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Development of Novel Inspection Systems for Railway Wheelsets

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Das Rad neu erfinden

Eisenbahnräder und Radsätze müssen eine höchste Zuverlässigkeit aufweisen, wenn Europa die Zahl der katastrophalen Unfälle reduzieren und die Funktionsfähigkeit des Eisenbahnsektors sicherstellen will. Während eines neuen Projekts finden Arbeiten zu innovativen Sicherheitstechnologien für diesen Bereich statt.

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In Anbetracht der Fortschritte im Bereich der Schienentechnologien, des stärkeren Umweltbewusstseins und der steigenden Bedeutung des effizienten öffentlichen Verkehrswesens findet in den Augen der europäischen Eisenbahnindustrie ein Umdenken statt. Schnellere und komfortablere Züge machen den Schienenverkehr zu einer attraktiveren Option, da er nun in der Lage ist, mehr Passagiere als bisher aufzunehmen und noch nie da gewesene Achslasten auszuhalten. Dies setzt die bestehende Infrastruktur unter Druck, was häufigere Inspektionen und Wartungen der Schienenfahrzeuge erfordert. Die Inspektions- und Wartungskosten sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, es konnten bisher jedoch keine signifikanten Verbesserungen in den Sicherheitsbilanzen der Eisenbahnindustrie verzeichnet werden. Viele Zugunglücke ereignen sich aufgrund von defekten Eisenbahnrädern und Achsen, das Entgleisen eines Zuges bei hohen Geschwindigkeiten kann fatale Folgen haben. Das EU-finanzierte SAFERAIL-Projekt ("Development of Novel Inspection Systems for Railway Wheelsets") entwickelt und implementiert erfolgreich ein neues Online-System zur Inspektion der Räder und Achsen von sich bewegenden Zügen sowie zur Erhöhung der Sicherheitsstandards. Das Projekt schlägt ein System vor, bei dem Ultraschall mit Elektromagnetismus zur schnelleren und zuverlässigeren Inspektion von neuen und alten Radsätzen während ihrer Herstellung und Wartung kombiniert werden. In den letzten Jahren haben Zugunglücke in Deutschland und anderen Ländern Europas die Notwendigkeit besserer Sicherheitsmaßnahmen deutlich gemacht. 1996 ereignete sich in Rickerscote (Vereinigtes Königreich) ein Unglück mit einem Güterzug aufgrund eines Achsversagens, hier starb eine Person und mehrere andere wurden verletzt. Der Unfall in Eschede (Deutschland) im Jahr 1998 ereignete sich aufgrund des Versagens eines einzigen Eisenbahnrads, mehr als 100 Passagiere fanden den Tod, 88 Menschen trugen Verletzungen davon. Einer der aktuellen Unfälle ereignete sich 2009 in Kaulsdorf (Deutschland), dieses Unglück ereignete sich aufgrund des Versagens eines Radsatzes. Da Schienennetze immer stärker befahren werden und die Geschwindigkeit der Züge zunimmt, wird erwartet, dass die Zahl der Zugunfälle aufgrund von Defekten der Räder zunimmt. Eine Minimierung der Zahl der Versagensfälle von Radsätzen hilft jedoch auch bei einer Reduzierung der Wartungskosten, dies ist eine wichtige Überlegung für die Betreiber von Eisen- und Straßenbahnen. Momentan verfügbare Online-Systeme können schwerwiegende Defekte an Radsätzen erst dann detektieren, wenn die Radsätze kurz vor dem Versagen stehen. Die Erkennung verheerender Oberflächenrisse oder tief im Material liegender Defekte ist nicht mit ausreichender Genauigkeit möglich, hierzu muss der defekte Radsatz zur Inspektion und Wartung aus dem Betrieb genommen werden. Mit anderen Worten ist die momentan eingesetzte Technik nicht geeignet, um die Radsätze mit maximaler Zuverlässigkeit zu untersuchen. Das SAFERAIL-Projekt steht kurz davor, die für eine verlässliche und genaue Inspektion von Radsätzen erforderlich Technologie zu entwickeln, online sowie während ihrer Herstellung und Wartung. Diese Technologie verbessert die Zuverlässigkeit sowie die Pünktlichkeit und, was wichtiger ist, verringert die Zahl der schweren Zugunglücke.

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