Skip to main content

Article Category

Nachrichten

Article available in the folowing languages:

Erforschung der Auswirkung digitaler Technologien auf die Jugend

Von der EU unterstützte Forschende haben ein Arbeitspapier über die Nutzung digitaler Technologien in Europa veröffentlicht. Insbesondere geht es darin um die Auswirkungen dieser Technologien auf junge Menschen und ihre Familien.

Digitale Wirtschaft
Gesellschaft

Kinder und Jugendliche greifen immer mehr zu mobilen Geräten, um sich mit ihrer Umwelt zu verbinden. Doch wofür verwenden sie diese Geräte und wie beeinflusst der fortschreitende technologische Wandel ihren Alltag? Auf der Suche nach der Antwort auf diese Fragen hat das EU-finanzierte Projekt DigiGen ein Arbeitspapier „ICT usage across Europe – a literature review and an overview of existing data“ über die Verwendung von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) in Europa veröffentlicht. Die Arbeit umfasst zwei Hauptteile. Im ersten Abschnitt erfolgt eine Literaturauswertung mit Schwerpunkt auf der Nutzung digitaler Technologien und deren Auswirkungen auf Familienleben, Freizeit, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. Der zweite Abschnitt bietet einen Überblick über Datenbanken zu IKT und fasst die zentralen Stärken und Schwächen der vorhandenen Daten zur Analyse gefährdeter Gruppen im Kindes- und Jugendalter zusammen.

Bewertung digitaler Technologien und deren Auswirkungen auf Individuen und Familien

Die Art und Weise, wie sich Familien mit IKT beschäftigen, und die diesbezüglichen Auswirkungen sind laut den Ergebnissen dieser Arbeit komplex. Digitale Technologien eröffnen zwar einzigartige Möglichkeiten, doch sie können auch zu Risiken und Herausforderungen online führen, etwa in Verbindung mit schädlichen Inhalten oder der Verletzung der Privatsphäre. „Ob die Auswirkungen auf das Familienleben insgesamt positiv oder negativ sind, hängt also von der Kombination der digitalen Verhaltensweisen ab, die innerhalb der Familie im Alltag gezeigt werden“, wird erklärt. Soziale Medien, Computerspiele und andere Formen digitaler Kommunikation spielen inzwischen eine zentrale Rolle in der Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen. Dieses Gebiet wird zunehmend erforscht, wobei der Schwerpunkt auf der Einstellung der Eltern und deren Reaktionen auf Risiken im Zusammenhang mit IKT sowie den möglichen negativen Konsequenzen der Nutzung von IKT für das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen liegt. Der Arbeitspapier fasst auch die Ergebnisse vorheriger Untersuchungen über die Verwendung von IKT in Schulen und anderen Bildungsumgebungen zusammen. Das Fazit lautet, dass weitere Forschung notwendig ist, „um den Kausalzusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Hintergrund der Schülerinnen und Schüler oder der digitalen Einsatzbereitschaft der Lehrkräfte und den digitalen Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen zu untersuchen“. Außerdem liegen weiterhin keine eindeutigen Ergebnisse über Faktoren wie die Auswirkungen des Geschlechts auf die Computerkompetenzen der Schülerschaft vor. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Verwendung von IKT das zivilgesellschaftliche Engagement junger Menschen sowie deren Bewusstsein für soziale Probleme steigert – trotz eines rückläufigen Interesses an der klassischen Politik. In der Arbeit wird erläutert, dass soziale Medien die „Normen, Werte, Einstellungen und Verhaltensweisen junger Menschen in Bezug auf Demokratie, Macht, Politik, politische Entscheidungen, soziale und politische Teilhabe sowohl online als auch offline beeinflussen und auch bei der Organisation des wirtschaftlichen, sozialen und privaten Lebens eine Rolle spielen.“

Überblick über aktuelle IKT-Daten

Im zweiten Abschnitt werden 11 internationale und 45 nationale Datenbanken in den Heimatländern der Projektpartner unter die Lupe genommen. Die Stärken und Schwächen der Daten werden hinsichtlich der Verfügbarkeit und Art der Indikatoren sowie des Informationsmangels zu bestimmten gefährdeten Gruppen herausgearbeitet. Behandelt werden zudem Themen, die von den Daten unzureichend abgedeckt werden, wie auch die große Heterogenität in nationalen Datenbanken und die Tatsache, dass nicht alle Datenbanken zu IKT frei zugänglich sind. Auf der Grundlage der gesammelten Informationen zeigt das Arbeitspapier von DigiGen Aspekte der Verwendung digitaler Technologien auf, die weiter erforscht werden müssen, und gibt Empfehlungen zur Verbesserung zukünftiger empirischer Analysen im Bereich IKT. Das Projekt endet im November 2022. Weitere Informationen: DigiGen-Projektwebsite

Schlüsselbegriffe

DigiGen, IKT, digitale Technologien, junge Menschen, Jugendliche, Kinder, Jugend

Verwandte Artikel