Das Modell eines Biomassenvergasers
Selbst bei Biobrennstoff gibt es Umweltbedenken. Während des Vergasungsprozesses, bei dem Biomasse in Produktionsgas für die Verwendung in Kraftwerken umgewandelt wird, sammeln sich überschüssige organische Materialien im Vergaser. Mit Hilfe der nassen Rauchgasreinigung können diese Schmutzstoffe entfernt werden, allerdings entsteht dann ein stark verunreinigtes Abwasser, das auch als Teerwasser bezeichnet wird. Das DE-TAR-Projektkonsortium vereinte seine Fähigkeiten und Erfahrungen, um das Teerwasserproblem zu lösen und so die maßgebliche Hürde beim europaweiten Einsatz von Biomasse zu überwinden. Die Forschung konzentrierte sich auf ein neues Behandlungsverfahren, das als überkritische Nassoxidation und Vergasung (SCWO/G - Supercritical Wet Oxidation/Gasification) bekannt ist. Die Universita degli Studi di Napoli Federico II in Italien führte mehrere Computersimulationen durch, die sich für die fortschreitende Entwicklung der SCWO/G-Methode als äußerst hilfreich erwiesen. Es wurde ein mathematisches Model erstellt, das die Reaktionskinetik und die Transportphysik innerhalb des Vergasers beschreibt. Die experimentellen Daten wurden von der Hauptentwicklung, der Process Development Unit (PDU), des DE-TAR-Konsortiums gesammelt, die bis zu sechzig Kilogramm Abwasser pro Stunde produziert. Die Daten wurden zur Bewertung des Modells genutzt. Daraufhin wurde das Modell für die Beurteilung des Einflusses der verschiedenen Betriebsparameter verwendet wie Einlauftemperatur, Fließgeschwindigkeiten usw. Das Modellergebnis ließ sich einwandfrei mit den Felddaten vergleichen und bestätigte die Parametrisierungen, die innerhalb des Modells angewendet wurden. Das DE-TAR-Konsortium erhofft sich nun, auf diesen ersten Ergebnissen aufbauen und letztlich unter Verwendung der SCWO/G-Technik einen industriellen Vergaser nach Maß konstruieren zu können.