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Förderung der Forschungs- und Innovationsexzellenz in Lettland

Mit Unterstützung der EU baut das Institut für Festkörperphysik der Universität Lettland sein akademisches Renommee und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie aus.

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Die Überbrückung der Forschungs- und Innovationslücke zwischen den Mitgliedstaaten ist ein wesentlicher Schritt für den Aufbau einer starken und florierenden Wirtschaft in Europa. Das EU-finanzierte Projekt CAMART2, das 2017 anlief, legt seinen Schwerpunkt auf Lettland. Konkret verfolgt es das Ziel, das Institut für Festkörperphysik der Universität Lettland (ISSP UL) als Zentrum für Forschungsexzellenz zu stärken. Der positive Einfluss von CAMART2 auf das ISSP UL zeigt sich sowohl in der deutlich modernisierten Infrastruktur des Instituts als auch in seinem Betrieb selbst. Seit 2017 stieg die Anzahl der veröffentlichten wissenschaftlichen Artikel und der Anteil an Beiträgen des ISSP UL im oberen Zehntel der meistzitierten Publikationen weltweit kletterte von 4 % im Jahr 2017 auf 17,5 % im Jahr 2020. Darüber hinaus wurden Open-Access-Labordienste und die neue Kooperations- und Technologietransferplattform Materize eingerichtet, um der Industrie wissenschaftliche Dienste im Zusammenhang mit innovativen materialbasierten Technologien zur Verfügung zu stellen. CAMART2 führte zudem zur Gründung des Start-up-Unternehmens CellboxLabs, das Mikrofluidikvorrichtungen und -instrumente für Anwendungen der personalisierten Medizin entwickelt.

Erforschung der drahtlosen optischen Kommunikation

Seit Kurzem ist das Labor für visuelle Wahrnehmung des ISSP UL an einem Projekt der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) beteiligt, das die Tragfähigkeit einer adaptiven Optik mit Phasenrückgewinnung („Phase Retrieval“) für die Kommunikation zwischen Satellit und Boden untersuchen soll. Die Projektpartner werden Tests durchführen, um zu prüfen, ob der vom ISSP UL entwickelte Wellenfrontsensor zur optischen Freiraumkommunikation geeignet ist. Die optische Freiraumkommunikation stützt sich auf Licht, das sich im freien Raum verbreitet, um Daten drahtlos zu übertragen. Diese Technologie könnte Datenübertragungen im Gigabit-Bereich zwischen zwei Satelliten oder auch zwischen einem Satellit und einer Bodenstation ermöglichen. Eine Pressemitteilung, die auf der Website von CAMART2 veröffentlicht wurde, legt die Vorteile dieser Methode dar: „Da atmosphärische Turbulenzen die Geschwindigkeit und Qualität der Datenübertragung zwischen der Bodenstation und Satelliten beeinträchtigen, könnte die adaptive Optik, wie etwa in Form eines Wellenfrontsensors, dazu beitragen, den Einfluss dieser atmosphärischen Turbulenzen zu verringern, und damit eine stabilere Datenübertragung gewährleisten.“ Der Geschäftsberater von CAMART2, Ģirts Ozoliņš vom ISSP UL, erklärt dazu in derselben Pressemitteilung: „Mit diesem Projekt hat nicht nur unser Labor, sondern auch das ISSP UL ein neues Kapitel in der Forschung für Raumfahrttechnologie aufgeschlagen. Wir freuen uns sehr, unsere Erfahrungen und Kontakte zu teilen, damit sich alle, die gute Ideen von technologischer Tragweite haben, um andere ESA-Projekte bewerben können. Wir haben vor, die Anwendung des Wellenfrontsensors weiterzuentwickeln. „Um den Prototyp für das Terminal zur optischen Freiraumkommunikation in der tatsächlichen Umgebung [Weltraum] zu testen, ist daher die Teilnahme an den nächsten Ausschreibungen für ESA-Projekte angepeilt, durch die eine Zusammenarbeit mit größeren Branchenakteuren wie Thales Alenia, Lockheed Martin und anderen aufgebaut werden kann.“

Auslotung von künftigen Partnerschaften

Neue Chancen für die Zusammenarbeit mit Unternehmen ergaben sich, als mehrere Vertretende der Materize-Plattform des ISSP UL die Optics and Photonics Days in Turku, Finnland, Anfang Dezember 2021 besuchten. Das Veranstaltungsprogramm behandelte Themen wie die Faseroptik, Sensoren, multifunktionale Werkstoffe, physische und chemische Sensoren, elektrooptische Vorrichtungen, Lasersysteme und -technologien und optische Messtechnik. Im Rahmen der Veranstaltung konnten die Materize-Vertretenden neue potenzielle Kunden und Partner kennenlernen und damit das Tor zu einer künftigen Zusammenarbeit mit diesen Unternehmen aufstoßen. CAMART2 (Centre of Advanced Materials Research and Technology Transfer CAMART²) baut auf einer langfristigen strategischen Partnerschaft zwischen dem ISSP UL und seinen schwedischen Partnern, der Königlichen Technischen Hochschule und dem Forschungsnetzwerk RISE (Research Institutes of Sweden) auf. Das achtjährige Projekt endet im Januar 2025. Weitere Informationen: Projektwebsite von CAMART2

Schlüsselbegriffe

CAMART2, Lettland, Forschung, Innovation, Institut für Festkörperphysik, Universität Lettland, ISSP UL, Wellenfrontsensor, Weltraum

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