Testverfahren für chemikalienbeständige Schuhe
Arbeitnehmer in Chemie- oder Laborumgebungen sind nicht selten gefährlichen chemischen Substanzen (in Form von Flüssigkeiten oder Gasen) und Mikroorganismen ausgesetzt. Schon 1989 wurde in einer EU-Richtlinie (89/686) über die Grundanforderungen zur Gesundheit und Sicherheit die Notwendigkeit zum Ausdruck gebracht, besseres Schuhwerk zu entwickeln, das einen wirksamen Schutz gegen solche hochriskanten Einwirkungen bietet. Dieser Notwendigkeit widmete sich kürzlich erneut das 'Centre Technique Cuir Chaussure Maroquinerie'. In diesem Zentrum wurde ein Projekt gestartet, in dem validierte Testverfahren und Spezifikationen nach den Bestimmungen der EU-Richtlinie angewandt wurden. Im Vergleich zu Handschuhen, Schwimmwesten und anderen Schutzkleidungsstücken wurde klar, dass Schuhe ein komplexes Themengebiet bilden, da sie nicht aus einem einzigen Material, sondern etlichen verschiedenen Materialien hergestellt werden. Deshalb wurde für die Tests eine Liste der gefährlichsten Chemikalien erstellt, die für die Prüfung der gängigsten Schuhmaterialien auf ihre Chemikalienbeständigkeit verwendet werden sollten. Als Ergebnis wurde dem Technischen Ausschuss CEN TC 161 'Fuß- und Beinschutz' der Europäischen Kommission ein überarbeiteter Entwurf von Sicherheitsnormen für Schuhe vorgelegt. Zweck des Normenentwurfs sollte eine bessere Prüfung von Schuhprodukten auf Einhaltung der PSA-Richtlinie 89/686/EEC sein. Der Entwurf enthielt unter anderem Terminologie, Prüfverfahren, Anforderungen und Benutzerinformationen zum Thema 'Fußschutz gegen Chemikalien und Mikroorganismen'. Schuhprodukte sollen in einer für Chemiebetriebe typischen Umgebung erprobt und unter dem Aspekt getestet werden, das Wissen der Hersteller über die wichtigsten Chemikalien zu erweitern, vor denen der Fußschutz seinen Träger schützen muss. Darüber hinaus wird in weiteren Tests das Schuhmaterial gealtert und auf seine Beständigkeit gegen Chemikalien-Permeation geprüft, und es wird untersucht, wie sich Sterilisationsmaßnahmen auf die Eigenschaften der Schuhe auswirken. Wenn das Projektziel einer Schaffung von Normen für Testverfahren und realisierbare Grenzwerte erst offiziell in die EU-Gesetzgebung eingebunden ist, kann sich dies als wichtiger Vorteil für die Schuhindustrie sowie für alle betroffenen Wissenschaftler erweisen, die sich mehr Sicherheit bei der Arbeit wünschen.