Die Bewertung der ökologischen Bodenqualität: eine Fallstudie der Stadt Sevilla
In Stadtgebieten hat der Boden, obwohl er hier andere Eigenschaften und Funktionen als sein landwirtschaftlich genutztes Gegenstück erfordert, eine grundlegende Rolle beim Erhalt der lokalen und regionalen Umweltqualität inne. Neben ästhetischen und erholungsbezogenen Funktionen in Parks und Gärten tragen sie zum Erhalt der städtischen Naturreichtümer bei und beeinflussen die Lebensqualität der Bewohner. Unter Berücksichtigung der hohen Prozentzahl von Menschen, die in Stadtgebieten wohnen, war es entscheidend, den Status der städtischen Bodenqualität zu ermitteln und Qualitätsindikatoren und -richtlinien zu bestimmen, um Tools zur nachhaltigen Bodenbewirtschaftung zu erarbeiten. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden im Rahmen des URBSOIL-Projekts aktuelle Verfahren zur Untersuchung des Bodens im städtischen Umfeld angepasst. Es wurden sowohl komplexe Analyseverfahren als auch anwendungsfreundliche Schnelltests zur Messung der Bodenparameter in verschiedenen Städten Europas eingesetzt. So konnte ein einzigartiger Datensatz erarbeitet werden, der eine breite Palette von Qualitätsindikatoren abdeckte - von einfachen Massenparametern wie pH-Wert und Kationenaustauschkapazität bis hin zu spezifischen Analyten wie Schwermetalle. Es kamen zwei unterschiedliche Verfahren zum Einsatz, um den Metallgehalt von Bodenproben zu bestimmen, die in Parks und Schrebergärten im Stadtgebiet Sevilla gesammelt wurden. Durch Nutzung einer starken Nassveraschung - Königswasser - wurde die Bewertung der Metallverschmutzung durchgeführt, die auf "Pseudo"-Gesamtmetallkonzentrationen basierte, ohne Mobilität und Bio-Verfügbarkeit der Metalle in unterschiedlichen Formen zu berücksichtigen. Metalle höherer Verfügbarkeit wurden mithilfe von EDTA-Lösung extrahiert. Außerdem wurde das sequenzielle Extraktionsschema des standardisierten Mess- und Testprogramms durchgeführt, um Informationen über die Metallfraktionierung zu erlangen. Eine mäßige Verschmutzung wurde in Bodenproben aus öffentlich zugänglichen Bereichen aufgezeigt und es konnte ein allgemeines Muster bei der Verteilung der Konzentrationen einiger bestimmter Metalle festgestellt werden. Die Konzentrationen von Kupfer, Blei und Zink an mehreren lokalisierten Standorten, meist Ziergärten, überstiegen die in Wohngebieten als annehmbar definierten Grenzwerte. In den meisten Parks lagen die Werte dieser Metalle, deren Ursprung überlegungsgemäß im Stadtbereich liegt, jedoch unterhalb der in der Literatur als normal angegebenen Referenzdaten. Diese Ergebnisse können durch Einbeziehung weiterer Daten aus anderen Städten stärker präzisiert werden, um eine realistischere Umweltsituation zu schaffen. Die sich daraus ergebenden Datensätze dienen als Eingangsparameter für die hochmoderne Modellierung von Veränderungen der Bodenqualität und für den Aufbau eines Systems zur Entscheidungsunterstützung.