Die Verfolgung des Pinienprozessionsspinners mit Genmarkern
Der weltweite Klimawandel bedroht neben den Wetterarten der Erde auch die Ökosysteme. So würde z.B. ein Temperaturanstieg in einigen Regionen das Eindringen neuer Raubtier- bzw. Schädlingsarten ermöglichen. Ein Beispiel dafür ist der Pinienprozessionsspinner (Thaumetopoea pityocampa). Der Pinienprozessionsspinner befällt Kiefern. Neue Erkenntnisse zeigen, dass er seinen Lebensraum ausdehnt. Die wertvollen europäischen Kiefernwälder sind gefährdet. Das PROMOTH-Projekt wurde durch das Programm "LIFE QUALITY" finanziert und diente der Entwicklung eines effizienten Ansatzes zur integrierten Schädlingsbekämpfung, womit der wirtschaftliche Schaden aus dem Befall durch den Pinienprozessionsspinner verhindert oder gemindert werden soll. Am Institut National de la Recherche Agronomique (INRA), einem Partner von PROMOTH, wurde der Einsatz von Genmarkern empfohlen, um Erkenntnisse über die Populationsdynamik des Pinienprozessionsspinners zu gewinnen. Am INRA wurden sechs unabhängige Mikrosatellitenmarker in Zusammenhang mit unterschiedlichen Graden von Polymorphismus bestimmt. Die Marker besitzen eine Fülle von Informationen über Genverschiedenheit, Genfluss und Populationseigenschaften, was Erkenntnisse über Ausdehnung, Migration und Verteilung liefert. Diese Marker sind Nutzen bringend für Forstämter, örtliche Behörden, Wissenschaftler usw., um die Besiedlung durch den Pinienprozessionsspanner zu erforschen. Nur wenn der Ursprung neuer Populationen des Pinienprozessionsspanners bekannt ist, können passende Steuerungsmaßnahmen eingeleitet werden. Das INRA veröffentlichte seine Forschungsergebnisse in den Mitteilungen aus der Molekularökologie (MEN - Molecular Ecology Notes). Dort und auch in Genbank-Datenbanken sind weitere technische Informationen verfügbar.