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Populism And Civic Engagement – a fine-grained, dynamic, context-sensitive and forward-looking response to negative populist tendencies

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Demokratie in einer Zeit des Populismus stärken

Seit der Finanzkrise 2008-2009 setzt der Aufstieg der populistischen Bewegungen einen wichtigen politischen Trend in Europa. Das EU-finanzierte Projekt PaCE versucht, die negativen Tendenzen populistischer Bewegungen besser zu verstehen und herauszufinden, warum sich die Wählerinnen und Wähler überhaupt von ihnen angezogen fühlen.

Gesellschaft

Durch ein ehrgeiziges Programm, das historische und vergleichende Analysen, den Einsatz von maschinellem Lernen und direkte Demokratielabore mit einzelnen Bürgergruppen umfasste, konnte das Projekt PaCE (Populism And Civic Engagement – a fine-grained, dynamic, context-sensitive and forward-looking response to negative populist tendencies) dazu kommen, was Projektkoordinator Bruce Edmonds für sein wichtigstes Ergebnis hält. „Es bestehen erhebliche Unterschiede zwischen der ‚populistischen‘ Partei und der ‚nativistischen‘ Partei“, beginnt der Direktor des Zentrums für Politische Modellierung an der Manchester Metropolitan University im Vereinigten Königreich. „Oberflächlich betrachtet sehen sie sehr ähnlich aus und klingen auch so, aber sie funktionieren auf unterschiedliche Weise.“

Aufteilen und erobern

Kurz gesagt lassen sich nativistische Überzeugungen als die Geschichte des Heimatlandes gegen Außenstehende/„Andere“ zusammenfassen, während populistische Parteien sich auf die Vorstellung einer kleinen, abgehobenen Elite gegen das „einfache Volk“ konzentrieren. Aber es bleibt nicht bei diesen Grundüberzeugungen. Edmonds weist darauf hin, dass die beiden sehr unterschiedliche Erfahrungen machen, sobald sie politische Macht erlangen. „Populisten (zum Beispiel La Lega in Italien) sind in der Regierung viel erfolgreicher und anpassungsfähiger“, sagt er. „Auf der anderen Seite neigen Nativisten (wie die Freiheitliche Partei Österreichs) dazu, sich nicht lange zu halten, oft schnell zu implodieren und/oder in Skandale verwickelt zu werden.“ Während es für PaCE wichtig war, diese Unterscheidung auf den Punkt zu bringen, wollten sie auch Beispiele aufzeigen, bei denen ein populistischer Weg hätte eingeschlagen werden können, aber letztendlich vermieden wurde. „Island ist ein großartiges Beispiel dafür“, erklärt Edmonds. „Nach der großen Finanzkrise (als Teil der globalen Finanzkrise) hätten die isländischen Wählerinnen und Wähler leicht einen populistischen Weg einschlagen können. Stattdessen haben sie eine sehr liberale Regierung gewählt, die hart daran gearbeitet hat, die öffentlichen Finanzen wieder in Ordnung zu bringen und der Wirtschaft wieder zu einem positiven Wachstum zu verhelfen.“

Populismus mit KI erforschen

Neben der genauen Definition populistischer Bewegungen und ihrer Alternativen war PaCE auch sehr daran interessiert, digitale Werkzeuge zu nutzen, um populistische Bewegungen im Online-Bereich, insbesondere in den sozialen Medien, zu untersuchen, zu beobachten und zu verfolgen. „Wir haben eine umfassende manuelle Analyse vieler politischer Parteien durchgeführt, insbesondere der Texte, mit denen sie für ihre Ideen und Ideologien werben, und diese dann an unsere isländischen Partner weitergegeben“, so Edmonds. „Sie entwickelten dann Algorithmen für maschinelles Lernen, indem sie Hunderte Schlüsselwörter aus dieser Analyse verwendeten und sie darauf trainierten, diese Ideen zu erkennen.“ Diese Analyse ist über das PaCE-Dashboard öffentlich zugänglich, ein Instrument, mit dem die Nutzenden die Geschichten und narrativen Themen, die von populistischen Bewegungen online diskutiert werden, leicht verfolgen können. Der Code, mit dem die Filterung und Analyse durchgeführt wurde, ist frei verfügbar und kann von anderen genutzt werden.

Demokratielabore in der COVID-19-Ära

Das letzte Teil des Puzzles von PaCE war eine Reihe von interaktiven „Demokratielaboren“, die in mehreren europäischen Ländern persönlich stattfinden sollten, um herauszufinden, wie die Wählerinnen und Wähler wirklich über viele der von der populistischen Bewegung vertretenen Themen denken und warum sie geneigt sein könnten, populistische Parteien zu wählen. „COVID-19 zwang uns dazu, diese online zu stellen, aber wir haben es trotzdem geschafft, uns anzupassen und eine wirklich fruchtbare öffentliche Beteiligung durchzuführen, auf die ich sehr stolz bin“, schließt Edmonds. „Im Moment sehen wir uns die Ergebnisse dieser Untersuchungen an und fassen sie so zusammen, dass sie für die Politikverantwortlichen nützlich sind.“

Schlüsselbegriffe

PACE, Populismus, populistische Bewegungen, Nativisten, KI, Demokratielabore, soziale Medien, Wähler, Wählerinnen

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