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Attachment anxiety, Self Structures and Obsessive Compulsive Disorder (OCD)

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Ein neuer Ansatz zur Behandlung von Zwangsstörungen

Eine experimentelle Studie untersuchte die Bedeutung von Selbstwahrnehmung und Bindungsverhalten bei Menschen mit Zwangsstörungen und bietet neue Einblicke und Grundlagen, um Therapie und Prävention zu verbessern.

Gesundheit

Das EU-finanzierte Forschungsprojekt OCD (Attachment anxiety, self structures and obsessive compulsive disorder) führte vier Studien zur Selbstwahrnehmung und der Verbesserung von Therapien bei Zwangsstörungen (obsessive compulsive disorder, OCD) durch. Untersucht werden sollte der Einfluss experimenteller Manipulationen des Bindungsverhaltens auf das implizite Selbstwertgefühl (ISE) sowie der Handlungsdrang als Reaktion auf OCD-auslösende EreignisseStudie 1 und 2 untersuchten an jeweils zwei Studentenkohorten den Einfluss der Prägung auf Bindungsverhalten und ISE. In beiden Studien wurden die Kohorten in zwei Gruppen mit jeweils verschiedenen Störungen aufgeteilt. Die vier untersuchten Störungen wiederum wurden in folgende Kategorien untergliedert: Bindungsangst, negative Selbsteinschätzung, Prägung für Bindungsgestörtheit sowie Prägung für Kennenlernstörungen. ISE-Messungen nach Manipulation des Bindungsverhaltens waren in beiden Studien nicht statistisch signifikant. In der dritten und vierten Studie wurden die Kohorten in eine Versuchs- und eine Kontrollgruppe aufgeteilt. Studie 3 belegte, dass Personen mit hoher Bindungsangst bei unbewusster Prägung auf Bindungssicherheit in OCD-förderlichen Situationen mit weniger Stress und Handlungszwang reagieren. Im Gegensatz dazu zeigte Studie 4 zur bewussten (supraliminalen) Prägung, dass hier keine Änderung des Handlungszwangs in OCD-Szenarien stattfand. Da OCD sowohl psychisch als auch sozial stark belastend sind und die Langzeitprognose relativ schlecht ist, muss weiter an verlässlicheren Prädiktoren für ein Ansprechen auf die Behandlung und neuen therapeutischen Ansätzen geforscht werden. Das OCD-Projekt ist ein erster Schritt zum besseren Verständnis der Selbstwahrnehmung und den involvierten Bindungsprozessen. Weitere Forschungen in diesem Bereich dürften die OCD-Diagnostik, Therapie und Prävention verbessern.

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