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Sustainable cleaning agent and organic fertilizer recovery from sewage sludge

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Reinigungsprodukte und Düngemittel aus Klärschlamm

Die Klärschlammproduktion aus Abwasser nimmt aufgrund des Bevölkerungswachstums und der Verstädterung weltweit weiter zu. Daher gehören die Behandlung und der Transport von Klärschlamm zu den größten Herausforderungen für kleine und mittlere Kläranlagen in Europa und weltweit.

Klimawandel und Umwelt
Industrielle Technologien

Bestehende Lösungen für Klärschlamm konzentrieren sich auf die Nutzung des Brennwerts oder der organischen Substanz. In vielen Fällen, wie bei der Verbrennung und Deponierung, geht jedoch ein Großteil des im Schlamm enthaltenen Werts verloren. Diese Situation wird durch den Mangel an verfügbaren kommerziellen Technologien verschärft, die wertvolle Komponenten aus Klärschlamm extrahieren und gleichzeitig dessen Toxizität neutralisieren können. Das EU-finanzierte Projekt reNEW hat diese Herausforderungen durch die nachhaltige Rückgewinnung wertvoller, im Schlamm eingeschlossener Inhaltsstoffe angegangen. Der Prozess beinhaltet die biologische Umwandlung des Materials in eine Flüssigkeit, welche kurzkettige Fettsäuren sowie wertvolle Makro- und Mikronährstoffe wie Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) enthält. Neben der Rückgewinnung nützlicher Produkte verringert das Verfahren auch das Volumen der verarbeiteten Klärschlämme um fast 50 %.

Rückgewinnung wertvoller Produkte

Diese Produkte stellen einen wichtigen Marktwert dar. „Extrahierte kurzkettige Fettsäuren bilden die Grundlage für ein essigsaures Reinigungsmittel, das sowohl für den privaten als auch für den professionellen Markt bestimmt ist. Der Mehrnährstoffdünger bildet einen huminsäurereichen Flüssigdünger. Die organische Substanz verbessert zur Optimierung des Pflanzenwachstums die Bodeneigenschaften wie Bodengare, Bröckeligkeit, Fruchtbarkeit und Wasseraufnahmevermögen“, erklärt Sunny Bhasin, Erfinder und Geschäftsführer des koordinierenden Unternehmens UTB Envirotec, einer der führenden Dienstleister im Bereich Abwasser- und Wasseraufbereitungstechnik in Mitteleuropa. Laut Bhasin basiert der Kern der Technologie auf Verbesserungen der Fermentations- und Destillationsprozesse. „Auf diese Weise können wir wichtige Inhaltsstoffe wie kurzkettige Fettsäuren, Mikro- und Makroelemente sowie Humin- und Fulvinsäuren zurückgewinnen, die ansonsten im Schlamm eingeschlossen sind und für immer verloren gehen“, erklärt er.

Vorteile für Wirtschaft und Umwelt

Das Projekt reNEW wird den neuen Prozess nutzen und europaweit einführen. „Wir wollen unseren Prozess auf einen industriellen Maßstab ausweiten und beide wertvolle Produkte vermarkten: sowohl den umweltfreundlichen Reiniger auf Basis von kurzkettigen Fettsäuren als auch den Mehrnährstoffdünger. Unser Ziel ist die Schaffung eines technoökonomischen Rahmens, in dem die Kapitalrendite für die Installation des reNEW-Prozesses weniger als drei Jahre beträgt“, betont Bhasin. Zu den wichtigsten Projektergebnissen gehören die Validierung der Technologie und die Rückgewinnung essentieller Säuren und Nährstoffe, welche die Hauptbestandteile der neuen Produkte sind. Die reNEW-Technologie wird daher einen enormen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten, da sie unerwünschte Abfallprodukte der Abwasserbehandlung aufwertet. Darüber hinaus hat die Technologie keinen CO2-Fußabdruck für die Umwelt. „Unsere Vision ist die Reinigung des von Städten erzeugten Abwassers durch Produkte, die immer wieder zurückgewonnen werden können“, schließt Bhasin. „Unser nächster Fokus für diesen vielseitigen Rohstoff wird auf Biokunststoffen liegen.“

Schlüsselbegriffe

reNEW, Klärschlamm, Abwasser, organischer Dünger, kurzkettige Fettsäuren, Makroelement, Mikroelement, Reinigungsmittel, biologische Umwandlung

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