Aufbaus eines IP-basierten Studios abgeschlossen.

Digitale Wirtschaft

Dank der steigenden Nachfrage nach Premium-Inhalten wie Live-Sportveranstaltungen und verschiedenen Diensten wie Video-on-Demand und mobilem Fernsehen konzentriert sich die Medien- und Unterhaltungsbranche darauf, die Produktionskosten zu senken und gleichzeitig die Effizienz zu steigern. Das EU-finanzierte Projekt VIRTUOSA (Scalable Software Defined Network Architectures for Cooperative Live Media Production exploiting Virtualised Production Resources and 5G Wireless Acquisition) widmet sich diesem Problem. Das Projekt schlägt die Virtualisierung von auf 5G-Technologie basierenden Netzwerk- und Produktionsressourcen vor und will die Medienproduktion kostengünstiger und skalierbarer machen. Die VIRTUOSA-Partner haben vor kurzem die erste Phase ihrer Initiative im Service Operations Center des Projektkoordinators Nevion im polnischen Danzig abgeschlossen. Diese Phase umfasst „die Integration mehrerer Produkte verschiedener Anbieter, wobei der größte Teil der Arbeit aufgrund der COVID-19-Situation aus der Ferne erledigt wird“, so eine Pressemitteilung auf der Projektwebsite. „In der ersten Phase des Projekts wird ein IP-basiertes Studio eingerichtet, dem Industriestandards (SMPTE ST 2110 und NMOS) zugrunde liegen, wobei die Ausrüstung mehrerer Anbieter integriert wird“, heißt es dort weiter. Diese umfasst Videokameras, einen Bildmischer, Server, einen Multiviewer, einen Audiomischer, einen Medienanalysator, Geräte zur Zeit- und Frequenzsynchronisierung sowie softwaredefinierte Medienknoten. Die Pressemitteilung erklärt weiter, dass die Projektpartner ihr System an die Einrichtungen des Projektpartners Institut für Rundfunktechnik (IRT) in München übertragen haben, „wo Tests [durch]geführt werden, um die Einhaltung von Industriestandards beim gesamten Aufbau sicherzustellen.“ In derselben Pressemitteilung wird Markus Berg vom IRT mit den Worten zitiert: „Der Aufbau ist der fundamentale Baustein, der als Grundlage für die in späteren Projektphasen geplante 5G-Fernproduktion dient. Die Einhaltung von Standards ist ein wesentlicher Bestandteil der Tests und für das IRT als international anerkanntes Forschungs- und Innovationszentrum für audiovisuelle Technologien von größter Bedeutung.“

Senkung von Produktionskosten

Das Projekt VIRTUOSA läuft noch bis August 2021. Es soll „virtuelle Verbindungen von jedem Studio, Regieraum und der Produktion vor Ort über mehrere Standorte hinweg sowie Live-Feedback des Publikums über die 5G-Akquisition direkt in die Produktionskette ermöglichen“, wie auf der Projektwebsite erklärt wird. „Damit können Medienproduktionsstätten, Ausrüstung, Ressourcen und Talente standortübergreifend gemeinsam genutzt werden, wodurch die kooperative Live-Medienproduktion mit Real-Time Transport und Verarbeitung von Live-Medien über IP mit bis zu 100 Gbit/s unterstützt wird.“ Die Projektpartner glauben, dass ihre Initiative die Produktionskosten für Live-Medien um 30-40 % senken wird. Die Netzwerkarchitektur von VIRTUOSA nutzt IP-Technologie, softwaredefinierte Netzwerktechnologie, die Virtualisierung von Netzwerkfunktionen, Hochleistungsrechnen und Cloud-Computing. Unter Virtualisierung versteht man den Prozess des Erstellens einer softwarebasierten oder virtuellen Darstellung von Anwendungen, Servern, Speichern und Netzwerken, durch den die IT-Kosten gesenkt und gleichzeitig die Effizienz gesteigert werden. Mit einem IP-basierten, 5G Remote-Produktionssystem können Rundfunkveranstalter sich fast überall schneller und effektiver vor Ort einrichten. Beispiele wären der Einsatz bei Eilmeldungen oder die Berichterstattung bei Live-Sportereignissen, bei denen große Entfernungen abgedeckt werden müssen, etwa beim Radfahren oder beim Straßenlauf. Weitere Informationen: VIRTUOSA-Projektwebsite

Schlüsselbegriffe

VIRTUOSA, Live-Medien, Rundfunk, Virtualisierung, 5G, IP

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