Aufbau von Forschungs- und Innovationsgemeinschaften in Europa
Die Auswirkungen grenzüberschreitender Forschungs- und Innovationsprojekte sind nicht überall in der EU gleich stark zu spüren. Einige Länder sehen sich mit Hindernissen konfrontiert – wie etwa einer weniger entwickelten Infrastruktur, Schwierigkeiten bei der Bindung qualifizierter Fachkräfte, und strukturellen Barrieren auf regionaler oder nationaler Ebene. Dies ist insbesondere in Polen und Portugal der Fall, was zur Folge hat, dass ihre Beteiligung an hochwirksamen Projekten eingeschränkt ist und sie weniger Nutzen aus der EU-Forschung und -Innovation ziehen können. Das EU-finanzierte Projekt Unite.WIDENING(öffnet in neuem Fenster) wurde 2024 zur Überwindung der Hindernisse, mit denen diese beiden Länder konfrontiert sind, ins Leben gerufen. Es soll die Reformen und den Aufbau von Kompetenzen durch eine verstärkte Zusammenarbeit in ganz Europa beschleunigen.
Start der Schulungen
Im Rahmen des Projekts, das auf Spitzenleistungen in Forschung und Innovation abzielt, fand die erste Unite.WIDENING-Schulungsmaßnahme vom 3. bis 7. November 2025 in Autrans, Frankreich, statt. Unter dem Titel „Building Research Communities“ (z. Dt. „Aufbau von Forschungsgemeinschaften“) wurden 12 Forschende des Projektpartners Technische Universität Breslau (Polen) und des Projektkoordinators Universität Lissabon (Portugal) zusammengebracht. Sie wollten untersuchen, wie Forschungsgemeinschaften über institutionelle und disziplinäre Grenzen hinweg entstehen, sich vergrößern und fortbestehen. Den Teilnehmenden bot sich die Gelegenheit der Zusammenarbeit mit Forschenden der neun Universitäten der Europäischen Hochschulallianz „Unite!“(öffnet in neuem Fenster), der auch Unite.WIDENING angehört. „Dank dieser Annäherung wurden konkrete Kooperationen initiiert, gemeinsame Forschungsinteressen identifiziert und nächste Schritte festgelegt, um Forschungsgemeinschaften in der Frühphase zu fördern“, wie in einer Pressemitteilung(öffnet in neuem Fenster) von „Unite!WIDENING“ berichtet wird. Vier Bereiche wurden vorrangig behandelt: Gesundheit und Biotechnologie, Nachhaltigkeit von Städten und Ressourcen, Kreislaufwirtschaft und Werkstoffe sowie digitale und autonome Technologien. Das Programm verzichtete auf traditionelle Vorlesungen und setzte stattdessen auf praktische Methoden und gemeinsame Instrumente, um langfristige Forschungspartnerschaften aufzubauen. Dazu zählten eine Matchmaking-Sitzung zur Förderung neuer Kooperationen, Erfolgsgeschichten von Projekten, die sich zu größeren Initiativen entwickelt haben, sowie eine Sitzung zur Vorstellung nützlicher Instrumente für Forschende und Workshops. Die Veranstaltung war die erste in der Unite.WIDENING-Schulungsreihe die 21 Schulungsmaßnahmen, eine Reihe von Workshops und vier Personalwochen umfasst. Das Ziel der Schulungen ist es, die Forschungskapazitäten der teilnehmenden Einrichtungen zu verbessern und die Zusammenarbeit innerhalb der Unite!-Allianz zu stärken. Die Schulungsreihe wird in den Jahren 2026 und 2027 weiter fortgesetzt.
Wissenschaft und Industrie verbinden
Eine weitere Unite.WIDENING-Initiative die sich auf die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Industrie konzentriert, ist „Digital Campus Hub for companies and SMEs Presentation“ (z. Dt. „Digitaler Campus Hub für Unternehmens- und KMU-Präsentation“). Diese fand in der zweiten Novemberhälfte statt – in zwei Sitzungen: eine an der Universität Lissabon und die andere an der Technischen Universität Breslau. Bei diesen beiden hybriden Veranstaltungen kamen Vertretungspersonen von Universitäten, Forschungszentren und Unternehmen zusammen, um neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit in den Bereichen Innovation und digitale Transformation zu sondieren. Im Mittelpunkt der Initiative stand die digitale Plattform AGORA(öffnet in neuem Fenster), die von dem antiken griechischen Konzept der Agora inspiriert wurde – einem Treffpunkt, an dem sich die Menschen versammelten, um Waren und Ideen auszutauschen. Die Plattform bietet einen gemeinsamen digitalen Raum, in dem Hochschulen und Unternehmen Zugang zu Diensten für eine Beschleunigung erhalten und Ressourcen, Wissen und Fachkenntnisse austauschen können. Sie wurde von einem anderen EU-finanzierten Projekt, aUPaEU(öffnet in neuem Fenster), ins Leben gerufen, das fünf akademische Einrichtungen aus den Universitätsallianzen von Unite! und EPiCUR(öffnet in neuem Fenster) zusammenbringt, um die Umgestaltung von Hochschuleinrichtungen in ganz Europa zu beschleunigen. Auf der Veranstaltung des „Digitalen Campus“ wurden die ersten Funktionen der AGORA-Plattform vorgestellt: Zugang zu digitalen Ressourcen, virtuelle Mobilität und integrierte Instrumente für die Zusammenarbeit. Im Rahmen von Unite.WIDENING (Raise excellence in R&S&I in HEI for widening countries) sollen sich die künftigen Bemühungen darauf konzentrieren, die Reichweite der Plattform über den akademischen Bereich hinaus auf Industriepartner auszudehnen. Weitere Informationen: Unite.WIDENING-Projektwebsite(öffnet in neuem Fenster)