Das kulturelle Erbe Europas online zugänglich machen
Von der Geburt der modernen Zivilisation im antiken Griechenland bis zur Renaissance - Europa wurde stets mit enormen Reichtümern ausgestattet. Die Möglichkeit, dieses Erbe nicht nur Europäern, sondern auch anderen Menschen weltweit zugänglich zu machen, schafft einen bedeutenden Mehrwert. Derzeit müssen sich Institutionen die Sammlungen einer anderen für kurze Zeitspannen ausleihen, doch das Internet ist ein viel versprechendes Medium, um diese konventionellen Beschränkungen zu überwinden. Das Projekt Cultural Heritage Language Technologies (CHLT) brachte unterschiedliche europäische und amerikanische Universitäten zusammen, um diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Im Mittelpunkt der Entwicklung der Digital Library Collaborative Infrastructure (DLCI) stand die Einhaltung von etablierten Industriestandards. So wurden beispielsweise die antiken griechischen, lateinischen und nordischen Texte, die den Schwerpunkt des CHLT-Projekts bildeten, anhand der Functional Requirements for Bibliographic Description (FRBR) der International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA) charakterisiert. So konnten diese Metadaten nicht nur zwischen CHLT-Partnern, sondern auch mit hoch profilierten Bibliotheken rund um den Erdball ausgetauscht werden, wie beispielsweise der Library of Congress in den USA und dem Online Computer Library Center (OCLC). Darüber hinaus konnten die DLCI-Entwickler mit Hilfe des Z39.50-Protokolls wichtige Tools in die DLCI integrieren, wie beispielsweise den Search Retrieval Web Service (SRW). Die Benutzeroberfläche besteht aus drei Komponenten: einem webbasierten Katalogsystem, einem klassischen Textserverprotokoll und einem Abschnitt WWW-Standards auf der Basis der Open Applications Interface (OAI). Aufgrund der hochmodernen Natur dieser Forschungsarbeit wurden die Mitglieder des CHLT-Konsortiums anschließend eingeladen, an Arbeitsgruppen teilzunehmen (z.B. an der CIDOC CRM ISO 21137 Special Interest Group, der IFLA FRBR Special Interest Group usw.), um die Definition und Erarbeitung neuer Standards und Protokolle zu unterstützen. Die Innovation hört hier jedoch noch nicht auf. Das CHLT-Konsortium hat Zukunkftspläne aufgestellt, um die Vorteile des GRID-Computings beim Aufbau eines noch besseren Online-Zugangs zu unseren Kulturschätzen aufzuzeigen und zu nutzen.