Die Unterstützung von Städten bei der Planung der zukünftigen Abfallwirtschaft
Innerhalb der Europäischen Union sind einige Mitgliedstaaten den Herausforderungen, die die Abfallwirtschaft an sie stellt, besser gewachsen als andere. Das Recycling-Konzept beschleunigt sich, läuft aber noch nicht schnell genug. Ein im Rahmen des Fünften Rahmenprogramms finanziertes Projekt kann Städteplaner mit den nötigen softwarebasierten Tools versorgen. Nach ausführlicher Sammlung und Analyse von Daten zur Abfallentstehung haben die Wissenschaftler an der Universität für Bodenwissenschaften Wien (BOKU) ein Tool zur Vorhersage des Abfallaufkommens zusammengestellt. Das Abfallprognose-Tool kann die Gesamtmenge an Siedlungsabfällen vorhersagen, die eine Stadt produzieren wird, und sogar Informationen zur Zusammenstellung des Mülls liefern. Es wird erwartet, dass die mit unrichtigen Abfallprognosen verbundenen Kosten sich beträchtlich verringern werden. Das Tool benötigt einen minimalen Input und kann für zehn Jahre und mehr Vorhersagen erstellen. Es ist nicht das erste seiner Art, aber das Abfallprognose-Tool ist wesentlich genauer als seine Vorgänger. Darüber hinaus können die erstellten Vorhersagen im Nachhinein modifiziert werden, indem man die Auswirkungen unterschiedlicher Abfallsenkungsmaßnahmen integriert, die während des prognostizierten Zeitraums eingesetzt werden. Schließlich kann die Prognose in eine ganzheitliche Beurteilung des Lebenszyklus des jeweiligen Abfallentsorgungskonzepts eingebunden werden. BOKU hat in wissenschaftlichen Konferenzen und in Veröffentlichungen über das Abfallprognose-Tool berichtet. Das Handbuch zur Software wurde in sechs Sprachen übersetzt. Städteplaner, besonders in den EU-Erweiterungsländern, können sich zu Beratungszwecken an BOKU wenden; aber auch Interessenten aus Asien oder Nord-, Süd- und Mittelamerika steht BOKU für Fragen zur Verfügung.