Optimierte Kalibrierung bei der In-vivo-Radioaktivitätsüberwachung
Im Gegensatz zur externen Strahlungsüberwachung sind die Messmethoden für die interne Strahlenexposition bedeutend komplizierter, zeitaufwendiger und mitunter nicht so genau. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, richtete sich das IDEA-Projekt auf die Verbesserung der Verfahren für interne Dosimetrie. Um deren Anwendbarkeit in der regulären Praxis richtig einschätzen zu können, werden auch Tierversuche und In-vivo-Untersuchungen durchgeführt. Eines der wichtigsten Projektergebnisse umfasst eine Vergleichsstudie der Kalibrierungsmethoden, bei denen Phantommessungen und rechnergestützte Verfahren (einschließlich des spezifischen Monte-Carlo-Simulationscodes) eingesetzt wurden. Hierbei wurden Flaschenphantome mit Holmium-166m- und Kobalt-60-Lösungen befüllt und mittels eines Ganzkörperzählers in einer Scangeometrie mit Ergebnissen aus den Computersimulationen verglichen. Zur Bestimmung der genaueren Methode wurden Faktoren für Messunsicherheiten bei beiden Kalibrierungsmethoden berechnet. Eine begrenzte Ereignismenge führt zu statistischen Unsicherheitsfaktoren sowohl in der Messung als auch in der Simulation. Andere Ursachen für Unsicherheiten sind u. a. Kalibrierungsquellen der Flaschenphantome, geometrische Gründe, Mittelungsverfahren und Modelle für physikalische Simulationseffekte. Alle Unsicherheiten wurden als einzelne Standardabweichung aufgenommen. Es zeigte sich, dass die simulierte Kalibrierung eine größere Genauigkeit (3,8%) als die Messkalibrierung (4,1%) aufweist. Folglich kann das Simulationsverfahren für Kalibrierungsuntersuchungen eines Ganzkörperzählers und anthropomorpher Phantome eingesetzt werden. Bei der Verwendung von MIRD-Phantomen (Medical Internal Radiation Dose) wurden Unsicherheitsfaktoren aufgrund unterschiedlicher Gewichts- und Größenverhältnisse der Probanden sowie aufgrund der inhomogenen Verteilung im menschlichen Körper kalkuliert. Die interessanten Resultate werden gewiss die Wirksamkeit der Kalibrierungstechnik und der In-vivo-Überwachungsmethoden verbessern.