B-Zellen weisen auf Klassen von Patienten mit Immunschwäche
Antikörper sind große Proteine, die hauptsächlich von B-Zellen produziert werden und die das Immunsystem einsetzt, um Bakterien und Viren zu identifizieren und zu bekämpfen. Fehlen diese Antikörper oder sind sie nicht ausreichend vorhanden, dann führt dies zu einer erhöhten Infektanfälligkeit, die so genannte Immunschwäche. Primäre Antikörpermangelzustände (PAD - Primary Antibody Deficiencies) gehören zu den seltenen chronischen, nichtinfektiösen Erkrankungen. Sie stehen in Zusammenhang mit wiederholt auftretender Sinusitis, Bronchitis oder sogar Lungenentzündung. Daher wächst das Interesse an der Entwicklung neuer Methoden zur Früherkennung und Behandlung. PAD wurde in Bezug auf das Antikörperniveau von Immunoglobulin (Ig) in drei Unterklassen eingeteilt: den selektiven IgA-Mangel (IgAD), das nicht mit dem X-Chromosom zusammenhängende Hyper-IgM-Syndrom und den am häufigsten auftretenden variablen Immundefekt (CVID - Common Variable Immunodeficiency). Die Partner des IMPAD-Projekts wollen dazu beitragen, die Erkennung und Behandlung von PADs zu verbessern. Somit wird Ärzten die Diagnose erleichtert, und dies trägt wiederum zum Wohlbefinden der Patienten bei. Die Anstrengungen der Projektpartner richten sich auf die B-Zellen-Aktivierung und die Differenzierung der Defekte, die PADs verursachen. In diesem Zusammenhang erfolgte eine schnellere und zuverlässigere Klassifizierung von CVID, der häufigsten Form von PAD. Den Forschern gelang es, die Korrelation zwischen den verfügbaren mit einem Klassenwechsel einhergehenden Memory B-Zellen und der Konzentration der Immunoglobulin-Isoformen (IgG, IgA) nachzuweisen. Die Ergebnisse zeigten, das CVID-Patienten in zwei weitere Kategorien eingestuft werden könnten. Patienten vom Typ I (75% aller CVID-Patienten) hatten einen Mangel an Memory B-Zellen mit Klassenwechsel und konnten weder in vivo noch in vitro IgG und IgA produzieren. Im Fall der Patienten vom Typ II (25%) waren die B-Zellen zwar vorhanden und produzierten IgG und IgA in vitro, aber in zu geringer Konzentration. Andere Studien in einem Partnerlabor zeigten, dass ein Teil der Typ I-Patienten weder über IgM noch über Memory B-Zellen mit Klassenwechsel verfügte, was die vorgeschlagene Klassifizierung noch erweiterte. Die Unterklassifizierung von Typ I-Patienten anhand von mehr als 300 untersuchten CVID-Patienten ist fast abgeschlossen. Die Partner von IMPAD erwarten die Veröffentlichung ihrer Ergebnisse in PAD-Zentren, um neue Diagnoseverfahren zu entwickeln und somit Ärzten und Patienten zu helfen.