FTE-Strategien der 500 führenden europäischen Industrieunternehmen
1995 ließ die Europäische Kommission, GD XII, eine Untersuchung der 500 führenden europäischen Industrieunternehmen durchführen. Hauptziel dieser Untersuchung war es, den FTE-Strategie-Prozeß dieser Unternehmen zu untersuchen und das "Wie und Warum" ihrer Teilnahme am FTE-Rahmenprogramm der Gemeinschaft und an EUREKA zu verstehen. Die Untersuchung stellte fest, daß die führenden 500 Unternehmen in einer Wettbewerbsumgebung, die sich in den letzten Jahren drastisch verändert hat, im Durchschnitt 1 % ihres Gesamtumsatzes für Forschungstätigkeiten und 3 % für Entwicklungstätigkeiten ausgeben. Im Rahmen des klaren Trends hin zu allgemeiner Kostensenkung haben sich FTE-Tätigkeiten in den letzten Jahren zunehmend auf die Reduzierung von Kosten und auf Innovation konzentriert. Die Effektivität von FTE-Tätigkeiten wird selten gemessen, und der Hauptfaktor bei der Definition der FTE-Strategie ist gewöhnlich die Größe des für FTE-Aktivitäten vorgesehenen Haushalts. Angesichts des zunehmenden Drucks betreffend den finanziellen Rahmen gehen immer mehr Unternehmen zum Erreichen ihrer FTE-Ziele Partnerschaften ein. Die Untersuchung ergab, daß 22 % der gesamten Forschungsausgaben für Sub-Unternehmen oder für Forschung aufgewendet wurden, die in Partnerschaft mit ähnlichen Unternehmen oder Universitäten durchgeführt wurde. Zusammenarbeitsvereinbarungen sind gewöhnlich kurzfristig und legen den Partnern wenige Beschränkungen auf. Bezüglich der Teilnahme am Rahmenprogramm und an EUREKA nehmen nur die größten der 500 führenden Unternehmen an beiden teil, während die kleineren Unternehmen meist nur an einem von beiden teilnehmen. Fördermittel vom Rahmenprogramm und von Eureka machen nur 4.8 % des kombinierten Forschungshaushalts der führenden 500 Unternehmen aus und werden deshalb bei der Bestimmung der FTE-Strategien dieser Unternehmen gewöhnlich nicht berücksichtigt. Auf einer niedrigeren Ebene innerhalb dieser Unternehmen kann es jedoch zu einer Beeinflussung der Durchführungsweise der FTE-Strategie durch das Rahmenprogramm und EUREKA kommen. Die Untersuchung stellte fest, daß der bedeutendste Beitrag der europäischen Fördermittel die Verstärkung von Partnerschaften und die Stärkung von Forschungsnetzen war. Die Wirkung des Rahmenprogramms und von EUREKA ist meist in Bereichen am größten, in denen europäische Unternehmen nicht führend sind. Unternehmen in diesen Sektoren verwenden europäische Fördermittel allgemein eher zum Erzielen eines strategischen Vorsprungs oder zum Einholen von Konkurrenten aus Drittländern. Das Rahmenprogramm wird von den führenden 500 Unternehmen meist für Forschungsaktivitäten in Haupttechnologien verwendet, während EUREKA-Fördermittel meist mehr auf periphere Technologien konzentriert sind. Das Rahmenprogramm wird oft als Mittel zum Teilen von Risiken und zum Finanzieren vorgesehener Projekte verwendet. Im allgemeinen werden weniger vorgesehene Projekte intern finanziert. Zur Zeit bereitet die GD XII einen Bericht über die Ergebnisse der Untersuchung vor. Diesem Bericht werden die Befragung einer Erhebungsauswahl von 125 der führenden 500 Unternehmen, 12 Fallstudien und eine Dokumentationsanalyse zugrunde gelegt. IRDAC, der Beratungsausschuß für Forschung und Entwicklung der Kommission, steuerte Kommentare und Informationen bei.