Modellierung der Gashydrate im Meer
Auf dem Meeresgrund wurden große Speicher von Methan entdeckt, einem bedeutenden Treibhausgas. Die kalten Temperaturen und der hohe Druck der Tiefsee begünstigen die Bildung von Gashydraten, die Methanmoleküle im Innern von Wasserkäfigen einschließen. Über die Ursachen der Bildung dieser Gashydrate im Meer ist wenig bekannt. Es herrscht Besorgnis wegen des Potenzials von Methan hinsichtlich der globalen Erwärmung, falls es in die Atmosphäre freigesetzt wird. Sie könnten auch als Energiequelle verwendet werden. Die Technische Universität Clausthal nahm an einem wichtigen FP5-Projekt teil, das das Ziel hatte, unsere Kenntnisse über Gashydrate zu verbessern. Ziel war die Entwicklung eines Modells, um das Verhalten der Gashydrate zu beschreiben. Es wurde ein dreidimensionales Modell auf Basis der ermittelten Daten vom Anaximander-Messort und von Daten der einschlägigen Literatur aufgestellt. Verschiedene Module beschäftigen sich mit dem Ausgangszustand für die Keimbildung des Gashydrates, Wachstums- und Zerfallsmechanismen, der Reaktionskinetik, die Methan in die Wassersäule freisetzt, usw. Das Modell beschäftigt sich mit Phänomenen bis in den Millimeterbereich hinein, wie zum Beispiel den Auswirkungen der Porengeometrie und der Gashydratmenge auf die Durchlässigkeit. Um seine Anwendbarkeit zu erweitern und mögliche Schwachstellen zu entdecken, wurde das erstellte Modell dann auf seine Empfindlichkeit untersucht. Die deutschen Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass der Modell-Output äußerst empfindlich auf die Input-Daten reagiert, besonders beim vertikalen Methanfluss. Um das Modell zu verbessern, sind zusätzliche Informationen erforderlich, die die Durchlässigkeit des Sediments, die Konzentration und Größenverteilung der Gashydratkerne, und so weiter, mit einschließen.