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Nachhaltige Ressourcennutzung und menschliches Wohlbefinden gleichzeitig erreichen

Es wird gemeinhin anerkannt, dass für die Gesundheit unseres Planeten ein geringerer Verbrauch natürlicher Ressourcen notwendig ist. Dieser muss jedoch so bewerkstelligt werden, dass wir weiterhin unsere eigenen Bedürfnisse erfüllen können. Ein mit Unterstützung der Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen durchgeführtes Forschungsvorhaben hat eine Möglichkeit aufgetan, beide Ziele zu verwirklichen.

Gesellschaft

Bereitstellungssysteme können allgemein als komplexe Systeme angesehen werden, die vermitteln, wie natürliche Ressourcen letztendlich in materielle und kulturelle Dinge umgewandelt werden, die dazu beitragen, menschliche Bedürfnisse zu erfüllen. Der Schwerpunkt des Projekts LIVEWELL lag darin, einen innovativen Rahmen zu erschaffen, um (a) zu ergründen, warum der Umfang der Ressourcennutzung und gesellschaftliche Resultate in verschiedenen Gesellschaften variieren und (b) Hindernisse zu ermitteln, die einer verbesserten Ressourceneffizienz der Bedürfnisbefriedigung im Wege stehen. Projektstipendiat Andrew Fanning erklärt: „Eine bessere Kenntnis der Bereitstellungssysteme kann Einblick darin bieten, wie ein hohes Maß an Wohlbefinden bei geringerem Ressourcenverbrauch innerhalb der Belastungsgrenzen der Erde möglich ist.“

Forschung über fachliche Grenzen hinweg

Die Forschungsarbeit konzentrierte sich auf die Zusammenhänge zwischen dem nachhaltigen Einsatz von Ressourcen und dem menschlichen Wohlbefinden. Es gelang, Sozial- mit Naturwissenschaften zu verknüpfen. Ein Ergebnis dieses Ansatzes ist ein analytischer Rahmen, der ein besseres Verständnis für die Unterschiede im Umfang des Ressourceneinsatzes und der gesellschaftlichen Resultate in verschiedenen Gesellschaften im Zusammenhang mit den Belastungsgrenzen der Erde bietet. Fanning berichtet: „Wir nutzen diesen Rahmen insbesondere, um wesentliche Hindernisse für eine Verbesserung der Ressourceneffizienz des menschlichen Wohlbefindens zu ermitteln. Dazu zählen die Entnahme und Aneignung von Grundrenten durch mächtige Akteure, die sich im untragbaren und höchst ungleichen Status Quo manifestieren.“ Die Projektergebnisse werden in einer Reihe wissenschaftlicher Artikel sowie auf einer interaktiven Website sowie damit verbundenen allgemeinen Blogs, Videos und Artikeln veröffentlicht. In einem Artikel, dessen passender Titel „A good life for all within planetary boundaries“ (zu Deutsch „Ein gutes Leben für alle innerhalb der Belastungsgrenzen der Erde“) ist, berichtet die Autorenschaft davon, dass nicht ein Land (der 150 untersuchten Länder) die Grundbedürfnisse seiner Menschen innerhalb eines allgemein als nachhaltig geltenden Maßes der Ressourcennutzung deckt. Wohlhabende Länder decken zwar die meisten Grundbedürfnisse ihrer Bürgerinnen und Bürger, tun dies jedoch auf der Grundlage einer nicht nachhaltigen Ressourcennutzung. Im Gegensatz dazu schaffen es Länder, die Ressourcen nachhaltig einsetzen, dafür nicht, die Grundbedürfnisse ihrer Einwohnerschaft zu befriedigen. Fanning bemerkt dazu: „Leider haben wir herausgefunden, dass Länder, die mehr soziale Schwellenwerte erreichen, dazu tendieren, mehr biophysische Grenzen zu überschreiten.“

Neuausrichtung von Forschung geht mit verändertem Ressourceneinsatz einher

Mehrere Herausforderungen führten dazu, dass LIVEWELL einige der ursprünglich vorgesehen Tätigkeiten neu ausrichtete. Unter anderem wurden Pläne zur Durchführung qualitativer Fallstudien zu Bereitstellungssystemen in wichtigen Ländern durchkreuzt, als klar wurde, dass es keine einheitliche Definition für dieses neu aufkommende Konzept gab. Diese Problematik wurde jedoch in eine Gelegenheit umgewandelt, bessere Einblicke zu gewinnen, was Bereitstellungssysteme ausmacht, warum sie je nach Gesellschaft variieren und wie sie dabei helfen könnten, Hindernisse für die Befriedigung von Grundbedürfnissen bei nachhaltiger Ressourcennutzung zu verstehen. Der Artikel „Provisioning systems for a good life within planetary boundaries“ (zu Deutsch „Bereitstellungssysteme für ein gutes Leben innerhalb der Belastungsgrenzen der Erde“) erklärt diese Anstrengungen. Hinsichtlich der bedeutendsten Errungenschaft des Projekts erklärt Fanning: „Für mich liegt der größte Erfolg des Projekts LIVEWELL darin, dass wir aufzeigen konnten, dass es möglich ist, die Fortschritte auf dem Weg zur Verwirklichung der Vision eines Paradigmenwechsels in einer Welt, die die Bedürfnisse ihrer Menschen innerhalb der Belastungsgrenzen der Erde deckt, konsequent zu erfassen und zu unterstützen.“ Die Arbeit des Stipendiaten hat außerdem dazu geführt, dass die Ergebnisse dieses Projekts wie auch anderer Vorhaben einem breiten Publikum zugänglich sind, denn er ist inzwischen Leiter des Bereichs Forschung und Datenanalyse beim Doughnut Economics Action Lab.

Schlüsselbegriffe

LIVEWELL, Ressourcennutzung, Bereitstellungssysteme, nachhaltig, Wohlbefinden, Belastungsgrenzen der Erde, Grundbedürfnisse, Verbrauch, natürliche Ressourcen

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