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Societal Level Impacts of Connected and Automated Vehicles

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Ein neues Instrument zur Politikunterstützung bewertet, wie sich selbstfahrende Autos auf die Gesellschaft auswirken

Vernetzte und automatisierte Fahrzeuge werden die Mobilität, die Sicherheit, die Umwelt und die Gesellschaft insgesamt wesentlich beeinflussen. EU-finanzierte Forschende haben nun einen Bewertungsrahmen entwickelt, um diese Auswirkungen vorherzusagen.

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Vernetzte und automatisierte Fahrzeuge werden in den kommenden zehn Jahren wohl verstärkt Einzug halten. Diese zunehmende Automatisierung kann für Städte und Behörden erhebliche und unabsehbare Folgen haben. Wie wird sich diese fortschrittliche Technologie auf die Gesellschaft auswirken? Inwieweit werden automatisierte Fahrzeuge dazu beitragen, die Sicherheit und den Umweltschutz zu steigern und Verkehrsüberlastungen zu verringern? Welche Mobilitätstechnologien unterstützen die Wertschöpfung am stärksten? Um diesen Fragen nachzugehen, entwickelte das EU-finanzierte Projekt Levitate ein frei zugängliches webbasiertes Instrument zur Politikunterstützung, das die gesellschaftlichen Auswirkungen von automatisierten Fahrzeugen bewertet. „Da fortschrittliche Mobilitätssysteme noch nicht weit verbreitet sind, fehlt es auf diesem Gebiet noch an Daten und Wissen. Manche Technologien und Mobilitätskonzepte sind so bahnbrechend, dass eine komplett neue Denkweise erforderlich ist. Daher lassen sich die Auswirkungen nicht einfach aus historischen Mustern ableiten“, bemerkt Projektkoordinator Andrew Morris. „Zudem könnten Schätzungen zu zukünftigen Auswirkungen von kooperativer, vernetzter und automatisierter Mobilität [Cooperative, Connected and Automated Mobility, CCAM] auf Prognoseverfahren basieren, doch über die Methoden, die dabei zum Einsatz kommen sollen, herrscht noch Uneinigkeit.“

Nutzungsweise und Komponenten des Instruments

Das neue Politikunterstützungsinstrument von Levitate ist ein praxisnahes, benutzerfreundliches Werkzeug, mit dem politische Entscheidungstragende die reibungslose Einführung von vernetzten und automatisierten Fahrzeugen steuern, die Vorteile von CCAM maximieren und die Technologie besser zum Erreichen gesellschaftlicher Ziele nutzen können. Es umfasst ein Wissensmodul als statische Komponente und ein Schätzungsmodul, das die dynamische Komponente darstellt. Das Wissensmodul ermöglicht die Dokumentation zu allen Aspekten des Politikunterstützungsinstruments und ist das Ergebnis aus diversen Interventionsfallstudien und einschlägiger Literatur aus CCAM-Leitlinien. Das Schätzungsmodul kann genutzt werden, um die gesellschaftlichen Auswirkungen anhand bestimmter Informationen vorherzusagen. Außerdem können damit vergleichende Analysen durchgeführt werden. Es liefert ein quantifiziertes Ergebnis zu den erwarteten Auswirkungen durch CCAM und den damit verbundenen politischen Maßnahmen. Zudem kann es Rückwärtsprognosen (Backcasts) zu den gesellschaftlichen Auswirkungen unterstützen, indem es Zukunftsprognosen als Grundlage für gegenwärtige Entscheidungen über politische Maßnahmen heranzieht. Es liefert außerdem Kosten-Nutzen-Analysen zur Quantifizierung der Kosten und Vorteile von CCAM-Interventionen.

Potenzielle Tragweite

„Das neu entwickelte Instrument und die Projektergebnisse werden als wertvolle neue Ressource für Gemeinden, regionale Behörden und nationale Regierungen dienen, um sich auf die Verbreitung von vernetzten und automatisierten Fahrzeugen vorzubereiten und diejenigen Maßnahmen zu ermitteln, die im Hinblick auf weiter gefasste gesellschaftliche Ziele am wirksamsten wären. Diese Behörden werden bei der Politikgestaltung einen neuen evidenzbasierten Ansatz benötigen“, erklärt Morris. „Pläne für nachhaltige städtische Mobilität umspannen in der Regel einen Zeithorizont von 15 Jahren – das entspricht genau dem voraussichtlichen Zeitrahmen für die Einführung von CCAM-Technologien und -Dienstleistungen. Die Ergebnisse von Levitate und das neue interaktive Politikunterstützungsinstrument werden die Städte bei der Entwicklung langfristiger Strategien unterstützen, sodass die Szenarienplanung stets die angemessensten Ziele berücksichtigt und auf dem bestmöglichen Wissen über CCAM-Interventionen aufbaut“, fügt Morris hinzu. Das Projektteam hat bereits damit begonnen, bei Städten, die der Stakeholder-Referenzgruppe angehören, für das Politikunterstützungsinstrument zu werben. Nach Abschluss des Projektes werden sie die Ergebnisse mit einer größeren Anzahl von Städten und industriellen Interessengruppen teilen, um sie bei der Bewertung der Auswirkungen von automatisierter Mobilität und der Entwicklung der entsprechenden Transportinfrastrukturen und Vorschriften zu unterstützen.

Schlüsselbegriffe

Levitate, Politikunterstützungsinstrument, CCAM, vernetzte und automatisierte Werkzeuge, Städte, gesellschaftliche Auswirkungen, vernetzte und automatisierte Mobilität

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