Die Entschlüsselung akustischer Signale vom Meeresboden
Heutzutage entsprechen die Regelungen zur Abfallentsorgung auf dem Meer den beiden jüngsten Konventionen: der Londoner Konvention (1975) und der MARPOL-Konvention (1978). Dennoch sind die Auswirkungen nach einer Verklappung immer noch nicht ausreichend erforscht, besonders die Giftigkeit und die Auswirkungen der Bioakkumulation auf Wasser, Sedimente, Flora und Fauna. Dies drängte dazu, dass im Rahmen des SITAR-Projekts angemessene ozeanografische Instrumente und Systeme zur Bewertung des Risikos entwickelt wurden, das von den Verklappungsorten ausgeht. Eine besondere Aufmerksamkeit galt den Verklappungsorten, an denen ein wichtiger Teil der Abfallbehälter im Sediment versunken ist. Insbesondere entwickelten die Wissenschaftler akustische Verfahren und Instrumente zur Abbildung von Wasserbehältern mit kleinen Abmessungen, die in unverfestigten Sedimenten eingeschlossen sind. Zu den wichtigsten Ergebnissen des Projekts zählt eine Computersoftware für die Modellierung der akustischen Streuung von Gegenständen, die im Meer versunken sind. Neben dem Modul zur Vorwärtsmodellierung der Streuung von Gegenständen auf oder unter dem Meeresboden besteht diese Software aus einem weiteren Modul zur Identifizierung des Gegenstands, der die Streuung verursacht. Dies geschieht durch eine Quantifizierung von Parametern wie Größe, Form, Orientierung oder akustischer Kontrast, sodass das modellierte Streuungsfeld gut mit den experimentellen Daten übereinstimmt. Die Software umfasst zwei unabhängige Vorwärtsmodelle zur Streuung: eins zur Berechnung des akustischen Felds, das durch die Streuung von einem 3-D-Gegenstand aus in einem flüssig-festen Medium beeinflusst wird, und ein schnelles Streuungsmodell. Das erste Modell kann zur Bewertung der Modellierungsgenauigkeit verwendet werden; das zweite eignet sich für das Modul zur Identifizierung von Gegenständen. Die Software kann mit einem Sender und einer vertikalen Anordnung von Empfängern bzw. Hydrophonen gekoppelt werden, um die gewonnenen Streuungsdaten zu modellieren und zu analysieren. Dennoch erlaubt die Software auch allgemeinere experimentelle Konfigurationen und Durchläufe entweder auf Linux-Systemen mit einem Hauptcomputer oder auf Linux-Clustern. Die Software wird interessierten Projektpartnern gemeinsam mit externen Partnern auf einer fallweisen Basis zur wirtschaftlichen Nutzung angeboten.