Die Anwendung eines Praxisleitfadens zur Kohlenstoffberechnung
Treibhausgasemissionen können durch Waldwachstum ausgeglichen werden, da Wälder wie ein Kohlenstoffspeicher wirken. In diesem Zusammenhang sind die Unterzeichner des Kyoto-Protokolls durch Artikel 3.3 dazu verpflichtet, Veränderungen am Kohlenstoffvorrat durch Aufforstung, Wiederaufforstung und Entwaldung bzw. Abholzung angemessen zu überwachen. Mitwirkende der Forschungsgruppe für Waldökosysteme (FERG - Forest Ecosystem Research Group) des University College Dublin beschäftigten sich mit Hilfsmaßnahmen zur Unterstützung der Länder bei der schwierigen Aufgabe der Kohlenstoffberechnung. Im Rahmen ihrer Beteiligung am CarboInvent-Projekt erarbeiteten die Wissenschaftler der FERG Irlands erstes Nationales Forstinventar (NFI). Die FERG wendete das im Bericht "Praxisleitfaden für Landnutzung, Veränderungen der Landnutzung und Forstwirtschaft" (GPG-LULUCF - Good Practice Guidance for Land Use, Land-Use Change and Forestry) vom Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen speziell für die Klimarahmenkonvention (UNFCCC) und das Kyoto-Protokoll beschriebene Verfahren an. Die FERG untersuchte Bäume mit sehr geringem Brusthöhendurchmesser (BHD) gründlich, um bekannte Ungenauigkeiten bei Daten über junge Wälder zu korrigieren. Sie erstellte komplette Beschreibungen von Forest-Plots in Bezug auf die fünf Kohlenstoffkategorien: über- und unterirdische Biomasse, organischer Kohlenstoff im Boden, Totholz bzw. Reisig und Streu. Daten aus früheren Studien und Luftaufnahmen vervollständigten die Feldarbeit der FERG. Das Endergebnis war eine spürbare Reduzierung der Ungenauigkeit bei den Kohlenstoffschätzwerten. Das durch die FERG im Rahmen des CarboInvent-Projekts gewonnene Wissen ist nicht nur für Irland eine wertvolle Ressource, sondern auch für andere Länder, die während des Verpflichtungszeitraums durch das Kyoto-Protokoll Bericht erstatten müssen. Besonders die Erfahrungen auf dem Gebiet der Koordinierung und Nutzung verschiedener Datenquellen werden hilfreich sein. Die FERG setzt ihre Forschungsarbeit fort und plant, die Ergebnisse über Fachzeitschriften weiterzuvermitteln.