Telekommunikation liefert Informationen für die Endoskopie
Die Endoskopie ist das am häufigsten angewandte Verfahren zur Diagnose vieler Erkrankungen, zu denen auch Verdauungsstörungen gehören. Endoskopische Untersuchungen des Verdauungstraktes werden heute mit Hilfe von elektronischen Geräten durchgeführt, bei denen ein CCD-Kameramodul (Charge Coupled Device) an der Spitze des Endoskops dem Arzt den Blick in den menschlichen Körper ermöglicht. Die so aufgenommenen Bilder erscheinen auf einem Bildschirm, mit dessen Hilfe der Arzt die Untersuchung steuert. Da die meisten konventionellen Endoskopie-Arbeitsstationen mit einem Computer ausgerüstet sind, kann der Arzt die im Verlauf der Diagnose aufgenommenen Bilder auch speichern. Bislang hat die Verschiedenartigkeit der eingesetzten Bildbetrachtungsstationen allerdings den Austausch von Endoskopiedaten verhindert, was nicht nur für die Ärzteschaft, sondern auch für den Patienten sehr vorteilhaft wäre. Dieses Hindernis wurde jetzt ausgeräumt, indem mit dem DICOM Explorer ein standardisiertes und mit allen Systemen kompatibles Format für die ausgetauschten Informationen entwickelt wurde. Der DICOM Explorer, in erster Linie als Hilfsmittel für Ärzte gedacht, versieht die aufgenommenen Bilder und Begleittexte mit Informationssätzen (Tags). Diese Datensätze lassen sich per TCP/IP zu einer Datenbank übertragen, wo sie als standardisierte DICOM-Objekte gespeichert werden, die von allen Bildbetrachtungsstationen lesbar sind. Die Software ist von ihrer Architektur her voll für die Anforderungen des einzelnen Anwenders konfigurierbar. Dieser hat außerdem die Möglichkeit, die einzelnen Datensätze zusätzlich zu den obligatorischen Textbeschreibungen um mehrere optionale Datenfelder zu ergänzen. Das neue System bietet allen Beteiligten Vorteile: Ärzte und medizinische Einrichtungen können die von unterschiedlichen Arbeitsstationen gelieferten Informationen untereinander austauschen, was zu fundierteren Entscheidungen über die Therapie und schließlich zu einer besseren Heilbehandlung führt. Der Patient erhält auf der Grundlage verbesserter Entscheidungen, die durch Kommunikation zwischen den einzelnen Spezialisten getroffen werden, eine bessere Betreuung und Nachbehandlung, und zugleich werden unnötige Doppeluntersuchungen zur Stellung von Diagnosen vermieden. Und auch unter wirtschaftliche Aspekten ist diese Neuentwicklung ein echter Fortschritt, denn die bessere Nachbehandlung und die schnellere Entscheidungsfindung werden zweifellos zu einer beträchtlichen Senkung der Gesamtbehandlungskosten beitragen.