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The antiretroviral roll out for HIV in India - strengthening capacity to promote adherence and patient follow-up in the context.

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Verbesserung der Therapietreue bei HIV-Patienten

Die zuverlässige Einnahme antiretroviraler Medikamente (ART) kann das Behandlungsergebnis einer HIV-Therapie verbessern und das Resistenzrisiko bei HIV-Stämmen senken. So wurde nun untersucht, mit welchen technischen Mitteln diese so genannte Compliance und das Follow-up bei ART-Patienten in Südindien verbessert werden kann.

Gesundheit

In bevölkerungsreichen asiatischen Ländern wie Indien ist die Zahl HIV-positiver Patienten mit niedrigem Einkommen außerordentlich hoch. Das europäisch-indische Gemeinschaftsprojekt HIVIND testete Interventionen, die per Mobiltelefon Überwachung und Compliance gewährleisten sollen, und einen ELISA-Test (Enzym-Immunoassay) zur Ermittlung der Viruslast bei 631 Patienten, die für eine ART in Frage kamen. Die multizentrische randomisierte klinische Studie zur Einhaltung der ART-Medikation wurde in zwei südindischen Staaten mit hoher HIV-Prävalenz durchgeführt und ist die erste klinische Studie ihrer Art in Asien. Der Patient erhielt wöchentlich über das Mobiltelefon eine persönliche automatische Sprach- und eine Bildmitteilung. Außerdem wurde getestet, ob der ELISA-Test ExaVir die gleiche Aussagefähigkeit wie der PCR-Test (Polymerase-Kettenreaktion) hat. Für die Auswertung wurden die Zeit bis zum virologischen Versagen und die für die ART-Compliance erforderliche Tablettenzahl ermittelt. Beurteilte Faktoren waren dabei Inzidenz opportunistischer Infektionen, Virusmutationen, Immunrekonstitutionssyndrom und Nebenwirkungen. Die mobile Intervention kostet jeden Patienten weniger als 2 US-Dollar pro Jahr. Allerdings verlängerte sich durch die automatische Sprachnachricht weder signifikant die Zeit bis zum virologischen Versagen noch hatte sich nach zweijähriger Behandlung die Compliance verbessert. Positiv ist allerdings zu vermerken, dass die mobile Anwendung durchaus für ausgewählte Patientenuntergruppen oder andere Zwecke geeignet ist. Ein Absinken der CD4-Zellzahl ist das Anzeichen für immunologisches Versagen. Mit diesem Test wird derzeit die Wirksamkeit einer HIV-Behandlung in einkommensschwachen Regionen beurteilt, da Tests zur Viruslast zu teuer sind. Der kostengünstige ExaVir-Test ist damit der teureren PCR-Methode überlegen, sodass der routinemäßige klinische Einsatz von ExaVir erste Hinweise auf ein Therapieversagen bei HIV-Patienten liefern kann. Die Projektergebnisse wurden in 14 Publikationen, 7 wissenschaftlichen Konferenzbeiträgen und in Fachzeitschriften vorgestellt. Zudem wurde in Indien auf regionaler und nationaler Ebene mit wichtigen Entscheidungsträgern in der AIDS-Bekämpfung beraten. Eine frühe und genaue Beurteilung der Wirksamkeit einer HIV-Therapie kann die Lebensdauer verlängern, das Risiko viraler Resistenzen verringern und das Behandlungsergebnis verbessern. So kann die Studie auch nationalen und internationalen Politikern und Programmgestaltern helfen, evidenzbasierte Leitlinien zu entwickeln, um die Übertragung von HIV einzudämmen und die Therapietreue bei ART zu verbessern.

Schlüsselbegriffe

HIV, antiretrovirale Therapie, Therapietreue bei ART, Patientennachsorge, ExaVir

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